Lesbos

Während wir uns mehr oder weniger an einer Infektionskrankheit, namens Corona abarbeiten, haben sich in Europa echte Probleme entwickelt, ich spreche von Lesbos. Die schöne griechische Insel, die 10 km Meeresweg von der Türkei entfernt liegt, kollabiert. Schön war sie bis 2015, als der Tourismus dort boomte. Seit 2015 nimmt die Insel flüchtende Menschen in ihren Auffanglagern auf und platzt aus allen Nähten.

Der türkische Diktator und Machthaber Erdogan erzürnte sich darüber, dass die Europäische Union sich nicht an das 2016 geschlossene Abkommen halte und nur unzureichende Zahlungen an die Türkei leiste, die diese Gelder für ihre eigenen Auffanglager zu nutzen vorgibt. Seit Samstag fühlte er sich dazu bewogen, verbreiten zu lassen, dass die Europäischen Grenzen nun geöffnet seien und so machten sich wieder vermehrt Menschen auf den Weg, die vor Terror in ihren Heimatländern flüchten. Zu den derzeit flüchtenden zählt man Menschen aus Afghanistan, Afrika, aber allen voran Menschen aus Syrien. Die Menschen aus Syrien müssen ihr Land verlassen, weil Putin und Erdogan sich dort austoben, als würden sie ein Computerspiel spielen. Zwei riesige Egos, die Syrien entschlossen in einen Kriegsschauplatz verwandeln, unter dem vor allem die Zivilbevölkerung leidet. Putin unterstützt den syrischen Machthaber Assat bei Kämpfen um die Provinz Idlib und das türkische Militär die Rebellen, die gegen Assat kämpfen.

In Lesbos entstand 2015 unter anderem das Auffanglager Moria, das für 3.000 Menschen gedacht war. Mittlerweile sind dort 17.000 Menschen untergebracht. 2015 strandeten dort 500.000 Menschen pro Jahr, 2019 waren es nur noch 3.000 und seit Samstag suchten schon 1.400 Menschen dort Schutz. Nun kollabiert Lesbos. Seit 2015 hielten sich dort noch 5 private Hilfsorganisationen wie „Sea Watch“ und „Ärzte ohne Grenzen“ auf, um humanitäre Hilfe zu leisten, die haben die Insel mittlerweile verlassen, weil nationalistische Schlägertrupps ihnen die Arbeit zunehmend erschwerten und sie bedrohten. Sie mussten das Feld, der europäischen Agentur für Grenzschutz „Frontex“ und der Küstenwache überlassen, die die flüchtenden Menschen, in den Schlauchboten jetzt zunehmend, per „Push Backs“ in nicht europäische Gewässer zurückdrängen, was rechtswidrig ist. Einen Rechtsweg gibt es auf Lesbos allerdings schon lange nicht mehr. Dort halten sich noch ein paar freiwillige Helfer auf, die „NGOs“, oder „Medical Volunteers“, die ebenfalls zunehmend bedroht werden. Es gab einige Einwohner auf Lesbos, die sich für Flüchtlinge einsetzten und sie unterstützten, sie sind jetzt allerdings verärgert, weil sie zunehmend bestohlen wurden. Jetzt sehen wir griechische Einheimische, die vehement versuchen, die Flüchtenden zurückzudrängen und zu vermeiden suchen, dass die Menschen an Land kommen.

Die Zustände im Auffanglager Moria sind unbeschreiblich. Menschen leben in Zelten und versuchen sich mit kleinen Gasbrennern warmzuhalten. Dadurch geraten immer wieder Zelte in Brand und erfassen andere, oder die Menschen sterben an Kohlendioxidvergiftung. In Containern leben, bis zu vier Familien , in jeder Ecke des Containers eine. Viele Menschen leben dort schon seit 5 Jahren, weil Asylanträge nicht bearbeitet werden. Die Situation ist aussichtslos. Alles ist nass, es stinkt, Müllberge türmen sich auf. Die sanitären Anlagen sind in katastrophalen Zuständen. Frauen werden vergewaltigt, es kommt immer wieder zu Schlägereien. Über tausend unbegleitete Kinder und Jugendliche sind diesen ständigen Eskalationen schutzlos ausgeliefert. Frustrierte Menschen in Moria machen ihrem Unmut Luft und werden von griechischem Militär, mit Tränengas beschossen. Die griechische Zivilbevölkerung geht auf die Barrikaden, es ist ein absolut instabiler Hexenkessel entstanden, der jeder Zeit eskalieren kann.

Parwana ist ein 17 Jahre altes Mädchen aus Afghanistan, die ehr gut englisch spricht, deshalb gibt sie ehrenamtlich Schulunterricht. Eine Hilfsorganisation gab ihr ein Handy und eine Internetplattform, damit sie ihre Eindrücke in einem Blog in Worte fassen und in die Welt schicken kann, damit alle erfahren, was dort passiert. Sie schreibt:

„Wir sind hier allein und es gibt keine Liebe. Ich bin der einsamste Mensch der Welt. Wir haben niemanden, der uns beschützt, deswegen denken wir an Suizid oder landen in der Drogenabhängigkeit“.

Annegret Kramp Karrenbauer denkt an wirtschaftliche Sanktionen gegen Putin und Erdogan. Horst Seehofer plädiert dafür, Kinder und Jugendliche aufzunehmen und Ursula von der Leyen will 7.000.000 Euro aus EU Ländern bereitstellen. Es muss dringend etwas passieren, die Menschen brauchen Hilfe und unsere griechischen Nachbarn müssen entlastet werden, jetzt reichen allerdings keine homöopathischen Dosen mehr.

Marion Decker

Foto von Skeeze auf Pixabay

Corona

Mittlerweile ranken sich so viele Mythen um eine Infektionserkrankung, dass man fast glauben könnte, die Gebrüder Grimm seien auferstanden und meldeten sich zu Wort.

Gestern Abend bei „Hart aber fair“ war selbst ich erstaunt, wie viele Ungereimtheiten, die auserwählten Protagonisten von sich gaben. Die Sendung machte auf mich den Anschein, als hätten einige der interviewten ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Völlig unverständlich, bei einem Thema, das unser Land so in Atem hält und täglich Ängste schürt. So zählte der CDU/NRW Gesundheitsminister Karl Josef Laumann, Apotheken zu unserem gut funktionierenden Gesundheitssystem und ich verfiel lange dem irrigen Glauben daran, dass Apotheken als selbstständig geführte Unternehmen, eher unserem kapitalistischen System zuzuordnen sind. Zum Ende der Sendung, überfiel Laumann das Bedürfnis über Influenza zu sprechen, doch ein Freud’scher Versprecher, ließ ihn die Influenza Insolvenza nennen. Die Oberärztin und Hygienikerin Susanne Johra, wies auf die seit Jahren auf Effizienz getrimmten Kliniken hin und wurde vom Moderator Plasberg jäh unterbrochen, seine Sendung nicht für ihre Lobbyarbeit zu benutzen. Der für mich Einzige interessante Gast, dieser lustigen, dennoch wenig informativen Sendung, war der Virologe Alexander Kekulé.

