Sexueller Missbrauch

Gestern Abend bei Maybrit Illner ging es um ein Thema, das sich derzeit des Größten medialen Interesse erfreut und das freut mich. Es ist Zeit über Kindesmissbrauch zu sprechen. Für die meisten Menschen ein Thema, bei dem sie verständlicherweise auf der Stelle kotzen müssen, für die Betroffenen, eine lebenslange Aufgabe. Am besten gefiel mir der NRW Innenminister Herbert Reul, der vollkommen konsequent die Ansicht vertrat, dass spätestens jetzt, nachdem sich die Ereignisse, in denen Kinder zu Opfern von sexuellem Missbrauch werden überschlagen, der Zeitpunkt ist hinzusehen und zu handeln. Überhaupt nicht, gefiel mir in der nachfolgenden Sendung bei Markus Lanz, die Justizministerin Christine Lambrecht, die noch kürzlich der Auffassung war, dass das derzeitige Strafmaß bei Kinderpornografie nicht verhandelbar sei und die in der Sendung darauf angesprochen, versuchte zurückzurudern und zu erklären, was nicht verständlich ist.

Der NRW Innenminister hat ein Glasauge, genau wie die Schwester von Werner damals, sie hieß Anita. Anita lebte in dem Appartement neben meiner Mutter und mir. Gegenüber von ihr lebte Werner, in seinem eigenen Appartement. Bei Anita fand ich immer Unterschlupf, wenn mir alles zu viel wurde. Sie hatte einen Schallplattenspieler und ich hatte Schallplatten mit den Erzählungen der Gebrüder Grimm, das passte. Bei Anita konnte ich abtauchen, in meine Welt der Märchen, die irgendwie auch grausam waren, aber hier war ich nicht Teil der Geschichte. Werner und meine Mutter wurden ein Paar. Wenn sie miteinander Sex hatten, war ich dabei, weil sie das nicht in seinem Appartement machten, sondern bei uns, ich war fünf Jahre alt. Ich erinnere mich noch daran, dass er den Fernseher ausschaltete und neben meinem Bett stand, dass er nackt war und sein riesiger erigierter Penis im Dunkeln leuchtete. Meine Mutter rief dann für gewöhnlich: „Mach die Augen zu und schlaf!“ CUT!

Ich stehe in der Dusche, Werner vor mir, Er stülpt sich einen Waschlappen über die Hand und wäscht mich. Er wäscht mich zwischen meinen Beinen, wäscht meine Schamlippen und fragt mich, ob mir das gefällt. Ich finde das extrem unangenehm, sage aber Ja, weil ich ihn nicht verärgern will. CUT!

Meine Mutter ist arbeiten, sie hat gestern Hühnersuppe gekocht. Werner macht sie mir warm und bringt mir den Teller an den Tisch. Er verschüttet die Suppe über meine Beine. Die Suppe ist nur lauwarm und rinnt fettig an meinen Beinen herunter. Werner macht aus der Situation einen Notfall und sucht eilig nach einem Verbandskasten. Daraus entnimmt er zwei mit Salbe durchtränkte Netze, die man offenbar bei Brandwunden einsetzt. Ich gefalle ihm in den Netzen und darf jetzt vor ihm auf- und ab spazieren, wie auf einem Catwalk. Cut!

Meine Mutter hat einen neuen Freund, er wird Kalla genannt, ich bin sechs Jahre alt. Sie hat Sauerbraten, Klöße und Rotkohl gekocht. Ich möchte ihr Fleisch nicht essen, es ist trocken und es bekommt mir nicht. Bei Oma darf ich immer essen, was ich möchte und ich liebe Klöße mit Soße, sonst nichts. Meine Mutter wird wütend, der Freund meiner Mutter wird wütend. Er springt unerwartet auf, greift nach meiner Taille und will mich ins Badezimmer schleppen. Ich habe Todesangst, schreie um mein Leben und kralle mich mit meinen kleinen Fingern am Türrahmen fest. Meine Mutter klaubt meine Finger vom Rahmen und ich lande mit dem Bauch auf Kallas Knien, der auf der Toilettenschüssel sitzt. Er reißt mir die Hose runter und prügelt hart meinen Hintern. Ich ergebe mich und wimmere nur noch. CUT!

