Die hohe Kunst

Für Sam Birster und Stephan Oberhauser

Nicht durch können entsteht Kunst, 
sie entsteht erst aus der Gunst.

Die Lust erweckt in dir das Treiben,
zu Malen, Musizieren oder Schreiben.

Auch Kreativität hilft dabei sehr,
Ideen umzusetzen, fällt nicht schwer.

Und kommst du erst in den Genuss,
die Muse weckt dich mit dem Kuss. 

Dann gibt es gar kein Halten mehr,
dein Leben wird jetzt richtig schwer.

Wälzt dich schlaflos Nacht für Nacht,
bis du's endlich zu Papier gebracht.

Malst einen Strich und einen Kreis,
hantierst mit Worten laut und leis.

Schaffst Melodien voller Kraft,
das Grundgerüst wär' jetzt geschafft.

Dies füllst du nun mit Farbe Sinn und Ton,
die Menschheit schließlich wartet schon. 

Dein Werk mit Anerkennung zu beschenken,
denn du gabst alles beim Erdenken.

So quälst du dich tagein tagaus,
hast vielen das Besondere voraus.

Für Lohn und Brot bist du bereit,
gibst Liebe, Seele, Energie und Zeit.

© Marion Decker

Covid-19 das etwas andere Corona

Wir hatten es bis jetzt über einige Jahre, mit einem Virus zu tun, der sich veränderte und zu unterschiedlich starken Erkrankungsanzeichen führte. Allen Symptomen gemein war, dass sie sich als Atemwegserkrankungen zeigten. Heute mit Covid-19 haben wir es nach SARS, das zu schweren Lungenentzündungen führte, mit einer Infektion zu tun, die sich weltweit ausbreitete. Das Besondere an dem neuen Corona Erreger ist die Hysterie, die es auslöste. Die Medien stürzen sich auf das Thema, wie die Fliegen auf Kot.

Durch stündlich neue Informationen wächst die Unsicherheit von Regierung und damit der Bevölkerung. Die mittlerweile täglich erlassenen Entscheidungen unserer Bundesregierung, im Kampf gegen das Virus lösen groteske Verhaltensweisen aus. Kitas und Schulen wurden geschlossen, der Rat, die Kinder zu Hause selbst zu hüten, um Oma und Opa zu schützen, führt dazu, dass mindestens ein Elternteil zu Hause bleiben muss und nicht arbeiten kann. Kinderspielplätze sind tabu und es besteht die Möglichkeit, bei Missachtung der Empfehlung, von Drohnen heimgesucht zu werden, die das Fehlverhalten ahnden und aus der Entfernung Anweisungen geben, so wie in Spanien. Menschen, die heute noch mit ihren Kindern Kinderspielplätze aufsuchen, droht eine Geld- oder eine Gefängnisstrafe. Im Saarland wurde die Grenze „Goldene Bremm“ dicht gemacht und die französischen Nachbarn aus Lothringen, die als Risikogebiet eingestuft wurden, kommen jetzt mit Mundschutz über kleinere Grenzen zu uns und kaufen die fast leeren Supermarktregale nun gänzlich leer. Supermarktleiter, hängen hilflos Zettel an ihre schrumpfenden Auslagen, mit dem Hinweis, dass Massenkäufe nun nicht mehr geduldet werden, weil es ungerecht erscheint, dass einer eine Tonne Toilettenpapier im Keller hortet und ein anderer sich mit wenigen Blättchen von dem kostbar gewordenen Rohstoff begnügen muss. Menschen werden schon im Verdachtsfall, an Covid-19 erkrankt zu sein in Quarantäne geschickt und 14 Tage zu Hause eingesperrt. Die Polizei fährt pausenlos Streife und wer bis heute noch nicht den Roman 1984 von Georg Orwell gelesen hat, sollte das jetzt, da er möglicherweise viel Zeit hat, nachholen, wer weiß wann sich wieder eine solche Gelegenheit ergibt. Georg Orwell beschrieb in seiner Zukunftsvision, wie sich ein Staat langsam, schleichend und unaufhaltsam in einen Überwachungsstaat verwandelt.