China unterrichtete die WHO erstmals im Dezember 2019, über das vermehrte Aufkommen von Lungenerkrankungen unklarer Genese. Die Infektionskrankheit Corona trat zuerst in der Metropole Wuhan auf, in der 11 Millionen Menschen leben. Zum jetzigen Zeitpunkt weiß man, dass Corona ein Virus ist, der zoonotisch, also über Tiere auf den Menschen übertragen wurde, ebenso wie SARS–Cov-2, der ebenfalls ein Abkömmling des Corona-Virus ist. Bei SARS – Cov-2 kommt es zu schweren Verläufen einer Lungenentzündung und führte 2002 zu einer Sterblichkeit von 11 %, der Erkrankten. Im Gegensatz zu SARS-Cov-2, findet man bei Corona, auch genannt Covid-19 deutlich mildere Verläufe. Während bei SARS, die Viren vor allem im tieferen Lungengewebe zu finden waren, befinden sich die Viren bei Corona auch im oberen Rachenbereich. Das bedeutet, dass die Infektion, mit der wir es heute zu tun haben, deutlich ansteckender ist als SARS, allerdings auch nicht zwingend zu Lungenentzündungen führt und so gibt es viele sehr milde Verläufe, die mit leichtem Fieber und Husten einhergehen, ebenso, wie die vielen „normalen“ Erkältungskrankheiten, die uns in der Herbst-Wintersaison stets begegnen. Für Kinder und schwangere Frauen scheint das Infektionsrisiko sehr gering, bis gar nicht zu bestehen. Gefährdet sind allerdings Menschen, mit einem geschwächten Immunsystem, wie ältere Menschen oder Menschen mit chronischen Erkrankungen. Männer sind von der Infektion durch Corona-Viren häufiger betroffen als Frauen. Die Sterberate liegt weltweit im Gegensatz zu SARS-Cov-2, die hier bei 11 % lag, bei Corona zwischen 2,3 – 0,3 oder 0,7 %, da sind sich die Virologen noch nicht einig. Die Sterberate erhöht sich bei Menschen ab 50 Jahre, um 1,3 % und bei Menschen ab 80 Jahre, um 14,8 %. Ein Infizierter steckt zwischen 1 und 5 weitere Menschen an, weshalb man von einer sehr dynamischen Lage spricht. Die Inkubation (von Ansteckung bis Ausbruch) liegt bei 14 Tagen, in denen der Infizierte noch keine Symptome zeigt, aber schon andere Menschen anstecken kann.

In NRW wurden 1000 Menschen, wegen Verdacht auf eine Infektion, für 14 Tage unter häusliche Quarantäne gestellt. Auch wegen dieser häuslichen Möglichkeit der Quarantäne riet die Bundesregierung uns zu Hamsterkäufen. Diesen Rat haben sich viele Menschen zu Herzen genommen, wie ich bei meinem gestrigen Einkauf feststellen konnte, denn sowohl die Kühltheken als auch die Regale mit Konserven waren leer gefegt.

Ebenso verblüffend wie die Berichterstattung über diesen scheinbar monströsen Virus, ist die Reaktion einiger meiner Mitmenschen, die Desinfektionsmittel aus Krankenhausfluren stehlen. Kliniken bekommen keine Schutzmasken mehr, weil die Hersteller nicht so schnell reagieren konnten und vom Bedarf überrollt wurden. Ein Großteil dieser Masken wurde nach dem Ausbruch Coronas nach China geschickt. Diese Masken allerdings, zeigten sich bei Corona als nutzlos und unser Klinikpersonal braucht sie dringend, um sich selbst, aber auch die Patienten zu schützen. Desinfektionsmittel sind ausverkauft, obwohl die Infektion sich nicht nur über den ehemals höflichen und nun verpönten Händedruck ausbreitet, sondern auch über das Husten und das Miteinander sprechen. Dauermedikationen, die bei chronischen Erkrankungen ihren Einsatz finden, sind ausverkauft. Die mediale Ausschlachtung des Themas, die täglich mehr Fragen offen lässt, als sie zu beantworten, macht einige meiner Mitmenschen verrückt und es entsteht eine völlig unangemessene Panik, die mich befürchten lässt, dass wir uns alle nächste Woche in „MAD Max“ wiedertreffen, wo mich Tina Turner rechts überholt.

Ich möchte ganz am Rande, auf die weltweite wirtschaftliche Bedeutung von Impfstoffen zu sprechen kommen. Die Herstellung von Impfstoffen, ist wegen der Komplexität und höheren Kosten eigentlich unattraktiver, als die Herstellung konventioneller Arzneimittel, sollte man meinen. Die Herstellung von Mehrfachimpfstoffen ist deutlich günstiger, als die von Einzelimpfstoffen. Durch die Vogelgrippe H5N1 und die Schweinegrippe H1N1, erlebten die Impfseren herstellenden Pharmafirmen, einen ganz beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung. So wurden 2001 Umsätze von 6,9 Milliarden US – Dollar erwirtschaftet, im Jahr 2009 schon 25 Milliarden und seit 2015, 56-64 Milliarden Dollar. Ein testfähiger Impfstoff gegen Corona wird im April dieses Jahres erwartet und vermutlich in China hergestellt, die durch den SARS Ausbruch, schon ein damals anvisiertes Serum in der Schublade haben.

© Marion Decker

Hanau bei Frankfurt am Main

In der letzten Nacht fielen in Hanau Schüsse, durch die neun Menschen getötet wurden. Der Täter war ein 43-jähriger Mann. Er erschoss sich nach der Tat selbst und nahm seine Mutter mit. Über die Hintergründe ist noch wenig bekannt, außer, dass der Täter einen Bekennerbrief und Videos mit Verschwörungstheorien hinterließ. Die Bundesstaatsanwaltschaft ermittelt. Die Opfer des Anschlags kamen aus anderen Herkunftsländern und waren in unserem Land sesshaft geworden. Der Täter schoss auf Menschen, die sich in Shisha Bars aufhielten. Die Tatorte wurden weiträumig abgesperrt, damit die Polizei ermitteln kann. An den Absperrbändern stehen Menschen, die weinen, Frauen die wehklagen, es herrscht ratlose Unverständlichkeit, Trauer, Wut und Angst. Die Menschen, die an den Absperrbändern verharren, sind die Angehörigen der Opfer, sie kamen zusammengelaufen, nachdem sie die Martinshörner hörten und die Blaulichter sahen. Sie machten sich Sorgen um ihre Familienmitglieder, zu Recht.

Erst am Montagabend lief Pegida, in Dresden zu ihrem 200. „Abendspaziergang“ gegen den Islam auf. Diesmal lud Pegida Gründer Lutz Bachmann, Björn Höcke als Hauptredner ein, der als Publikums Magnet doppelt so viele Zuhörer anzieht, als die Pegida selbst. Höcke wird in Sachsen als vermeintlicher Erlöser gefeiert, als zukünftiger Kanzler der Herzen. Pegida Initiator Bachmann, mehrfach verurteilt wegen Drogenhandel, Einbruch, Körperverletzung und Volksverhetzung, ernennt sich selbst gern zum aufrechten Kämpfer für den kleinen Mann. Die Gegendemonstration war genauso mengen-stark und zeigt uns, was die Thüringer Landtagswahl uns ebenso zeigte, wie gespalten wir sind.