Meine Mutter ist arbeiten. Kalla hat einen Freund eingeladen. Sie geben mir Weißwein zu trinken. Eigentlich habe ich die Aufgabe zu spülen und das Bett zu machen, aber ich mache nichts davon und erfahre erst Jahrzehnte später, während einer Psychotherapie, was mich daran gehindert hat. Als meine Mutter heimkommt laufe ich ihr weinend entgegen und entschuldige mich dafür, dass ich betrunken bin. CUT!

Ich sitze in der Straßenbahn ganz hinten, dort wo keine Menschen sind. Ich bin 11 Jahre alt und möchte mich mit Freunden im Rheinstadion treffen. Wir verschaffen uns dort immer unbefugt zutritt und spielen auf den Tribünen verstecken und fangen. Ein Mann steigt ein und setzt sich neben mich. Er fängt an mich wortlos zu befummeln. Er schiebt seine Hand in meine Jogginghose und einen Finger in meine Vagina. Es tut weh, weil er mich mit dem Fingernagel kratzt. Ich möchte schreien, aber ich schäme mich auch zu Tode. Irgendwann halte ich es nicht mehr aus, springe auf und verlasse zügig die Bahn. CUT!

Warum ich euch das erzähle? Weil es an der Zeit ist! Es ist die Zeit des Aufbruchs, des öffentlichen Interesses. Wir wissen heute, dass es täglich 43 neue Kinder gibt, denen so etwas und Schlimmeres passiert. Wir wissen von Burbach, von Münster, von Homburg, von Bergisch Gladbach, von Berlin…Die Medien sind voll von diesen Tragödien und damit ihr wisst, welche Tortur es ist missbraucht zu werden, müsst ihr euch mit den Opfern auseinandersetzen, die brauchen euch! Es geht um hilflose Kinder, um Schutzbefohlene, um kleine Menschen, die man eigentlich aufrichtig lieben und behüten sollte. Schlimm das zu lesen? Euch versaut es die Zeit, die ihr euch dem Thema widmet, vielleicht auch ein paar Stunden des Tages, uns jedoch versaut es das ganze Leben, weil wir immer wieder durch die Hölle gehen. Es ist an der Zeit hinzuschauen. Als ich mit 32 Jahren die Therapie machte, dachte ich, ganz andere Probleme zu haben. Mir war schon mit 23 Jahren bewusst, dass mir schlimme Sachen passiert sind, aber nicht so genau. Die Erinnerungen, die hochkommen, die Scham, das Gefühl es selbst Schuld zu sein, es provoziert zu haben ist unermesslich. Später, die Wut auf die Täter, der Ekel auf mich selbst, das scheiß Gefühl, wenn Bilder erinnert werden, die mich erregen, abartig. Sich selbst akzeptieren, den eigenen Wert finden, zwischen all dem Dreck ist ein lebenslanger Prozess. Ich habe heute noch große Probleme mit Nähe. Wenn mir ein Mitglied meiner Herkunftsfamilie sagt: „Ich hab‘ dich lieb.“, Leuten bei mir alle Alarmglocken. Die einzigen Menschen, denen ich das so sehr glaube, dass ich mich damit wohlfühle sind, meine beste Freundin und der Mann, den ich geheiratet habe. Ich habe mehr als ein halbes Leben gebraucht ein lebenswertes Leben zu führen, auch weil ich viele Jahre Opfer weiterer Übergriffe und Körperverletzungen war. Heute kenne ich meinen Wert als Mensch und überlege sehr genau wer oder was mir guttut. Sobald ich erkenne, dass das nicht der Fall ist, trenne ich mich, da bin ich absolut rigoros. Es war ein langer Prozess, zu lernen, dass ich mich selbst am besten schützen kann, weil ich meine Grenzen am besten kenne und das ist ein reines Bauchgefühl.