Alle Einrichtungen und Geschäfte werden geschlossen, außer Lebensmittel und Gartenbau, vielleicht hat irgendjemand die Überzeugung gewonnen, dass die Mitarbeiter im Lebensmittelhandel gegen Covid-19 immun sind. Restaurants und Gaststätten dürfen von 6 Uhr bis 18 Uhr geöffnet sein, nicht gerade der Zeitpunkt, der den Gastronomen Geld einbringt, denn getrunken wird abends. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Ausgangssperre kommt. Alle die, die zu jung sind, um eine Diktatur miterlebt zu haben, bekommen dieser Tage einen Vorgeschmack.

Durch das Einreiseverbot, das Amerika gegen Europäer verhängte, knickt die ohnehin angeschlagene Branche des Flugverkehrs gänzlich ein und muss etliche Mitarbeiter entlassen. Die Tourismusbranche folgt, durch Ein- und Ausreiseverbote. Die Hotellerie zieht mit der Pleite mit, weil die Übernachtungsgäste ausbleiben. Der DAX befindet sich im freien Fall, nicht nur, weil der größte Abnehmer deutscher Autos China war und jedes zweite Auto von VW dorthin verkauft wurde. Wir erleben gerade einen wirtschaftlichen Totalschaden, der weit größer ist, als der Bankencrash der „Lehmann Brothers“ 2008, der Banken weltweit in den Untergang mitriss. Danach brauchten wir 12 Jahre, um unsere Wirtschaft wiederzubeleben und zu stabilisieren. Diese Stabilisierung verdanken wir unserem Mittelstand, all den kleineren und größeren Handwerksbetrieben, dem Einzelhandel, der Gastronomie, den Autoherstellern, all denen, denen jetzt gerade das Aus droht. Die großen Betriebe müssen etliche Mitarbeiter entlassen. Die kleineren Betriebe unter zehn Mitarbeiter, werden diese Krise nicht meistern können, weil das Polster, dass sie sich anschaffen konnten nicht ausreichen wird. Die größeren werden sich etwas länger halten können. Das Problem mit dem zu kleinen Polster beginnt schon dort, wo der Staat Betriebe zu Investitionen treibt, um die Steuerlast zu verringern, denn weniger Gewinn, bedeutet weniger Steuern. Nun sitzen viele Selbstständige auf ihren Investitionen und die dafür aufgenommenen Kredite. Sicher kann man bei seiner Bank beantragen, den Kredit für 3 Monate auszusetzen, wie es die Bundesregierung initiiert hat. Um in diesen Genuss zu kommen braucht man nur, die Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes, die Jahresbilanzen 2018/2019, die letzten drei Lohnabrechnungen, die Einkommenssteuerbescheide 2018/2019, bei der GmbH zusätzlich, den Auszug aus dem Handelsregister und die Bonitätsprüfung. Die Steuerberater, die dir dabei helfen können, versinken gerade in den Bergen der dadurch zusätzlich entstandenen Arbeit, daher könnte es etwas dauern. Sicher kann man Kurzarbeitergeld beantragen, wie es die Bundesregierung verspricht, die Bundesagentur für Arbeit übernimmt dann 60 % der Lohnkosten, derer die nicht entlassen werden sollen, aber mangels Arbeit zu Hause bleiben müssen. Leider kommen die Bundesbürger mit den Anträgen nicht klar und sind mit dem Ausfüllen heillos überfordert.

Was ist mit den ganzen Betrieben, die sich auf der Kippe befanden? Stell dir vor, du hast eine Gärtnerei, die ist jetzt dicht, weil laut Definition, du mit deiner Gärtnerei nicht zum Gartenbau gehörst. Die letzten zwei heißen Frühlinge haben dir das Geschäft kaputt gemacht. Du bist schon über beide Ohren verschuldet und könntest jetzt deine harte Arbeit mit diesem Frühlingsgeschäft in bares Geld umsetzen, wenn nicht Covid-19 wäre. Es ergab sich die Möglichkeit deine Gärtnerei zu verkaufen, da sie auf einem lukrativen Grundstück steht. Jemand bietet dir so viel Geld, dass du fast schuldenfrei aus der Sache herausgehst. Der Käufer hat viel Geld in gastronomische Betriebe gesteckt und jetzt kommt Covid-19 und macht diese Betriebe dicht. Der Käufer macht riesige Verluste und springt vom Kauf der Gärtnerei ab. Was machst du jetzt? Ja, sicher kannst du Insolvenz anmelden, dann kommt alles günstig unter den Hammer, vielleicht reicht es um das Personal und die Lieferanten zu bezahlen, wenn nicht macht es jemand anders. Du bist in 3 Jahren schuldenfrei und was dann? Du hast die 50 überschritten, warst immer selbstständig, hast nie in die Rentenkasse eingezahlt, dein Leben lang geschuftet. Das ist kein Einzelschicksal, keine Hypothese und keine graue Theorie, das ist Covid-19 und die grenzenlose Hysterie.