Nach dem Mord an Walter Lübcke, dem Amoklauf in Halle, den Morddrohungen gegen Dr. Karamba Diaby, nun Hanau. Zurzeit häufen sich die Meldungen darüber, dass Kommunalpolitiker und ihre Familien bedroht werden. Ich weiß, dass unser Staat Handlungsfähigkeit zeigen kann, wenn er ein Problem erkannt hat, weil ich eine Razzia miterlebte, bei der in den 80er-Jahren RAF Mitglieder gesucht wurden. Warum möchte unser Staat, das heutige Problem nicht erkennen? Warum müssen wir uns bedrohen lassen, bis die Angst uns alle erfasst hat und uns ohnmächtig fühlen lässt?

An die Angehörigen der Opfer in Hanau:

Ich möchte euch so vieles sagen, ihr, die ihr zu uns gekommen seid, weil ihr Sicherheit suchtet, aber der Klos in meinem Hals macht mir das Sprechen unmöglich. Ich möchte mich bei euch entschuldigen, dass so etwas bei uns passieren kann, aber ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Ich möchte euch helfen, euch zu schützen, aber ich weiß nicht wie. Ich schäme mich für die, die mit ihrer Hetze, psychisch Kranke, zu solchen irregeleiteten Reaktionen anstiften, ich schäme mich für die Brandstifter. Ich schäme mich für unseren Staat, der euch eingeladen hat und die Zeichen der Zeit unterschätzt, sich nicht in der Lage zeigt, diesen Fremdenhass zu bremsen. Das Alles, tut mir so unendlich leid.

© Marion Decker

Besonnenheit

Ich sitze noch ein paar Minuten auf der Terrasse, bevor ich mich schlafen lege, über mir eine sternklare Vollmondnacht. Ich lasse die Eindrücke der letzten Tage auf mich wirken und weiß noch nicht, dass übermorgen, das Sturmtief Sabine über Deutschland hinwegfegen wird. Sabine wird gewaltigen Wind bringen, der die Bäume ebenso schütteln und verbiegen wird, wie uns. Sabine wird Unmengen Wasser über uns niederprasseln lassen und auch Hagel.

Heute, da Sabine tobt, fühlt es sich ganz ähnlich an, wie der Sturm der nach der Landtagswahl in Thüringen, über uns hereinbrach, dessen Ergebnis viele von uns erschütterte. Das Wahlergebnis ließ uns spüren, wie fragil unsere Demokratie ist. Seit der Wahl vor fünf Tagen, werden täglich neue Entscheidungen getroffen und Konsequenzen gezogen, um den Schaden, das verlorene Ansehen, zu minimieren. Politiker wurden sich ihrer Verantwortung bewusst und traten zurück, oder wurden zurückgetreten. Die Presse überschlägt sich, mit ihrer täglich mehrfachen Berichterstattung, im Kampf um Quote und wir?

Wir zerfleischen uns gegenseitig. Wir lassen uns auf schier endlose Diskussionen mit unseren Mitmenschen ein. Mitmenschen, die wir noch gestern vielleicht, für eine ihrer Äußerungen sympathisch gefunden hätten. Heute jedoch, haben sie sich zu eigen gemacht, eine Meinung zu vertreten, die unserer nicht entspricht. Wir wissen das, weil wir angefangen haben, alles im Netz zu lesen und die anderen zu beobachten. Wir sind hellhörig geworden, dünnhäutig und wütend. In Diskussionen verlieren wir uns darüber, wie links die Linke wirklich ist und befürchten, dass ihr einziges Ziel sein kann, uns still und heimlich die SED wieder unterzujubeln. Diese Idee resultiert daraus, dass die AFD uns, gerissen wie sie ist, ins dunkle Tal des Faschismus führen wird. Auch wenn ich die zweite Variante für wahrscheinlich halte, tut das jetzt nichts zur Sache. Wir polarisieren und interpretieren, unsere Antennen laufen auf Hochtouren. Die derzeitigen Regeln im Umgang miteinander, in den sozialen Netzwerken sind klar. Wenn du nicht links bist, musst du rechts sein und umgekehrt. Bist du nicht meiner Meinung, bist du mein Feind und ich stelle dich bloß, du kannst nur verlieren. Es kann doch vorstellbar sein, dass Jemand einige Standpunkte, der Partei der Linken gut findet, ohne dass er sich nach einem kommunistischen System sehnt. Die Große Koalition macht es uns vor, entweder, die eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus, oder man versucht sich gegenseitig tot zu diskutieren und der Wortgewandtere, geht erst mal als Sieger hervor. In der Politik geht es um politische Interessen. Es geht um Macht, Entscheidungsmehrheiten, darum, gewonnene Ressentiments zu schützen und um Wählerstimmen. Warum machen wir da mit und sind gespaltener denn je? Die einzige Partei, die von unserer Zerrissenheit profitiert, ist die AFD, der wir auf diese Art Wähler in die Hände spielen.

Ich sitze vor meinem Rechner, die Ellenbogen auf den Schreibtisch, den Kopf in meine Hände gestützt und sehe uns dabei zu, wie wir schnauben, uns echauffieren. Wir nehmen uns nicht die Zeit, das Gelesene, sich setzen zu lassen, sondern schießen sofort. Ich sehe uns dabei zu, wie wir uns vom Wesentlichen ablenken lassen und streitend miteinander beschäftigen. Wie wir uns gegenseitig bevormunden, belehren und in andere hineininterpretieren, statt zuzuhören. Das zu sehen macht mich traurig und es beunruhigt mich. Ich wünsche mir ein größeres Miteinander, mehr Deeskalation, ein besseres Gespür, Vernunft, Nachsicht und Fairness für uns alle.

© Marion Decker

Dunkeldeutschland

Die desaströse Landtagswahl in Thüringen ist keine 24 Stunden her und ich befinde mich auf der Sinnsuche. Seit gestern frage ich mich, wie das passieren konnte und ich fand Antworten. Der rechtsnationale Vertreter der AFD, Björn Höcke, hat mit einem taktischen Manöver, den Bock zum Gärtner gemacht.

Im thüringischen Landtag befanden sich insgesamt 91 Mandate, meint 91 stimmberechtigte Landtagsabgeordnete. Dabei bildete die Linke, mit 29 Mandaten, die Mehrheit, gefolgt von der zweitstärksten Mehrheit, der AFD, mit 22 Mandaten, dicht dahinter, die CDU mit 21 Mandaten und weiter hinten, die SPD mit 8, Grüne mit 5 und FDP mit 5 stimmberechtigten Politikern. In den Landtag gewählt wurden sie alle von den stimmberechtigten Wählerinnen und Wählern in Thüringen.

Die gestrige Landtagswahl diente der neuen Regierungsfindung, durch die von Thüringen gewählten Abgeordneten und erforderte drei Wahlgänge. Im dritten Wahlgang waren folgende Kandidaten aufgestellt, Ramelow für die Linke, ein AFD naher, jedoch parteiloser Christoph Kindervater, für die AFD und Thomas Kemmerich, für die FDP. Das Ergebnis, dieses dritten Wahlgangs erschütterte ganz Deutschland. Ramelow, wurde mit einer Stimme weniger, durch Kemmerich geschlagen, der 45 Stimmen erhielt, während Christoph Kindermuth, von der AFD aufgestellt, keine einzige Stimme bekam. Die AFD hatte sich im Vorfeld dazu entschlossen, einheitlich Kemmerich zu wählen, was einige Abgeordnete der CDU, nicht durchschauten. Die CDU Abgeordneten, mit dem mangelnden Durchblick, gaben ihre Stimme ebenfalls Kemmerich, weil sie, der Partei „da ganz Linksaußen“, also Ramelow, ihre Stimme nicht geben wollten. Kemmerich nahm sein Amt, als Ministerpräsident an und hat nun den Auftrag ganz allein, die Regierung zu bilden, so sieht es die thüringische Verfassung vor. Durch diesen Schachzug setzt Höcke seiner Partei, die Krone der vertrauenswürdigeren bürgerlichen Mitte auf und macht sich zum Wolf im Schafspelz. Kemmerich betont, dass es für ihn keine Zusammenarbeit mit der AFD geben wird und dass es keinen Ministerposten für eine Partei geben werde, die, das scheint er kurzfristig vergessen zu haben, ihn mehrheitlich gewählt hat. Im gleichen Atemzug lässt er uns wissen, dass er regieren möchte, um die Spaltung im Land zu überwinden und, dass er hofft, dass die demokratischen Parteien aufeinander zugehen würden. Was immer er damit meinen mag.