Die Diskussionen über die Täter, wie erkenne ich sie? Wie stigmatisiere ich sie? führen zu nichts. Die einzige Möglichkeit unsere Kinder zu schützen ist ein höheres Strafmaß und die Aufklärung unserer Kinder. Wir müssen ihnen sagen, dass sie nichts machen müssen, das ihnen unangenehm ist, dass jemand kommen kann, der ihnen Lügen erzählt, um sie zu erpressen. Sie werden unsere Warnungen verstehen. Ich bitte euch wachsam zu werden, alle Erzieher, Lehrer, Eltern, Großeltern und Nachbarn, nur mit eurer Hilfe können wir unseren Kindern diese lebenslange Tragödie ersparen.

Marion Decker

Was uns bleibt ist Meinungsfreiheit, sollte man meinen

Eine Meinung ist die Aneinanderreihung von Informationen. Sie entsteht meist, aus der Aneignung, der Erkenntnisse, die andere längst gewonnen haben. Sie wird gerne, als die Eigene ausgegeben, aber das stimmt nur auf den ersten Blick. Sie ist nicht statisch, oder universell, sondern ein Gedankenkonstrukt, das manchmal durchtränkt ist mit Gefühlen. Im Moment nehme ich so viele Meinungen wahr, dass mir ganz schwummrig wird.

Es gibt Menschen, die von der Corona Krise, nicht ganz so hart getroffen sind. Sie haben ihre Rente, die einfach weiterfließt, dürfen ein Häuschen mit Garten ihr Eigen nennen und können sich mit ihrem Partner austauschen. Sie bangen um ihr Leben, weil sie allein durch ihr Alter zur Risikogruppe gehören. Sie gehen nur vor die Tür, um die nötigsten Besorgungen zu machen und tragen ihre Atemschutzmasken, um nicht angesteckt zu werden. Ihr Leben läuft nahezu unverändert weiter. Es gibt Menschen, die haben ihren sicheren Job und ihr festes Einkommen, halten sich an die Regeln und müssen sich auch keine allzu großen Sorgen machen. Einige von ihnen haben ihre Aufgabe darin gefunden, uns, von ihrem hohen Ross herunter, wissen zu lassen, was richtig oder falsch ist. Sie ziehen täglich ins Feld, um uns ihre Einsichten zu verkünden, die sie für die Wahrheit halten. Sie ermangeln uns zu Vernunft und Mäßigung und lassen uns mit großer Vehemenz und manchmal auch Besessenheit wissen, dass sie es besser wissen als wir.

Wir, das sind die Menschen, die derzeit vor einem Amt Kratzbuckeln, um in den Besitz, lächerlicher 200€ zu kommen, weil sie als Freischaffende, längst aus dem sozialen System herausgefallen sind. Wir sind die, deren Nerven beim Unterrichten unserer Kinder flattern, weil uns die Geduld verlässt. Diejenigen, die sich mit ihrem Partner die Köpfe einschlagen, weil sie sich auf engstem Raum, mit kreischenden Kindern, die sich schon lange langweilen, derart überfordert sehen, dass sie die Kontrolle über sich selbst verlieren. Wir sind die Kinder, die dieser häuslichen Gewalt täglich ausgeliefert sind und die zuvor während der Schulzeit, wenigstens eine Auszeit von ihren Eltern hatten. Wir, die nicht wissen, ob sie nach all dem hier, noch einen Job haben, weil es immer unwahrscheinlicher wird, dass die Firma, die sie in Kurzarbeit geschickt hat, das hier überstehen wird, oder ob die Zulieferer aus Frankreich und China noch solvent sein werden. Wir, denen das alles so suspekt ist, dass wir anfangen, vor uns hin zu schwurbeln, die, die sich in ihrer Freiheit beschnitten fühlen, ebenso wie die, die einsam zu Hause sitzen und anfangen, mit ihren Blumen zu sprechen.

Wir alle haben eine Daseinsberechtigung und wir haben Meinungen, deren Ursprung auf unseren ganz persönlichen Erfahrungen basiert. In einem demokratischen System und einer pluralistischen Gesellschaft, sollte Platz für andere Meinungen sein, auch wenn wir sie selbst noch so abwegig finden. Es scheint mir gar nicht sinnvoll, dem anderen stets seine eigene Meinung aufzuzwingen, als sei die eigene Meinung das Allheilmittel, das uns aus dieser Krise führen wird. Mäßigen wir uns doch einfach auch hier, so selbstgerecht und selbstherrlich, auf den anderen ein zu quatschen. Zeigen wir uns doch einfach bereit, dem anderen das zukommen zu lassen, was wir uns selbst wünschen, Empathie.

