Lesbos

Während wir uns mehr oder weniger an einer Infektionskrankheit, namens Corona abarbeiten, haben sich in Europa echte Probleme entwickelt, ich spreche von Lesbos. Die schöne griechische Insel, die 10 km Meeresweg von der Türkei entfernt liegt, kollabiert. Schön war sie bis 2015, als der Tourismus dort boomte. Seit 2015 nimmt die Insel flüchtende Menschen in ihren Auffanglagern auf und platzt aus allen Nähten.

Der türkische Diktator und Machthaber Erdogan erzürnte sich darüber, dass die Europäische Union sich nicht an das 2016 geschlossene Abkommen halte und nur unzureichende Zahlungen an die Türkei leiste, die diese Gelder für ihre eigenen Auffanglager zu nutzen vorgibt. Seit Samstag fühlte er sich dazu bewogen, verbreiten zu lassen, dass die Europäischen Grenzen nun geöffnet seien und so machten sich wieder vermehrt Menschen auf den Weg, die vor Terror in ihren Heimatländern flüchten. Zu den derzeit flüchtenden zählt man Menschen aus Afghanistan, Afrika, aber allen voran Menschen aus Syrien. Die Menschen aus Syrien müssen ihr Land verlassen, weil Putin und Erdogan sich dort austoben, als würden sie ein Computerspiel spielen. Zwei riesige Egos, die Syrien entschlossen in einen Kriegsschauplatz verwandeln, unter dem vor allem die Zivilbevölkerung leidet. Putin unterstützt den syrischen Machthaber Assat bei Kämpfen um die Provinz Idlib und das türkische Militär die Rebellen, die gegen Assat kämpfen.

In Lesbos entstand 2015 unter anderem das Auffanglager Moria, das für 3.000 Menschen gedacht war. Mittlerweile sind dort 17.000 Menschen untergebracht. 2015 strandeten dort 500.000 Menschen pro Jahr, 2019 waren es nur noch 3.000 und seit Samstag suchten schon 1.400 Menschen dort Schutz. Nun kollabiert Lesbos. Seit 2015 hielten sich dort noch 5 private Hilfsorganisationen wie „Sea Watch“ und „Ärzte ohne Grenzen“ auf, um humanitäre Hilfe zu leisten, die haben die Insel mittlerweile verlassen, weil nationalistische Schlägertrupps ihnen die Arbeit zunehmend erschwerten und sie bedrohten. Sie mussten das Feld, der europäischen Agentur für Grenzschutz „Frontex“ und der Küstenwache überlassen, die die flüchtenden Menschen, in den Schlauchboten jetzt zunehmend, per „Push Backs“ in nicht europäische Gewässer zurückdrängen, was rechtswidrig ist. Einen Rechtsweg gibt es auf Lesbos allerdings schon lange nicht mehr. Dort halten sich noch ein paar freiwillige Helfer auf, die „NGOs“, oder „Medical Volunteers“, die ebenfalls zunehmend bedroht werden. Es gab einige Einwohner auf Lesbos, die sich für Flüchtlinge einsetzten und sie unterstützten, sie sind jetzt allerdings verärgert, weil sie zunehmend bestohlen wurden. Jetzt sehen wir griechische Einheimische, die vehement versuchen, die Flüchtenden zurückzudrängen und zu vermeiden suchen, dass die Menschen an Land kommen.

Die Zustände im Auffanglager Moria sind unbeschreiblich. Menschen leben in Zelten und versuchen sich mit kleinen Gasbrennern warmzuhalten. Dadurch geraten immer wieder Zelte in Brand und erfassen andere, oder die Menschen sterben an Kohlendioxidvergiftung. In Containern leben, bis zu vier Familien , in jeder Ecke des Containers eine. Viele Menschen leben dort schon seit 5 Jahren, weil Asylanträge nicht bearbeitet werden. Die Situation ist aussichtslos. Alles ist nass, es stinkt, Müllberge türmen sich auf. Die sanitären Anlagen sind in katastrophalen Zuständen. Frauen werden vergewaltigt, es kommt immer wieder zu Schlägereien. Über tausend unbegleitete Kinder und Jugendliche sind diesen ständigen Eskalationen schutzlos ausgeliefert. Frustrierte Menschen in Moria machen ihrem Unmut Luft und werden von griechischem Militär, mit Tränengas beschossen. Die griechische Zivilbevölkerung geht auf die Barrikaden, es ist ein absolut instabiler Hexenkessel entstanden, der jeder Zeit eskalieren kann.