Nun liegt das Kind im Brunnen und wir nähern uns einer Wirklichkeit, von der wir immer wieder ahnten. Mit dieser Art und Weise, wie wir gestern vorgeführt wurden, hatte allerdings kaum jemand gerechnet. Viele von uns wissen, um die Gefahr von rechts, die sich ausbreitet wie eine Geschlechtskrankheit und offenbar ebenso ansteckend ist. Björn Höcke ist eine, nun wirklich nicht mehr zu unterschätzende Gefahr. Er weiß genau was er macht und wie er mit Manipulation seine Ziele erreicht. Mir reicht es nicht, dass er vom Verfassungsschutz überwacht wird. Es ist gut, richtig und wichtig, dass wir uns alle, nach diesem gestrigen Verrat an uns, ereifern und lauthals beschweren, dass wir auf die Straße gehen und unseren Ärger zeigen. Jedoch glaube ich, dass wir nicht umhinkommen, unsere Nachbarn in Thüringen, Sachsen und Brandenburg, die ihre Volksvertreter in die Landtage gewählt haben, ernst zu nehmen. Wir dürfen deren Probleme nicht weiter bagatellisieren und Schönreden. Die AFD wuchs auf einem Nährboden von Unzufriedenheit, aus dem Gefühl des, vom Westen Deutschlands, abgehängt worden zu sein und wächst dadurch. Es ist eine Quitt pro quo Situation. Je größer die Unzufriedenheit, desto größer die AFD. Nach dem Mauerfall, wurden auf politischer Ebene viele Versprechungen gemacht, die man nicht hielt. Die folgenden Enteignungen, durch die Treuhand taten ihr Übriges. Firmen gingen in die Pleite, weil sie durch höhere Energiekosten, als im Westen, an Wettbewerbsfähigkeit verloren, darauf folgte für viele die Arbeitslosigkeit. Unsere Nachbarn gingen nicht freiwillig in den privaten Ruin, sie wurden gegangen und im Stich gelassen. Es wird allerhöchste Zeit für unsere selbst ernannten bürgerlichen Parteien, ihr Augenmerk, auch auf den Teil unseres Landes zu werfen, dem sie moralisch verpflichtet sind und dem gegenüber sie sich so oft aus der Verantwortung gezogen haben. Die AFD ist für mich seit gestern offensichtlich, ein Problem viel größerer Tragweite, als viele angenommen haben.

Wenn ich an Deutschland denke in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht. Ich kann nicht mehr die Augen schließen und meine heißen Tränen fließen.

Heinrich Heine 1797-1856

© Marion Decker

Die Hassprediger

Die Wütenden unter uns, sind die, die am meisten auffallen. Menschen, die Gift und Galle spucken. Die Themen, derer sie sich bedienen sind vielfältig, ob Politik, Asylsuchende, Greta Thunberg, ein Gedenktag, oder Du und ich. Es sind die, die Hackfresse in die Kamera grölen und ebenso die, die daneben stehen und Beifall klatschen. Das verbindende Motiv, ist das Unvermögen, sich weiter zu entwickeln. Ich bin mittlerweile zu der Überzeugung gelangt, dass die wutauslösenden Themen dabei kaum relevant sind. Die Themen dienen oft nur als Kathalysator, als Mittel zum Zweck, um der Wut Luft zu verschaffen. Wenn der Wütende genug Sympathisanten findet, die ihn mit ihrem Applaus oder ihrer Beachtung positiv verstärken, wird die Wut zum Selbstläufer. Je unflätiger der Wütende andere beschimpft, desto größer wird die Schar seiner Anhänger, die zu glauben scheinen, der traue sich was.

Was steckt hinter der Wut? Der Wütende ist unzufrieden, in erster Linie mit sich selbst, aber das weiß er nicht. Er vergleicht sich mit anderen, die alle mehr in ihrem Leben erreicht haben und augenscheinlich deutlicher wahrgenommen werden. Unser Unterbewusstsein hat uns ein paar Mechanismen an die Hand gegeben, die dafür Sorge tragen, dass wir nicht gleich alle unsere Mängel erkennen, weil diese Erkenntnisse uns in eine tiefe Krise stürzen können. Der Wütende, trägt das nicht Wahrnehmen wollen dieser Mängel nach außen und findet dort allerlei Anlässe, die zu einer lautstarken Beschwerde tauglich scheinen. Die Unzufriedenheit sitzt so tief, dass der Selbstwert leidet. Je größer die Unzufriedenheit, umso größer die Wut, desto lauter sein Gezeter … ihr könnt mir folgen? Wenn der Wütende nun die Tendenz hat, sich nach außen darzustellen, kann er in Sozialen Netzwerken eine gute Bühne für seine Selbstdarstellung finden. Wenn er jetzt in diesen Netzwerken lange und laut genug kreischt, wird er zwangsläufig Anhänger finden, denn es gibt viele Wütende. In dem Augenblick, in dem sie ihm die nötige Beachtung schenken und sogar Beifall klatschen, nimmt sein Selbstwert wieder Fahrt auf. Er wird in seinem Handeln positiv verstärkt und wird diese gute Erfahrung dazu zu nutzen wissen, weiter zu schimpfen. Da Wut auch der Motor für Suchterkrankungen ist und der Applaus sein Belohnungszentrum anregt, wird er irgendwann nicht mehr damit aufhören können. Um noch mehr Applaus zu erzielen, der sich so gut anfühlt, wird er sich reinsteigern müssen, bis er sich so sehr in seinen Hasstiraden verliert, dass er seine Wut rauskotzen muss. Er wird immer mehr Gegner finden, die er diffamieren kann. Es kann sein, dass der Wütende große, tief sitzende Ängste hat, von denen er natürlich nichts weiß, weil sie sich einfach nur als Bluthochdruck verschleiert bemerkbar machen. Vielleicht hat der Wütende einmal eine Frau sehr gemocht, die ihn enttäuschte, weil sie ihn verließ und er erlebte einen großen Verlust. Dadurch kann er ein ziemlich dunkles Frauenbild gewonnen haben, das er dazu nutzen wird, sich übelst vulgär, in Fäkaliensprache über Frauen auzuslassen. Diverse eigene Gewaltfantasien, die sich mit Hilfe einschlägiger Pornofilme bereichern lassen, werden sein Vokabular, in diesem Sinne erweitern.