Marion Decker

One apple a day keeps the doctor away

Ich versuche mich nicht in Rage zu schreiben, bin aber unsicher, ob ich dieses Versprechen halten kann. Mit der Ernennung Jens Spahns zum Gesundheitsminister, nimmt unser Gesundheitssystem groteske Strukturen an.

Im März 2020 tritt eine Gesetzesänderung in Kraft, die Masernimpfpflicht. Wer bis März diesen Jahres keinen Nachweis erbringt, dass sein Kind gegen Masern geimpft ist, bekommt keinen Kita Platz. Ebenfalls dieser Impfpflicht, unterliegen Kindergärtnerinnen, Krankenhauspersonal und Angehörige betreuender Berufsgruppen, die in Betreuungseinrichtungen arbeiten, wie Flüchtlingsunterkünfte und Altenheime, die nach 1970 geboren wurden. Angeführt wurde die Diskussion über eine Impfpflicht, durch Argumente über Impfmüdigkeit und eine dramatische Zunahme der Masernfälle bei Kindern. Tatsächlich ist die Zahl, der an Masern erkrankten Kinder, seit 10 Jahren konstant niedrig und 97% der Eltern ließen ihre Kinder sowieso freiwillig gegen Masern impfen. Eine Impfpflicht war also unnötig. Seit den 70er Jahren wurden 5000 Millionen Impfdosen, in 60 verschiedenen Ländern vergeben. Was viele nicht wissen ist, dass es gar keinen Einzelimpfstoff gegen Masern mehr gibt. Wer sein Kind seit mittlerweile 2 Jahren gegen Masern impfen lässt, impft ebenfalls gegen Mumps und Röteln und seit diesem Jahr auch gegen Windpocken. Ebenfalls bei Tetanus, das neuerdings mit Diphterie kombiniert und allzugerne aufgefrischt wird. Und ich frage mich, warum sollte ein Mensch mit einer Wunde sich einen Wundstarrkrampf holen, den er sich eigentlich nur in einem Pferdestall einfangen kann und wie sollte dieser Mensch nun zusätzlich noch an Diphterie erkranken? Das wissen nur die Götter, wie Jens Spahn und die Hersteller von Impfseren. Das Gesundheitsministerium jubelt uns frech etwas unter. Was mich daran unter anderem aufregt, ist, dass verschwiegen und heruntergespielt wird, dass durch Einfachimpfungen Probleme entstehen können, die sich durch Mehrfachimpfungen potenziell verstärken. Die Konservierungsstoffe sind problematische chemische Verbindungen. Thiomersal ist eine Quecksilberverbindung, die sich über Jahrzehnte in Impfstoffen tummelte und entscheidend ungünstigen Einfluss auf unser Immunsystem nimmt. Formaldehyd ist ein Konservierungsmittel, das erwiesenermaßen Krebs verursacht. Aluminiumverbindungen in den Impfstoffen Diphterie/Tetanus und Hepatitis A und B stehen im Verdacht MMF, eine entzündliche Muskelschädigung auszulösen, wie das Golfkriegssyndrom genannt wird, unter dem viele amerikanische Soldaten leiden. Sie erhielten vor ihrem Einsatz, in kurzer Zeit eine Vielzahl an Impfungen. https://www.impf-info.de/die-impfungen/inhaltsstoffe.html

