Die hohe Kunst

Für Sam Birster und Stephan Oberhauser

Nicht durch können entsteht Kunst, 
sie entsteht erst aus der Gunst.

Die Lust erweckt in dir das Treiben,
zu Malen, Musizieren oder Schreiben.

Auch Kreativität hilft dabei sehr,
Ideen umzusetzen fällt nicht schwer.

Und kommst du erst in den Genuss,
die Muse weckt dich mit ´nem Kuss. 

Dann gibt es gar kein Halten mehr,
dein Leben wird jetzt richtig schwer.

Wälzt dich schlaflos Nacht für Nacht,
bis du´s endlich zu Papier gebracht.

Malst einen Strich und einen Kreis,
hantierst mit Worten laut und leis.

Schaffst Melodien voller Kraft,
das Grundgerüst wär´ jetzt geschafft.

Dies füllst du nun mit Farbe Sinn und Ton,
die Menschheit schließlich wartet schon. 

Dein Werk mit Anerkennung zu beschenken,
denn du gabst alles beim Erdenken.

So quälst du dich tagein tagaus,
hast vielen das Besondere voraus.

Für Lohn und Brot bist du bereit,
gibst Liebe, Seele, Energie und Zeit.

Marion Decker

Der Sommer atmet aus

Noch zeigst du uns an milden Tagen
wozu du gerne fähig bist,
lässt Schmetterlinge tanzen
bis das Licht erloschen ist.

Die warme Luft, die ich verspürte,
weicht unbeirrt dem vollen Mond,
der entschlossen hoflos leuchtet,
bis die Kälte über allem thront.

Die alten Weiber sind gekommen
und bringen Sturm mit aller Macht.
Blätter wehen durch die Lüfte,
in allerschönster Farbenpracht.

Rot, Gelb, Gold und Erdentöne
strahlen nun im Wiesengrün,
das satt und saftig leuchtet,
bis die Blumen nicht mehr blüh´n.

Der Morgen wird beherrscht,
von Feuchtigkeit und Nebelschwaden,
sie verzaubern Spinnennetze
in der Früh´, in Wasserperlenfaden.

Die Ernte ist längst eingefahren,
das Vieh wird in den Stall gebracht.
Vögel ziehen in den Süden
weil der Winter draußen wacht.

Das Ofenfeuer prasselt leise,
ruft knisternd nach Gemütlichkeit.
Frauen wecken ein und kochen Eintopf
und verbreiten schallend Heiterkeit.

Der Wechsel zeigt Vergänglichkeit,
die über allem liegt.
Die Leichtigkeit weicht einer Tiefe,
die im Winter überwiegt.

Ich mag sie, diese bunte, nasse
oftmals trübe, dunkle Zeit.
Du klopfst an, trittst ein
und im Hause wirkt Geborgenheit.

Mein Herz wird warm,
ich träum´mich in den Winterschlaf
und spüre schon die Freude,
die mich im letzten Frühling traf.