Der Wütende hat verschiedene Verhaltensweisen nicht gelernt, die sich in erster Linie auf die emotionale Ebene beziehen. Es mangelt ihm an der Toleranz, seine Frustrationen auszuhalten. Wenn er sich enttäuscht fühlt, bleibt ihm die Luft weg und aus der irrationalen Angst heraus zu ersticken, beginnt er zu schreien. Er hat nicht gelernt seine Bedürfnisse wahrzunehmen und daher fehlt ihm auch die Fähigkeit, diese sachlich und gelassen zu kommunizieren. Durch den bewussten, oder unbewussten Vergleich mit anderen, fühlt er sich minderwertig. Er lernte nicht, seine Gefühle zu kontrollieren und unterliegt einer Affektlabilität, die ihn wie ein Schiff auf hoher rauer See, ordentlich durchschüttelt und straucheln lässt.

Der Wütende neigt dazu, nicht nur seinen Kontrahentinnen, die sich von ihm angesprochen fühlen, das Leben zu beschweren, sondern auch sich selbst. Er schreit uns an, damit wir ihn wahrnehmen. Und obwohl er nicht weiß, wie sich liebevolle Wertschätzung und Anerkennung anfühlen, weil er das nie erlebt hat, verzehrt er sich danach. Wenn er jedoch nichts anderes bekommen kann, reicht ihm die positive oder negative Aufmerksamkeit, die er erhält.

Facebook eignet sich auch deswegen so hervorragend für all die Wütenden, weil sie den Algorithmus unwissentlich für sich zu nutzen wissen. Ein bekannter Wütender erzielte neulich, mit sexistischen, fremdenfeindlichen, geschichtsleugnenden Hasstiraden 200 Emoji Reaktionen in kurzer Zeit, außerdem wurde sein, in Kürze hingerotztes Posting, mehrfach geteilt und natürlich kommentiert. Mit dieser Reaktionsfreudigkeit erreicht man bei Facebook die nötige Relevanz, damit das selbe Posting immer wieder im Newsfeed erscheint. Mit dieser Tatsache wird es selbsterklärend, warum Facebook den Meldungen verärgerter Mitmenschen, das Posting zu löschen, nicht nachkommt. Es ist interessant für Facebook, weil es Menschen zu Reaktionen bewegt. Und so bekommen die Schreihälse, genau die Aufmerksamkeit, die sie unaufhaltsam weiter machen lässt.

Marion Decker

Das Ende der Naturheilkunde

Oder das Bashing der Heilpraktiker.

Ich kenne keine Berufsgruppe, die mit solcher Wucht, immer wieder angegriffen wird, wie Heilpraktiker. Der Gesetzgeber hat diesen Beruf, in den letzten Jahren stets aufs Neue reglementiert. Zuerst wurde Heilpraktikern, die Anwendung der Neuraltherapie, wie sie früher ausgeübt wurde, untersagt. Nun darf er mit seinen Kanülen nicht mehr in die tieferen Hautschichten vordringen, sondern wurde in seiner Tätigkeit auf die Subcuta, die äußere Hautschicht begrenzt. Im letzten Jahr untersagte man die Ausübung der Eigenbluttherapie, die bei autoimmunen Erkrankungen und Allergien Anwendung fand. Jetzt möchte man Heilpraktiker ganz abschaffen.

Der bedauerliche Vorfall in Brüggen- Bracht, nahe der holländischen Grenze, in 2016, führte zu einer neuen Diskussion, die das Berufsbild des Heilpraktikers diskreditiert. Bei dem Vorfall behandelte ein Heilpraktiker, einige an Krebs erkrankte Menschen, mit 3 Promopyruvat, einer Substanz, die erfolgreich an Tieren getestet wurde, deren Wirksamkeit jedoch noch nicht hinreichend gesichert war, weshalb das Medikament noch nicht zugelassen wurde. Drei seiner Patienten verstarben, während seiner Behandlung. Ich mag am Rande zu bedenken geben, dass die Patienten schulmedizinisch austherapiert waren. Sie hatten Operationen und die empfohlenen Chemotherapien hinter sich gebracht und blieben doch unheilbar krank. Seit 2016 stehen nun deutschlandweit 46.000 weitere, mehr oder weniger praktizierende Heilpraktiker unter Beschuss.

Das „Münsteraner Memorandum ist ein Gremium, bestehend aus 20 Experten wie, unter anderem, einer Ethikmedizinerin, einem Medizinrechtler, einem Gesundheitsforscher, einem Psychologen und einem Journalisten. Sie sorgen sich um die Patientensicherheit und fordern eine einheitliche Hochschulausbildung. Im Grunde kann ich eine solche Ausbildung nur begrüßen, allerdings sprechen sich die Mitglieder des Gremiums klar dafür aus, dass die Ausbildung des Heilpraktikers zukünftig, wissenschaftsorientiert sein werde und die Kompetenzen, nur auf Teilbereiche der Medizin begrenzt würden, oder der Beruf ganz abgeschafft werden sollte. Das heißt, der geforderte neue Ausbildungsstandart bringt alles andere als Heilpraktiker hervor und oder der Beruf des Heilpraktikers wird verboten. Sie machen deutlich, dass AlternativMEDIZIN überhaupt ihren Platz, in der wissenschaftsorientierten Versorgung haben sollte. Ich erinnere mich daran, dass mein früherer Hausarzt, Akupunktur und Homöopathie mit anbot. Und weil ich weiß, dass jede dieser Disziplinen für sich, ein sehr umfangreiches Wissen erfordert, muss ich mich fragen, wann, wo und in welchem Zeitraum, er sich dieses Wissen angeeignet haben kann.

Zwar würden Patienten ihre Heilpraktiker, aufgrund ausführlicher Gespräche, sowie ihrer Zuwendung oft lieben, während dies in der ärztlichen Behandlung auch aufgrund der Ökonomisierung immer mehr verloren gehe. Doch ein Gebäude, das antiwissenschaftlich agitiert und eine Parallelwelt in der Medizin darstellt, sei ein zu hoher Preis für derartige Wohlfühleffekte.

Medizinethikerin Bettina Schöne-Seifert Vorsitzende des Münsteraner Memorandums

Wow liebe Patienten, euer Arzt hat keine Zeit für euch, auch weil er wirtschaftlich denken und arbeiten muss. Euer Heilpraktiker mag zwar Zeit für euch haben, hat aber als „Antichrist“, sein Recht verwirkt, dass ihr euch bei ihm gut aufgehoben fühlen dürft.

Weiter heißt es im Memorandum: „Ein, der Patientenversorgung verpflichtetes Gesunheitssystem, müsse von unbelegten und überzogenen Heilsversprechen gänzlich frei gehalten werden. Es klingt nicht nur wie ein Vorwurf, es ist auch einer. Der Gesetzgeber verbot Heilpraktikern jedoch schon längst, Heilung zu versprechen und ich erinnere mich daran, wie wir Heilpraktiker uns daraufhin engagierten, unsere Homepages gesetzeskonform zu gestalten. Ebenso verboten ist es uns, öffentlich Gesundheitstipps zu geben, oder Mittelchen zu empfehlen, wie es einige Ernährungsberater gerne machen. Ein Ärgernis, das uns die Wettbewerbsfähigkeit nimmt.

Die Tatsache, dass wir zur Prüfungszulassung „Nur“ einen Hauptschulabschluss brauchen, wird von unseren Gegnern immer gerne dazu genutzt, um uns ein bisschen dumm dastehen zu lassen. Die weiteren Prüfungszulassungsvoraussetzungen sind, ein Mindestalter von 25 Jahren, ein polizeiliches Führungszeugnis, eine Unbedenklichbescheinigung vom Finanzamt und ein Gesundheitszeugnis, was zumindest zeigt, dass wir uns straffrei durchs Leben geschlagen haben und unsere Steuern bezahlten.