Parwana ist ein 17 Jahre altes Mädchen aus Afghanistan, die ehr gut englisch spricht, deshalb gibt sie ehrenamtlich Schulunterricht. Eine Hilfsorganisation gab ihr ein Handy und eine Internetplattform, damit sie ihre Eindrücke in einem Blog in Worte fassen und in die Welt schicken kann, damit alle erfahren, was dort passiert. Sie schreibt:

„Wir sind hier allein und es gibt keine Liebe. Ich bin der einsamste Mensch der Welt. Wir haben niemanden, der uns beschützt, deswegen denken wir an Suizid oder landen in der Drogenabhängigkeit“.

Annegret Kramp Karrenbauer denkt an wirtschaftliche Sanktionen gegen Putin und Erdogan. Horst Seehofer plädiert dafür, Kinder und Jugendliche aufzunehmen und Ursula von der Leyen will 7.000.000 Euro aus EU Ländern bereitstellen. Es muss dringend etwas passieren, die Menschen brauchen Hilfe und unsere griechischen Nachbarn müssen entlastet werden, jetzt reichen allerdings keine homöopathischen Dosen mehr.

Marion Decker

Foto von Skeeze auf Pixabay

Alle Jahre wieder, die Mär vom Lichterfest

Jedes Jahr um diese Zeit zieht der Irrglaube durchs Netz, unsere schönen Traditionen würden unterwandert. Wir würden aus reiner Freundlichkeit, den Menschen gegenüber, die wir eingeladen haben Asyl bei uns zu finden, St. Martin in ein Lichterfest verwandeln und die Weihnachtsmärkte in Wintermärkte umtaufen. Davon abgesehen, dass mir gänzlich unklar ist, was daran so schlimm wäre, ist es Unsinn. Selbst wenn es in diesem Jahr von Wolfgang Bosbach, süffisant lächelnd verbreitet wird, ist es Quatsch, weil das niemand von uns verlangt. Was haben wir denn eigentlich für wertvolle Traditionen, auf die wir so stolz sein können? Auf welche Werte können wir uns verlässlich berufen? Goethe, Schiller, Beethoven und Hölderlin sind tot, einzig die literarische Welt erinnert sich an sie. Wir begingen einen Völkermord, der seines Gleichen sucht und schauen heute mehr oder weniger verwirrt, auf Menschen in unserem Land, die sentimental unglücklich verquert, sich nach diesen alten Zeiten zurückzusehnen scheinen, wie es uns die Wahlergebnisse im Osten des Landes beweisen. Wir laufen mit geschlossenen Augen durch die Saarbrücker Bahnhofstraße, weil wir das ganze bettelnde Gesocks nicht sehen möchten. Unsere Gastfreundlichkeit zeigen wir einzig in der Vorweihnachtszeit, wenn uns so schön warm ums Herz wird. Ja es gibt schon viel Elend in der Welt. Wir latschen zu Primark und ersteigern dort zu Dumpingpreisen Klamotten, die nur unter schlimmsten Bedingungen, in Bangladesch hergestellt sein können, hoch lebe die Eitelkeit, die wir bei Instagram zur Schau stellen dürfen. Wir verkaufen Waffen in Kriegsgebiete und nennen das Konfliktlösung, hauptsache der Rubel rollt.