© Marion Decker

Lesbos

Während wir uns mehr oder weniger an einer Infektionskrankheit, namens Corona abarbeiten, haben sich in Europa echte Probleme entwickelt, ich spreche von Lesbos. Die schöne griechische Insel, die 10 km Meeresweg von der Türkei entfernt liegt, kollabiert. Schön war sie bis 2015, als der Tourismus dort boomte. Seit 2015 nimmt die Insel flüchtende Menschen in ihren Auffanglagern auf und platzt aus allen Nähten.

Der türkische Diktator und Machthaber Erdogan erzürnte sich darüber, dass die Europäische Union sich nicht an das 2016 geschlossene Abkommen halte und nur unzureichende Zahlungen an die Türkei leiste, die diese Gelder für ihre eigenen Auffanglager zu nutzen vorgibt. Seit Samstag fühlte er sich dazu bewogen, verbreiten zu lassen, dass die Europäischen Grenzen nun geöffnet seien und so machten sich wieder vermehrt Menschen auf den Weg, die vor Terror in ihren Heimatländern flüchten. Zu den derzeit flüchtenden zählt man Menschen aus Afghanistan, Afrika, aber allen voran Menschen aus Syrien. Die Menschen aus Syrien müssen ihr Land verlassen, weil Putin und Erdogan sich dort austoben, als würden sie ein Computerspiel spielen. Zwei riesige Egos, die Syrien entschlossen in einen Kriegsschauplatz verwandeln, unter dem vor allem die Zivilbevölkerung leidet. Putin unterstützt den syrischen Machthaber Assat bei Kämpfen um die Provinz Idlib und das türkische Militär die Rebellen, die gegen Assat kämpfen.

In Lesbos entstand 2015 unter anderem das Auffanglager Moria, das für 3.000 Menschen gedacht war. Mittlerweile sind dort 17.000 Menschen untergebracht. 2015 strandeten dort 500.000 Menschen pro Jahr, 2019 waren es nur noch 3.000 und seit Samstag suchten schon 1.400 Menschen dort Schutz. Nun kollabiert Lesbos. Seit 2015 hielten sich dort noch 5 private Hilfsorganisationen wie „Sea Watch“ und „Ärzte ohne Grenzen“ auf, um humanitäre Hilfe zu leisten, die haben die Insel mittlerweile verlassen, weil nationalistische Schlägertrupps ihnen die Arbeit zunehmend erschwerten und sie bedrohten. Sie mussten das Feld, der europäischen Agentur für Grenzschutz „Frontex“ und der Küstenwache überlassen, die die flüchtenden Menschen, in den Schlauchboten jetzt zunehmend, per „Push Backs“ in nicht europäische Gewässer zurückdrängen, was rechtswidrig ist. Einen Rechtsweg gibt es auf Lesbos allerdings schon lange nicht mehr. Dort halten sich noch ein paar freiwillige Helfer auf, die „NGOs“, oder „Medical Volunteers“, die ebenfalls zunehmend bedroht werden. Es gab einige Einwohner auf Lesbos, die sich für Flüchtlinge einsetzten und sie unterstützten, sie sind jetzt allerdings verärgert, weil sie zunehmend bestohlen wurden. Jetzt sehen wir griechische Einheimische, die vehement versuchen, die Flüchtenden zurückzudrängen und zu vermeiden suchen, dass die Menschen an Land kommen.