Die Ausbildung ist, ganz im Gegensatz dazu, wie stets gerne dargestellt wird, schwierig. Natürlich ist sie kein Arztstudium, denn wir sind ja keine Ärzte. Dennoch ist die Ausbildung keinesfalls mit dem Erwerb eines Führerscheins zu vergleichen. Ich kann das beurteilen, weil ich auch Auto fahren kann. Ich habe 2,5 Jahre nur gelernt und gejobbt. Mit meinen Jobs finanzierte ich meinen Lebensunterhalt, mit einem Teil des Erbes, das mir mein Opa hinterließ, bezahlte ich die Schulgebühren. Ich hätte die 12.000€ schlechter anlegen können, als in einen Beruf zu investieren, in dem ich eine riesige Verantwortung trage, den ich dennoch gerne mache und in dem ich mich unabhängig fühlen darf.

Marion Decker

One apple a day keeps the doctor away

Ich versuche mich nicht in Rage zu schreiben, bin aber unsicher, ob ich dieses Versprechen halten kann. Mit der Ernennung Jens Spahns zum Gesundheitsminister, nimmt unser Gesundheitssystem groteske Strukturen an.

Im März 2020 tritt eine Gesetzesänderung in Kraft, die Masernimpfpflicht. Wer bis März diesen Jahres keinen Nachweis erbringt, dass sein Kind gegen Masern geimpft ist, bekommt keinen Kita Platz. Ebenfalls dieser Impfpflicht, unterliegen Kindergärtnerinnen, Krankenhauspersonal und Angehörige betreuender Berufsgruppen, die in Betreuungseinrichtungen arbeiten, wie Flüchtlingsunterkünfte und Altenheime, die nach 1970 geboren wurden. Angeführt wurde die Diskussion über eine Impfpflicht, durch Argumente über Impfmüdigkeit und eine dramatische Zunahme der Masernfälle bei Kindern. Tatsächlich ist die Zahl, der an Masern erkrankten Kinder, seit 10 Jahren konstant niedrig und 97% der Eltern ließen ihre Kinder sowieso freiwillig gegen Masern impfen. Eine Impfpflicht war also unnötig. Seit den 70er Jahren wurden 5000 Millionen Impfdosen, in 60 verschiedenen Ländern vergeben. Was viele nicht wissen ist, dass es gar keinen Einzelimpfstoff gegen Masern mehr gibt. Wer sein Kind seit mittlerweile 2 Jahren gegen Masern impfen lässt, impft ebenfalls gegen Mumps und Röteln und seit diesem Jahr auch gegen Windpocken. Ebenfalls bei Tetanus, das neuerdings mit Diphterie kombiniert und allzugerne aufgefrischt wird. Und ich frage mich, warum sollte ein Mensch mit einer Wunde sich einen Wundstarrkrampf holen, den er sich eigentlich nur in einem Pferdestall einfangen kann und wie sollte dieser Mensch nun zusätzlich noch an Diphterie erkranken? Das wissen nur die Götter, wie Jens Spahn und die Hersteller von Impfseren. Das Gesundheitsministerium jubelt uns frech etwas unter. Was mich daran unter anderem aufregt, ist, dass verschwiegen und heruntergespielt wird, dass durch Einfachimpfungen Probleme entstehen können, die sich durch Mehrfachimpfungen potenziell verstärken. Die Konservierungsstoffe sind problematische chemische Verbindungen. Thiomersal ist eine Quecksilberverbindung, die sich über Jahrzehnte in Impfstoffen tummelte und entscheidend ungünstigen Einfluss auf unser Immunsystem nimmt. Formaldehyd ist ein Konservierungsmittel, das erwiesenermaßen Krebs verursacht. Aluminiumverbindungen in den Impfstoffen Diphterie/Tetanus und Hepatitis A und B stehen im Verdacht MMF, eine entzündliche Muskelschädigung auszulösen, wie das Golfkriegssyndrom genannt wird, unter dem viele amerikanische Soldaten leiden. Sie erhielten vor ihrem Einsatz, in kurzer Zeit eine Vielzahl an Impfungen. https://www.impf-info.de/die-impfungen/inhaltsstoffe.html

Die Zunahme an Autoimmunerkrankungen, in den letzten Jahren ist besorgniserregend. In Deutschland leiden zur Zeit 10-15 Millionen Menschen an Autoimmunerkrankungen, Tendenz steigend. Ich bin durchgeimpft und habe eine entzündliche Schilddrüsenerkrankung. Meine Freundin ist durchgeimpft und leidet an Multipler Sklerose, ihr Partner, durchgeimpft hat Rheuma. Mit Sicherheit problematisch werden Impfungen, wenn man in einen Infekt hineinimpft. Unser Hund Merlin wurde mit 3 Monaten zum zweiten Mal geimpft, wie wir das bei allen Hunden gemacht haben. 4 Wochen später bekam er eine nicht bakterielle Hirnhautentzündung. Er wurde 8 lange Monate Cortisonpflichtig und bekam bei jeder Reduktion Rückfälle. Heute ist er 2 Jahre jung, frei von Cortison, hat eine Bauchspeicheldrüseninsuffizienz und fängt sich jeden Infekt ein. Ich bin in der Zeit seiner Erkrankung um 10 Jahre gealtert. Er konnte uns leider nicht sagen, dass er eine Analdrüsenentzündung hatte, als er geimpft wurde. Ich will euch nicht sagen was ihr machen sollt, oder euch zu irgendwas bewegen. Ich möchte mich auch nicht auf unsägliche Diskussionen, mit den 97% Impfbefürwortern einlassen. Ich möchte euch die nötigen Informationen geben, damit ihr euch selbst ein umfassenderes Bild machen könnt.

Ich wünsche Euch eine gute, erhellende Zeit, bei bester Gesundheit.

Marion Decker

Ein neues Jahr fand seinen Anfang

Das neue Jahr ist gerade 7 Tage alt und die Vielzahl der Ereignisse erschrecken mich und lassen für die kommenden 358 Tage wenig Gutes erahnen.

Mein erstes einschneidende Erlebnis bescherte mir der Chorleiter eines Kinderchors beim WDR. Ich sah bestürzt dabei zu, wie 6-11-jährige Kinder voller Inbrunst darüber sangen, dass sie ihre Oma für ’ne alte Umweltsau halten. Ich erinnerte mich sofort an meine eigene Oma, der ich einen solchen Vorwurf nie gemacht hätte. Meiner Oma war es wichtig mir die richtigen Werte zu vermitteln, Respekt, Mitgefühl und Dankbarkeit. Bei genauerer Betrachtung, ein paar Zahlen zusammenzählend, bemerkte ich, dass die Kinder meine Oma gar nicht meinen, sondern eher mich, denn ich könnte meinem Alter entsprechend tatsächlich ihre Oma sein. Ich habe das Bedürfnis diesen Vorwurf zurückzuweisen, weil ich keine Umweltsau bin. Mir ist bewusst, dass es einige Umweltsäue gibt, wie die unzähligen Autoreifen im Warndtwald zeigen, oder der Müll, der stets vor unserer Haustüre, aus dem fahrenden Auto geworfen wird, aber ich bin mir sehr sicher, dass da keine Oma dabei ist. Der Intendant rechtfertigte sich auf Druck der Öffentlichkeit damit, dass Satire wehtun muss. Weil ich mich in der Literatur ein wenig auskenne, weiß ich, dass es gute Satiren gibt, die mit Witz, Ironie und Spott Kritik üben, an Menschen oder Zuständen, die sich auf den ersten Blick nicht ändern lassen, gerade in der Politik, aber bei Omas?