Die Zunahme an Autoimmunerkrankungen, in den letzten Jahren ist besorgniserregend. In Deutschland leiden zur Zeit 10-15 Millionen Menschen an Autoimmunerkrankungen, Tendenz steigend. Ich bin durchgeimpft und habe eine entzündliche Schilddrüsenerkrankung. Meine Freundin ist durchgeimpft und leidet an Multipler Sklerose, ihr Partner, durchgeimpft hat Rheuma. Mit Sicherheit problematisch werden Impfungen, wenn man in einen Infekt hineinimpft. Unser Hund Merlin wurde mit 3 Monaten zum zweiten Mal geimpft, wie wir das bei allen Hunden gemacht haben. 4 Wochen später bekam er eine nicht bakterielle Hirnhautentzündung. Er wurde 8 lange Monate Cortisonpflichtig und bekam bei jeder Reduktion Rückfälle. Heute ist er 2 Jahre jung, frei von Cortison, hat eine Bauchspeicheldrüseninsuffizienz und fängt sich jeden Infekt ein. Ich bin in der Zeit seiner Erkrankung um 10 Jahre gealtert. Er konnte uns leider nicht sagen, dass er eine Analdrüsenentzündung hatte, als er geimpft wurde. Ich will euch nicht sagen was ihr machen sollt, oder euch zu irgendwas bewegen. Ich möchte mich auch nicht auf unsägliche Diskussionen, mit den 97% Impfbefürwortern einlassen. Ich möchte euch die nötigen Informationen geben, damit ihr euch selbst ein umfassenderes Bild machen könnt.

Ich wünsche Euch eine gute, erhellende Zeit, bei bester Gesundheit.

Marion Decker

Der Hund

Du bist, das am wenigsten verstandene Wesen, unterschätzt und oftmals verachtet. Der räudige Köter, der lästige Kleffer, der bedrohliche Beißer.

Wer sich tief auf dich einläßt und dein Verhalten zu lesen vermag, dem schenkst du ein lebenswertes Leben, das erfüllt ist von deiner Treue, Loyalität und Ehrlichkeit. Niemanden betrachten wir so zwiespältig wie dich, entweder wir lieben dich oder wir hassen dich. Dein Ursprung ist im Wolf beheimatet, den der Eine sentimental verklärt als einsamen Jäger, als zähen Kämpfer verehrt. Der Andere sieht in ihm das anpassungsfähige überaus soziale Tier, das stets dem Wohle der Allgemeinheit dient. So vielfältig wie wir Menschen sind, so vielzählig sind mittlerweile die Arten, die wir aus dir gezüchtet haben. Bei einigen Arten war uns das Aussehen wichtiger als deine Gesundheit und so wurde deine Hüfte nach unten gezüchtet damit du von der Seite besonders gut zur Geltung kommst. Bei anderen Arten züchteten wir den Unterkiefer nach vorne, damit du dich problemlos in ein Bullenmaul verbeißen kannst. Wir kreutzten alles mögliche und kreierten aus deinem Ursprung Rassen, die während der Apartheit dunkelhäutige Menschen durch Südafrikas Straßen jagten. Wir entwickelten Hunde, die sich besonders gut zum Kampf eignen, weil ihre Toleranzgrenze sehr niedrig ist und sich gegenseitig schwer verletzen. Wir machen aus dir Monster, geben dir die Schuld und verbreiten Schreckensnachrichten über dich, die vielen Leuten Angst machen. Sie verurteilen dich schon bevor sie dir begegnen. Wir benutzen deine Freundin als Geburtsmaschine, sie lebt eingepfercht auf engstem Raum. Ihre Vorder- und Hinterläufe sind verkümmert weil ihre einzige Aufgabe ist Nachwuchs zu generieren um ihren Halter zu bereichern. Euer Nachwuchs wird dann zunehmend im Internet angeboten und von Menschen gekauft, die nicht verstehen wollen, dass du keine Ware bist. Wenn wir sehr grob zu dir waren weil wir uns einfach nicht die Mühe machten dein Wesen zu erkennen, kann es sein, dass wir dich töten lassen. Wenn wir keine Zeit mehr für dich haben weil wir die Entwicklung unserer Lebensumstände falsch eingeschätzt haben, binden wir dich an Autobahnraststätten fest oder werfen dich in Mülltonnen und gehen weg, als hätte es dich nie gegeben. Manche Menschen hegen soviel Groll gegen dich, dass sie Köder auslegen, die mit Nägeln, Rasierklingen oder Gift präpariert sind, an denen du elendig zugrunde gehst, wenn du sie frisst. Manchmal landest du auch unter einem Tannenbaum und sollst das Leben deines zukünftigen Besitzers bereichern. Es gibt Menschen, die binden dir Schleifchen in die Haare, ziehen dir Mäntelchen an, verhätscheln dich und tragen dich durch die Gegend, wie ein Objekt.