Die Zustände im Auffanglager Moria sind unbeschreiblich. Menschen leben in Zelten und versuchen sich mit kleinen Gasbrennern warmzuhalten. Dadurch geraten immer wieder Zelte in Brand und erfassen andere, oder die Menschen sterben an Kohlendioxidvergiftung. In Containern leben, bis zu vier Familien , in jeder Ecke des Containers eine. Viele Menschen leben dort schon seit 5 Jahren, weil Asylanträge nicht bearbeitet werden. Die Situation ist aussichtslos. Alles ist nass, es stinkt, Müllberge türmen sich auf. Die sanitären Anlagen sind in katastrophalen Zuständen. Frauen werden vergewaltigt, es kommt immer wieder zu Schlägereien. Über tausend unbegleitete Kinder und Jugendliche sind diesen ständigen Eskalationen schutzlos ausgeliefert. Frustrierte Menschen in Moria machen ihrem Unmut Luft und werden von griechischem Militär, mit Tränengas beschossen. Die griechische Zivilbevölkerung geht auf die Barrikaden, es ist ein absolut instabiler Hexenkessel entstanden, der jeder Zeit eskalieren kann.

Parwana ist ein 17 Jahre altes Mädchen aus Afghanistan, die ehr gut englisch spricht, deshalb gibt sie ehrenamtlich Schulunterricht. Eine Hilfsorganisation gab ihr ein Handy und eine Internetplattform, damit sie ihre Eindrücke in einem Blog in Worte fassen und in die Welt schicken kann, damit alle erfahren, was dort passiert. Sie schreibt:

„Wir sind hier allein und es gibt keine Liebe. Ich bin der einsamste Mensch der Welt. Wir haben niemanden, der uns beschützt, deswegen denken wir an Suizid oder landen in der Drogenabhängigkeit“.

Annegret Kramp Karrenbauer denkt an wirtschaftliche Sanktionen gegen Putin und Erdogan. Horst Seehofer plädiert dafür, Kinder und Jugendliche aufzunehmen und Ursula von der Leyen will 7.000.000 Euro aus EU Ländern bereitstellen. Es muss dringend etwas passieren, die Menschen brauchen Hilfe und unsere griechischen Nachbarn müssen entlastet werden, jetzt reichen allerdings keine homöopathischen Dosen mehr.

Marion Decker

Foto von Skeeze auf Pixabay

Corona

Mittlerweile ranken sich so viele Mythen um eine Infektionserkrankung, dass man fast glauben könnte, die Gebrüder Grimm seien auferstanden und meldeten sich zu Wort.

Gestern Abend bei „Hart aber fair“ war selbst ich erstaunt, wie viele Ungereimtheiten, die auserwählten Protagonisten von sich gaben. Die Sendung machte auf mich den Anschein, als hätten einige der interviewten ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Völlig unverständlich, bei einem Thema, das unser Land so in Atem hält und täglich Ängste schürt. So zählte der CDU/NRW Gesundheitsminister Karl Josef Laumann, Apotheken zu unserem gut funktionierenden Gesundheitssystem und ich verfiel lange dem irrigen Glauben daran, dass Apotheken als selbstständig geführte Unternehmen, eher unserem kapitalistischen System zuzuordnen sind. Zum Ende der Sendung, überfiel Laumann das Bedürfnis über Influenza zu sprechen, doch ein Freud’scher Versprecher, ließ ihn die Influenza Insolvenza nennen. Die Oberärztin und Hygienikerin Susanne Johra, wies auf die seit Jahren auf Effizienz getrimmten Kliniken hin und wurde vom Moderator Plasberg jäh unterbrochen, seine Sendung nicht für ihre Lobbyarbeit zu benutzen. Der für mich Einzige interessante Gast, dieser lustigen, dennoch wenig informativen Sendung, war der Virologe Alexander Kekulé.