Als das Krefelder Affenhaus brannte, war ich so getroffen, wie viele meiner Mitmenschen. 30 Tiere verbrannten elendig und qualvoll. Als bekennende Schuldige meldete sich eine Mutter, mit ihren beiden erwachsenen Töchtern. Sie hatten an Silvester, fünf von den seit 2009 in Deutschland verbotenen Himmelslaternen gezündet. Sie befestigten Zettel, mit ihren Wünschen für das kommende Jahr und ließen die Dinger in den Himmel aufsteigen. Diese Geschichte ist an Tragik kaum zu überbieten. Drei Frauen senden ihre Wünsche für ein besseres Jahr in den Äther und schicken damit ein komplettes Affenhaus in den Himmel. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie die drei Frauen sich fühlen müssen. Der Schaden ist nicht zu beheben und nie wieder gutzumachen wie schrecklich.

In Südtirol fuhr ein junger Einheimischer mit seinem Sportwagen, mit fast 2 Promille in eine Reisegruppe und tötete vier Frauen und drei Männer zwischen 19 und 22 Jahren. Ihn erwarten 8-12 Jahre Haft und auch diese Tragödie ist nicht wieder gutzumachen.

In Baiersbronn brannte der historische Trakt der Traube Tonbach. Die drei Sterne Schwarzwaldstube und das 1 Sterne Restaurant Köhlerstube wurden zerstört. Diese kulinarische Institution, die so viele weitere Sterneköche hervorgebracht hat, wird es in dieser Form nicht mehr geben.

Das australische Desaster hat mich sprachlos gemacht. Seit Oktober brennt ein Gebiet, das bis heute 6 Millionen Hektar Land forderte (so groß wie Bayern), eine halbe Milliarde Tiere und 18 Menschen fielen den Bränden zum Opfer. Die vielen Bilder von halb verbrannten Kängurus und Pandabären verfolgen mich in Tagträumen. Die Feuerwehrleute vor Ort sagten, dass einfach überall verbrannte Vögel vom Himmel fielen. Sie können nur noch untätig zuschauen, weil sie körperlich am Ende sind und nichts gegen die Flammen ausrichten können. Der eigentliche Höhepunkt des Feuers steht noch bevor und wird Mitte Januar – Februar erwartet. Die unterstützenden Ursachen dieser Apokalypse scheinen vielfältig zu sein. Zum einen seien die Eingeborenen (Aborigines) mit den Bränden anders umgegangen. So sagte der australische Leiter eines Feuermuseums: „Der Umgang der weißen mit dem australischen Feuer, ist eine lange Geschichte der Arroganz!“ Es habe sich durch die jahrzehntelange Feuerbekämpfung erst Unmengen an Totholz und Laub angesammelt, das die Brände heute so groß und unkontrollierbar werden lässt. Australien sei Spitzenreiter bei der Abholzung in Down Under. Diese kahlen Flächen sorgen dafür, dass die Waldränder durch die heißen Winde schneller austrocknen. Der Klimawandel begünstigt, dass sich Australien um 1 °C erwärmt hat und die Niederschläge werden immer seltener. Australien hat pro Kopf, die höchsten Kohlendioxidemissionswerte und ist weltweit der größte Kohleexporteur. Obwohl im Outback riesige Flächen für Solarenergie, auf ausgedienten Viehweiden entstanden, soll in Queensland eine der größten neuen Kohleminen des Planeten entstehen. Das australische Staatsoberhaupt, weilt während der nationalen Krise auf den Hawaii-Inseln und ist sich sicher, dass Geld die Welt regiert.

Bei einem gezielten US-Drohnenangriff wurde der iranische Spitzengeneral Qasem Soleimani getötet. Der amerikanische Präsident Donald Trump drohte dem Iran auf Twitter, die USA würde 52 iranische Ziele angreifen, falls der Iran sich für die Tötung des Generals rächen würde. Aus meiner Sicht gleicht das einer Kriegserklärung. Der iranische Präsident Hassan Ruhani twittert zurück: „Bedrohen Sie niemals die iranische Nation!“ Mir bleibt die Spucke weg. Trump bedroht den Mittleren Osten via Twitter mit einer Leichtigkeit, mit der viele andere sich per WC von ihrem Durchfall erleichtern. Dieser Mensch ist eine Bürde und weltweite Bedrohung. Seine Mischung aus Dummheit, Ignoranz und Impulsivität ist legendär.

Ihr seht mich bestürzt auf die erste Woche des neuen Jahres zurückblicken. Meine Gefühle sind immer noch bei den Tieren, Menschen und Hinterbliebenen. Ich fühle mich machtlos und frage mich, wie es noch schlimmer werden könnte. Es kommt mir vor, als säße ich ununterbrochen vor der Tagesschau, die eine Nachricht noch nicht verarbeitet, da folgt schon die Nächste und das in einer Endlosschleife.

© Marion Decker

Wer schützt unsere Kinder?

Ich widme mich heute einem zutiefst traurigen und schrecklichen Thema, das mir aus persönlichen Gründen sehr am Herzen liegt. Es geht um die unglaublich hohe Zahl der aufploppenden Fälle von Kindesmissbrauch.

November 2019

Am Homburger Uniklinikum, soll ein Assistenzarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie, zwischen 2010 und 2014, hunderte Kinder, bei unnötigen Untersuchungen im Genital- und Analbereich, sexuell missbraucht und vergewaltigt haben. Die Klinikleitung kündigte ihm 2014 und stellte Strafanzeige, trotzdem konnte dieser Arzt sich mit gutem Arbeitszeugnis, in einer Kaiserslauterer Fachklinik bewerben, um seinen Facharzt zu machen. Als er 2016, im Beisein eines 11-jährigen, der laut Patientenakte als Außengast geführt wurde, eines natürlichen Todes starb, wurde das 2014 gegen ihn gestellte Strafverfahren eingestellt. Die Staatsanwaltschaft, die das Verfahren einleitete und die Klinik, unterließen es, die Eltern der betroffenen Kinder zu informieren. Durch einen Zufall erfuhr ein Elternpaar, dass die Polizei ihren Sohn als Missbrauchsopfer führte. Dieses Elternpaar informierte andere Eltern und dadurch wurde das Horrorszenario überhaupt bekannt. Mittlerweile rückte die Klinik 32 Patientenakten von Kindern und Jugendlichen, zwischen 1 Jahr und 14 Jahren raus und man kann davon ausgehen, dass es nicht alle sind.

In der HNO Abteilung des Homburger Uniklinikums, sind mittlerweile ebenfalls 3 Missbrauchsfälle aufgetaucht, die 2012 begangen wurden, die Polizei ermittelt gegen unbekannt.

November 2019

Ein 71-jähriger Rentner aus Saarwellingen soll zwischen 2016 und 2019 Kinder missbraucht haben, die unter Behinderungen leiden. Er arbeitete als Fahrer eines Transportunternehmens und brachte die Kinder aus ihren Betreuungseinrichtungen nach Hause. Dort verging er sich an ihnen, filmte und fotografierte sich dabei.