Wir zahlen 1000 € für ein nigerianisches Kind und missachten die Tatsache, dass es aus einer Gebärfabrik stammt, in die seine minderjährige Mutter veschleppt und dann vergewaltigt wurde. Die bürgerkriegsähnlichen Zustände dort, vertreiben die Menschen. Sie landen in Libyen, wo die medizinische Versorgung fehlt und sie elendig verrecken. Es sind mittlerweile mehr Menschen in der Sahara vergraben, als im Mittelmeer ertrunken. Weil man die Namen der Menschen nicht kennt, werden ihre Grabsteine mit Nummern versehen. Sie enden als Nummer, als eine Zahl, das ist alles was sie wert waren. Afrika ist ein gebeuteltes Land. Die gesamte afrikanische Geschichte, ist durchtränkt von Ausbeutung. Zuerst wurden sie als Wilde betrachtet, man missionierte und zivilisierte sie. Danach wurden sie versklavt und nach Übersee verschifft, wo sie auf Baumwollfeldern oder als Hausangestellte arbeiteten. In den 1960 er Jahren wurde der ganze Kontinent durchgeimpft, angeblich aus humanitären Gründen. In den 1980 er Jahren, brach dort die Immunschwäche HIV aus, die dann zu uns rüberschwappte. Kinder und Jugendliche haben die Wahl, sich zu bewaffnen und am Bürgerkrieg teizunehmen, oder unter schlechtesten Bedingungen in Minen Kobalt zu schürfen, damit wir in unsere Handys quatschen können. Auf Vergnügungsreisen, wie Safaris erschießt man ihre Tiere und zeigt sich voller Stolz damit im Netz. Elefanten liegen verblutend in der Steppe, weil man ihnen die Stoßzähne rausgeschnitten hat.

Im letzen Jahr rief die Bundesregierung, das Program „Compact with Afrika“ ins Leben, um die G20 Staaten zu Investitionen zu bewegen. Die Bundesregierung bezeichnete ihr Vorhaben als unterstützende wirtschaftliche Aufbauhilfe, ich nenne es modernen Kolonialismus. Die Strukturen Afrikas sind undurchsichtig, sie bestehen aus der Armut afrikanischer Massen, einer kleinen korrupten Elite, multinationalen Konzernen und gierigen Politikern. Tom Burgis, der drei Jahre als Auslandskorrespondet in Afrika arbeitete, beschreibt in seinem Buch „Der Fluch des Reichtums. Warlords, Konzerne, Schmuggler und Plünderer Afrikas“ auf eindrucksvolle Weise, wie wir uns alle an der Ausbeutung beteiligen. Er spricht von der ölverseuchten Heimat der Ölindustrie Nigerias. Von den rohstoffreichen Schlachtfeldern des östlichen Kongos, von den Eisenerzen in Guinea. Geschäftsleute unterstützten in den 1990 er Jahren, den Milizenführer Kongos, mit geliehenen 20 Mio Dollar und erhielten im Gegenzug, lukrative Rohstoffverträge. Angolas Ölvorkommen wird durch China abgesaugt und unsere Banken investieren in die miesen Geschäfte und bereichern mit den Gewinnen unsere Rentenfonds. Mc Kinsey (Unternehmensberatung) ermittelte, dass weltweit 2/3 der ärmsten Menschen auf dieser Erde, in Ländern leben, deren Wirtschaft durch Öl, Gas und Mineralien dominiert wird. Die Ärmsten leben in reichen Ländern und haben nichts davon, ist das verständlich?

Ich erinnere mich an die ganzen Stimmungsmachenden Postings, die uns weiß machen wollten, dass unsere Regierung dafür Sorge trägt, dass wir durch afrikanische Menschen unterwandert würden. An die Postings, die uns darauf aufmerksam machen wollten, dass sich junge durchtrainierte afrikanische Männer in unserem Land aufhalten, die nur zu faul zum arbeiten sind. Die hier einzig Asyl suchen, weil sie uns die Frauen wegnehmen wollen. All die Postings, die vorgaben wahr zu sein und so fleißig von weißen Singlemännern geteilt wurden. Es wird Zeit euch zu sagen, dass ihr dumm seid, ungebildet, desinteressiert, ignorant, zu faul um selbst zu denken. Dieses ewige kindische, ungeprüfte Nachplappern irgendwelcher Stimmungsmacher macht mich wütend.

Marion Decker

Stalking ist kein Kavaliersdelikt

An manchen Tagen fühle ich mich hilflos. An anderen Tagen habe ich Angst vor dem, was dir noch alles einfällt.