Für mich bist du einfach Alles, der treueste Begleiter, den ich mir je hätte wünschen können. Du schmiegst dich zärtlich an mich und bittest mich freundlich dich wahrzunehmen. Du liebst meine zärtlichen Berührungen wenn ich dich streichel oder dein schönes Fell pflege. Es ist dir egal wie ich aussehe oder rieche, es reicht dir völlig, dass ich bin. Du erwartest nichts von mir, sondern wartest einfach ab, was als nächstes passiert. Wenn du mit offenem Maul durch die Gegend tollst, spüre ich deine pure Lebensfreude und bin genauso glücklich wie du. Wenn du dich übertreibst und ich dich schützen muss, wirfst du dich auf den Boden und zeigst mir unterwürfig deine Flanke. Wir beide wissen, dass du dich furchtbar aufregen und reinsteigern kannst, aber ein kurzes Sssst… von mir, bringt dich sofort wieder runter. Du schüttelst dich kurz und wirfst die angestaute Energie einfach von dir ab. Wenn wir uns uneinig sind ob du das Eichhörnchen jagst oder nicht, bist du mir nicht böse, wenn ich es unterbinde. Nie trägst du mir nach was ich versäume. Manchmal wird mir dein buhlen zuviel, dann gehst du einfach wieder und versuchst es später nochmal. Obwohl du so stark bist kennst du auch Angst und bellst bis die Gefahr vorbei ist. Du beschützt mich und jeden, den du als Teil deines Rudels anerkennst. Wenn du krank bist zeigst du es mir nicht, weil deine Herkunft und das Rudel aus dem du stammst, die schwächsten Mitglieder aufforderte zu gehen, aber ich spüre es. Du kannst zutiefst trauern wenn du einen Freund verlierst und tagelang lethargisch in einer Ecke verweilen, einmal sah ich Tränen in deinen Augen. In unbeobachteten Momenten klaust du Essen vom Tisch, nicht weil du hungrig bist, sondern weil dein Notfallprogramm dir sagt, dass auch magere Zeiten kommen werden. Dein ganz eigener Geruch lässt mich erkennen wie es dir geht. Wärend der Geschlechtsreife riechst du scharf, wie früher die Jungs in der Umkleidekabine, bist du krank riechst du käsig und bei Regen muffig.

Du bist pure Energie, reine Emotion, immer aufrichtig, mutig, kraftvoll, geduldig, stolz und verlässlich. Ganz egal ob du groß bist oder klein, glatt oder struppig, dick oder dünn. Du bist mein Held, der beste Freund den ich je haben werde.

Marion Decker

Frollein Rottenmeier bockt…nein blogt.

Ich werfe ein freundliches Hallo in die Runde und stelle mich ganz kurz vor. Ich heiße Marion aber ihr könnt mich Marie nennen. Ich schreibe schon eine ganze Weile und habe bisher regelmäßig Texte via Facebook gepostet. Nachdem nun die ermunternden Stimmen meiner Mitmenschen lauter wurden als die mahnenden Stimmen in meinem Kopf, hielt ich den Zeitpunkt für wie gerufen, mich den Zeichen der Zeit anzupassen und so blogge ich jetzt. Ich gab mir den imaginären Namen Frollein Rottenmeier weil meine Mutter mich damals Frollein nannte wenn ich wieder einmal über die Stränge schlug. Rottenmeier hieß die strenge Hausdame bei Heidi und da ich mich ein wenig in ihr wiedererkenne, ist der Name Programm. Ziel dieses Blogs ist es meine geneigten Leser munter zu unterhalten. Ihr findet im folgenden eine bunte Mischung aus ironischem, satirischen, zornigen, humorvollen, melancholischen…ach seht selbst! Ich wünsche eine gute Reise. Liebe Grüße Marie