Oktober 2019

Eine nordamerikanische Behörde insistiert, jemand habe mit seiner deutschen IP-Adresse Kinderpornografie hochgeladen. Die deutschen Behörden verfolgen die IP-Adresse und nehmen einen 42-jährigen Mann aus Bergisch Gladbach fest. Sie finden heraus, dass er seit Jahren seine Tochter missbraucht. Er tauschte sich mit weiteren pädophilen Tätern aus ganz Deutschland aus. Sie trafen sich in Chats, wo sie die Pornos ihrer Kinder miteinander austauschten. Sie unterhielten sich darüber, wie man Kinder auf den Missbrauch vorbereitet, sie belohnt oder so manipuliert, dass sie über die Taten schweigen. In einem der Chats gab es mehr als 50.000 Menschen in Adressverzeichnissen. Mittlerweile wurden 30 Beschuldigte, aus 7 Bundesländern festgenommen. Die Beamten fanden Kinderdildos, Reizwäsche und Apparaturen in den Kinderzimmern, zum Filmen der Missbrauchssituationen. Die Kinder waren zwischen 11 Monaten und 14 Jahre alt. Mancher Tatverdächtiger brachte sein Kind mit zu den Treffen mit anderen Pädophilen, damit sie sich an seinem Kind vergehen konnten. Ein Ermittlungsbeamter stellt fest, dass die Chatprotokolle Fenster öffnen, aus denen die Ermittler in einen tiefen Abgrund blicken. Ursula Endres, die Gründerin von „Zartbitter“, einer Kontakt- und Informationsstelle gegen sexuellen Missbrauch, ist zum ersten Mal optimistisch, weil die Politik wieder zuhört.

Anfang 2019

In Lügde werden 3 Männer verhaftet, die als Dauergäste in vermüllten Campingwagen auf einem Campingplatz lebten. Ihnen wird vorgeworfen, über einem Zeitraum von 10 Jahren, Kinder und Jugendliche schwer missbraucht zu haben.

Burbach 2001

Der fünfjährige Pascal verschwindet spurlos und damit überrollen sich die Ereignisse. Kurz zuvor wird er von 3 Männern brutal vergewaltigt, niemand weiß zum wievielten Mal. Er wird nach der Schule zu einer Kneipe gebracht, weil die Wirtin sich bereit erklärte auf ihn aufzupassen. Die Bahngleise sind ja direkt in der Nähe. Sie kassiert von jedem, der Pascal quälen darf 20 DM. Wenn der Junge aus der Hinterkammer der Kneipe zu laut schreit, dreht die Wirtin einfach die Musik lauter. Pascal war nicht der Einzige, dem das passierte. Die Wirtin übernahm Pflegschaften für andere Kinder. Pascal wurde nie gefunden. Einige der Ermittler, die in diesen Fall involviert waren, haben ihren Dienst quittiert und wurden arbeitsunfähig.

Offiziell werden jährlich 140.000 Fälle von Kindesmissbrauch gemeldet. Davon sind 92 % der Opfer zwischen 6 und 14 Jahre alt, 8 % zwischen 0 und 6 Jahre. Ich weiß aus meiner beruflichen Situation, dass die Dunkelziffer unermesslich hoch ist. Vor mir saßen Menschen, die ihre schrecklichen Erlebnisse kennen und im Vertrauen ansprachen und Menschen, bei denen nur ich den Eindruck gewann, dass ihnen so etwas passiert sein könnte. Es gab darunter niemanden, der gegen den/die Täter vorgegangen ist.

Ich weiß aus eigenen schmerzlichen Erfahrungen, wie es ist, sich als Erwachsene wieder an den Missbrauch zu erinnern, oder erinnert zu werden, z.B. im Verlauf einer Psychotherapie. Die Wiederauferstehung aus solch traumatischen Lebensereignissen gleicht einem Fegefeuer. Der Rückweg in ein lebenswertes oder sogar liebenswertes Leben verläuft in verschiedenen Stadien. Du erlebst alles noch einmal, allerdings mit dem Bewusstsein eines Erwachsenen. Waren die Kinder alt genug, um schon eine eigene Libido zu haben, kann es sein, dass diese heimlichen Begegnungen mit einem, meist vertrauten Erwachsenen, als angenehm oder sogar lustvoll erlebt wurden. Es kommt zu Schamgefühlen, oder der irrigen Annahme, man habe es vielleicht selbst so gewollt, oder provoziert. Dieser Erkenntnis folgt das bittere Gefühl, des Ekels vor sich selbst, das Abwerten der eigenen Person. Im weiteren Verlauf der Bewältigung kommt es zur Wut, Wut auf den Täter, aber auch auf sich selbst und auf die, die hätten helfen können. Gefühle wie Ohnmacht, das Gefühl wehrlos zu sein und das Gefühl der Wertlosigkeit stellen sich ein. Die Betroffenen werten sich ab und fühlen sich alleingelassen von Gott und der Welt. Danach kommt die Trauerphase, es entsteht eine tiefe Traurigkeit darüber, dass einem so etwas passieren konnte. Wenn die Opfer es bis hierhin geschafft haben, erwartet sie das Schwierigste am ganzen Prozess, das Verzeihen. Diese letzte Phase kann ein Leben lang dauern. Um mit sich selbst ins Reine zu kommen, frei zu werden und ein selbstbestimmtes Leben leben zu können, hilft nur der gnädige Akt des Verzeihens.

Mein Appell, an alle die Kinder und Enkelkinder haben, erzieht eure Kinder zu mutigen, mündigen Menschen. Freut euch über ein wehrhaftes Nein mehr als über ein schüchternes Ja. Sprecht mit ihnen, hört ihnen zu, schaut euch an wer eure Kinder trainiert, seht euch die Hausaufgabenbetreuung und den Musiklehrer ganz genau an. Geht bei Arztuntersuchungen mit in den Raum und bleibt an ihrer Seite. Erklärt ihnen, dass sie nichts machen müssen, das sie nicht möchten. Sagt ihnen, dass es nicht stimmt, wenn jemand behauptet: „Wenn du nicht mitmachst, werden Papa und Mama schwer krank“! Und falls doch was Schlimmes passiert ist, nehmt sie in die Arme, hört ihnen aufmerksam zu, auch wenn es noch so schmerzlich ist, weint mit ihnen. Sagt ihnen niemals, dass es nicht sein könne, nicht stimmen könne, weil ihr den Typen, der das getan haben soll, glaubt zu kennen und ihm vertraut. Lasst eure Kinder niemals allein mit diesen Dramen.

Meine Bitte an die Gesellschaft, hört auf das Thema zu tabuisieren, es passiert viel zu oft und nimmt durch die Macht der Digitalisierung immer perfidere Formen an.

Für die Betroffenen und Angehörigen ein paar Anlaufstellen:

Hilfetelefon sexueller Missbrauch 0800 2255530 (kostenfrei und anonym https://beauftragter-missbrauch.de/hilfe/hilfetelefon

Fonds sexueller Missbrauch, Verein für Opfer von sexuellem Missbrauch https://www.fonds-missbrauch.de/

Hilfeportal UBSMK https://beauftragter-missbrauch.de/hilfe/hilfeportal

© Marion Decker

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