China unterrichtete die WHO erstmals im Dezember 2019, über das vermehrte Aufkommen von Lungenerkrankungen unklarer Genese. Die Infektionskrankheit Corona trat zuerst in der Metropole Wuhan auf, in der 11 Millionen Menschen leben. Zum jetzigen Zeitpunkt weiß man, dass Corona ein Virus ist, der zoonotisch, also über Tiere auf den Menschen übertragen wurde, ebenso wie SARS–Cov-2, der ebenfalls ein Abkömmling des Corona-Virus ist. Bei SARS – Cov-2 kommt es zu schweren Verläufen einer Lungenentzündung und führte 2002 zu einer Sterblichkeit von 11 %, der Erkrankten. Im Gegensatz zu SARS-Cov-2, findet man bei Corona, auch genannt Covid-19 deutlich mildere Verläufe. Während bei SARS, die Viren vor allem im tieferen Lungengewebe zu finden waren, befinden sich die Viren bei Corona auch im oberen Rachenbereich. Das bedeutet, dass die Infektion, mit der wir es heute zu tun haben, deutlich ansteckender ist als SARS, allerdings auch nicht zwingend zu Lungenentzündungen führt und so gibt es viele sehr milde Verläufe, die mit leichtem Fieber und Husten einhergehen, ebenso, wie die vielen „normalen“ Erkältungskrankheiten, die uns in der Herbst-Wintersaison stets begegnen. Für Kinder und schwangere Frauen scheint das Infektionsrisiko sehr gering, bis gar nicht zu bestehen. Gefährdet sind allerdings Menschen, mit einem geschwächten Immunsystem, wie ältere Menschen oder Menschen mit chronischen Erkrankungen. Männer sind von der Infektion durch Corona-Viren häufiger betroffen als Frauen. Die Sterberate liegt weltweit im Gegensatz zu SARS-Cov-2, die hier bei 11 % lag, bei Corona zwischen 2,3 – 0,3 oder 0,7 %, da sind sich die Virologen noch nicht einig. Die Sterberate erhöht sich bei Menschen ab 50 Jahre, um 1,3 % und bei Menschen ab 80 Jahre, um 14,8 %. Ein Infizierter steckt zwischen 1 und 5 weitere Menschen an, weshalb man von einer sehr dynamischen Lage spricht. Die Inkubation (von Ansteckung bis Ausbruch) liegt bei 14 Tagen, in denen der Infizierte noch keine Symptome zeigt, aber schon andere Menschen anstecken kann.

In NRW wurden 1000 Menschen, wegen Verdacht auf eine Infektion, für 14 Tage unter häusliche Quarantäne gestellt. Auch wegen dieser häuslichen Möglichkeit der Quarantäne riet die Bundesregierung uns zu Hamsterkäufen. Diesen Rat haben sich viele Menschen zu Herzen genommen, wie ich bei meinem gestrigen Einkauf feststellen konnte, denn sowohl die Kühltheken als auch die Regale mit Konserven waren leer gefegt.

Ebenso verblüffend wie die Berichterstattung über diesen scheinbar monströsen Virus, ist die Reaktion einiger meiner Mitmenschen, die Desinfektionsmittel aus Krankenhausfluren stehlen. Kliniken bekommen keine Schutzmasken mehr, weil die Hersteller nicht so schnell reagieren konnten und vom Bedarf überrollt wurden. Ein Großteil dieser Masken wurde nach dem Ausbruch Coronas nach China geschickt. Diese Masken allerdings, zeigten sich bei Corona als nutzlos und unser Klinikpersonal braucht sie dringend, um sich selbst, aber auch die Patienten zu schützen. Desinfektionsmittel sind ausverkauft, obwohl die Infektion sich nicht nur über den ehemals höflichen und nun verpönten Händedruck ausbreitet, sondern auch über das Husten und das Miteinander sprechen. Dauermedikationen, die bei chronischen Erkrankungen ihren Einsatz finden, sind ausverkauft. Die mediale Ausschlachtung des Themas, die täglich mehr Fragen offen lässt, als sie zu beantworten, macht einige meiner Mitmenschen verrückt und es entsteht eine völlig unangemessene Panik, die mich befürchten lässt, dass wir uns alle nächste Woche in „MAD Max“ wiedertreffen, wo mich Tina Turner rechts überholt.

Ich möchte ganz am Rande, auf die weltweite wirtschaftliche Bedeutung von Impfstoffen zu sprechen kommen. Die Herstellung von Impfstoffen, ist wegen der Komplexität und höheren Kosten eigentlich unattraktiver, als die Herstellung konventioneller Arzneimittel, sollte man meinen. Die Herstellung von Mehrfachimpfstoffen ist deutlich günstiger, als die von Einzelimpfstoffen. Durch die Vogelgrippe H5N1 und die Schweinegrippe H1N1, erlebten die Impfseren herstellenden Pharmafirmen, einen ganz beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung. So wurden 2001 Umsätze von 6,9 Milliarden US – Dollar erwirtschaftet, im Jahr 2009 schon 25 Milliarden und seit 2015, 56-64 Milliarden Dollar. Ein testfähiger Impfstoff gegen Corona wird im April dieses Jahres erwartet und vermutlich in China hergestellt, die durch den SARS Ausbruch, schon ein damals anvisiertes Serum in der Schublade haben.

© Marion Decker