Rückblick auf ein unvergessenes Jahr 2013

Du schreibst mir anonyme Briefe und schickst mir Nachrichten aus öffentlichen Telefonzellen. Du weißt, dass ich dich noch nicht stoppen kann aber ich weiß wer du bist. Ich habe deine Freundschaft zurückgewiesen und nun möchtest du dich rächen. Dein übergroßes verletztes Ego gepaart mit deinem Mangel an Selbstwert war schon immer eine explosive Mischung. Mir war nicht klar welch kranken Geistes Kind du bist. Du schreibst mir, dass alle über mich lachen. Verstreust Häme und weidest dich an meinem Unglück weil du deine eigenen miesen Gefühle verdrängst, statt sie ehrlich zu durchleben. Aufgeschoben ist jedoch nicht aufgehoben, darum bleibe ich einfach im Hintergrund und warte ab. Du schreibst mir, dass ich dir leid tue und ich weiß, dass Mitleid ein Gedankenkonstrukt ist. Es fehlt dir an Empathie weil du ein Psychopat bist. Du haderst mit deiner eigenen Persönlichkeit und weißt, dass du nicht ganz sauber bist, deshalb hast Du so viele Selbsthilfebücher gelesen. Leider kam der Inhalt nicht bei dir an und du hast reine Zeit verschwendet. Jetzt läufst du durch die Gegend und wirfst mit hohlen, leeren Phrasen um dich. Zu allem äußerst du ungefragt deine Meinung, prahlst und protzt, plusterst dich auf und machst dich wichtig, um ganz tief in deinem Inneren das nagende Gefühl der Wertlosigkeit nicht zu spüren, das so schwer auszuhalten ist. Du glaubst du bist charismatisch und bist tatsächlich nichts anderes, als ein schlechter Manipulator. Du findest es erstrebenswert da oben mit zu schwimmen. Du sehnst dich nach Ruhm, Ehre und Anerkennung und planst ständig großes, damit die Stimmen deiner Vergangenheit endlich still sind. Du willst es allen zeigen und versagst dabei täglich kläglich.

Du glaubst, dass ich etwas habe, das eigentlich dir zusteht. Du verzehrst dich so sehr danach, dass du voller Zorn, voller Groll und Missgunst bist. Dein Leben ist ein täglicher Kampf, das muss hart für dich sein, ich fühle mit dir. Diese Werte von denen du mich, aus deiner Sicht unangemessen umgeben siehst, sind für mich keine. Es sind Annehmlichkeiten, die ich zu schätzen weiß. Meiner Wertvorstellung entspricht es, einen liebevollen, respektvollen und toleranten Umgang mit meinen Mitmenschen zu pflegen und mein Leben emotional erfüllt durch Liebe, Dankbarkeit, Hingabe und Demut zu leben. Ich erwarte nicht, dass du verstehst was mir wichtig und wertvoll ist, denn du trägst keine Liebe in dir. Ich will ehrlich zu dir sein, ich kann es mir leisten. Ich möchte dir erzählen was dein Verhalten mit mir macht:

An manchen Tagen fühle ich mich hilflos.

An anderen Tagen habe ich Angst vor dem, was dir noch alles einfällt.

Oft weine ich einfach, weil ich nicht verstehe warum du das mit mir machst.

Ich komme schlecht aus dem Bett, bin gerädert und fühle mich den ganzen Tag müde und ausgelaugt.

Mittlerweile gehe ich mit einem mulmigen Gefühl in meine Praxis, weil ich nicht weiß, was mich erwartet wenn ich den Briefkasten öffne oder den Anrufbeantworter abhöre.

Regelmäßig erschrecke ich, wenn mein Handy mir ein Signal für einen SMS-Eingang gibt.

Jeden Tag bin ich einfach unendlich genervt von dir.

Manchmal gelingt es mir einfach amüsiert zu sein wenn ich deine Zeilen lese, weil es doch immer die gleiche Leier ist.

Aber ich habe auch Grund dir zu danken denn du hast mich in kurzer Zeit Fähigkeiten gelehrt, die mir zuvor nicht bewusst waren. Ich habe gelernt die Spreu vom Weizen zu trennen und den wenigen Menschen zu vertrauen von denen ich weiß, dass sie mich achten und schätzen so wie ich bin. Dazu kann ich nur wenige zählen aber dafür sind sie umso präsenter. Ich habe gelernt, dass ich nicht alles verstehen muss. Ich habe gelernt mich emotional zu distanzieren wenn es nötig ist. Ich habe gelernt, dass ein Problem aufhört ein Problem zu sein, sobald ich es nicht mehr als solches betrachte.

Und nun möchte ich dich gerne ein letztes Mal, dafür jedoch ganz offiziell zurückweisen. Ich stehe nicht mehr zur Verfügung!

Marion Decker