Marion Decker

Die üble Nachrede

Ich kenne niemanden, der davon verschont bleibt. Eines Tages erfährst du etwas über dich, das du bis dahin selbst nicht über dich wusstest. Plötzlich schwirren Gerüchte über dich durch die Welt, die in dir das Bedürfnis entstehen lassen deine Umwelt über dich aufzuklären, dass es nicht wahr ist, nicht stimmt, du so nicht bist wie behauptet wird. Als das soziale Wesen, das du eben bist, wünscht du dir gesellschaftliche Akzeptanz, Wertschätzung und Anerkennung. Du erlebst es als verletzend wenn man Dinge über dich erzählt, die nicht deiner Wirklichkeit entsprechen. Du kennst diese Form der Geringschätzung aus deiner Jugend, wo es mit dem Beobachten deines Kleidungsstils begann. Du entwickeltest dich mit einem bestimmten Bewusstsein darüber was cool ist, was ankommt und was gar nicht geht. Du bekamst das Ergebnis deines Geschmacks oder dem Einkommen deiner Eltern direkt zu spüren und hattest, dementsprechend mehr oder weniger Freunde. Vielleicht neigst du heute dazu dich anzupassen um nicht wieder zu missfallen. Die Gerüchte über dich, die dir als Erwachsener begegnen sind so vielfältig wie verletzend. Nach der letzten Party verachtete man dein Kleid als eines von der Stange, läuft wohl nicht mehr so bei dir und deine Haare hätten auch mal eine neue Färbung gebraucht. Deine Nachbarn halten dich für unfähig deine Kinder zu erziehen weil sie sonntags ungehalten durch den Garten toben. Deine Entscheidung als Single durch die Welt zu ziehen zeigt einfach, dass du beziehungsunfähig bist. Als deine Partnerin dich verlassen hat wussten alle, dass du ein egoistischer Drecksack bist und als sie dir das Haus leer geräumt hat, hast du es nicht anders verdient. Du bist einfach nur dumm wenn du nicht bemerkst, dass dein Partner dich betrügt. Du findest keine Arbeit weil du faul bist, du willst ja gar nicht. Du bist eine Schlampe, eine Nutte, einfach nur dumm, arrogant, ein Gauner und Betrüger und alle haben das gewusst, nur du nicht. So läuft dieses Spiel, das Menschen spielen, die nie erwachsen geworden sind, deren Horizont im Alter eines 14 jährigen hängen geblieben ist. Diese Menschen geben vor alles über dich zu wissen aber nicht nur über dich sondern auch über Peter, Inge, Giesela, die Frau Hinz und den Hernn Kunz. Sie brauchen diese Lästereien weil es sie davon ablenkt ihre eigenen Schwächen, Unzulänglichkeiten und Unfähigkeiten wahrzunehmen. Sie müssen dein Leben in ein Drama verwandeln weil ihr eigenes so bedeutungslos und nichtig ist. Sie beneiden dich weil sie sich mit dir messen und du bei ihrem Vergleich einfach besser abschneidest. Sie missgönnen dir alles was sie nicht haben. Sie fühlen sich so minderwertig wie sie sind und möchten sich größer und wichtig machen. Und manchmal zerstören sie Existenzen, wie selbständige Unternehmer aber auch Familien erfahren mussten. Du kannst darüber traurig sein, dich verletzt zurück ziehen, dich rechtfertigen, dagegen angehen, das wird nichts ändern. Du wirst diese Menschen nicht ändern. Lerne sie wahrzunehmen wie sie sind, als im Herzen hart, im Geiste arm, unglücklich, unfähig zu tiefer Liebe oder befriedigenden Beziehungen, nicht in der Lage Zufriedenheit zu erlangen und weit weit entfernt vom Glück. Lerne zu dir zu stehen, dir selbst zu vertrauen, nimm deine Stärken wahr und erkenne deine Schwächen an und nimm es nicht persönlich, es hat nichts mit dir zu tun oder damit wie du wirklich bist, das weiß auch niemand außer dir. Du wirst einzig und allein für ein übles Spiel benutzt. Für mich ist es hilfreich selbst einmal ganz unten gewesen zu sein und darauf zurückzublicken was ich trotzdem alles aus eigener Kraft geschafft habe. Für mich ist es heute unerheblich wenn andere falsches über mich denken denn nur ich kenne meine Beweggründe. Ein guter und sicherer familiärer Hintergrund ist ebenso hilfreich wie der ehrliche Austausch in Beziehungen und Freundschaften um das Spiel nicht weiter mitzuspielen.

Marion Decker

Wie man sich auf Social Media nicht verhält

In dieser heiteren, teils bitter ernsten Versammlungsstätte namens Facebook, beobachte ich seit ich dabei bin, was eine gute Kommunikation ausmacht und was sie ganz sicher scheitern lässt…

28. September 2018

Kommunikation hat seit vielen Jahren, eine immer größer werdende Anerkennung bei mir gefunden. Meine Großmutter mütterlicherseits war besonders sprachbegabt und wäre ich disziplinierter, wäre ich das auch. Immerhin widme ich mich hingebungsvoll meiner Mutter,- unserer Landessprache, die ebenso schön wie kompliziert ist. Ich liebe den gelingenden Austausch, das Mitteilen und mich verstanden fühlen. Es regt mein Belohnungszentrum ähnlich an, wie guter Sex oder ein gutes Essen. So kann ich ganz und gar berauscht und Dopamintrunken aus einem guten Gespräch hervorgehen und noch Tage davon zehren.

In dieser heiteren, teils bitter ernsten Versammlungsstätte namens Facebook, beobachte ich seit ich dabei bin, was eine gute Kommunikation ausmacht und was sie ganz sicher scheitern lässt. Aus ganz eigenen schmerzlichen, jahrzehntelangen Erfahrungen weiß ich, dass Klugscheißerei keine große Anerkennung findet. Sicher, ich kam mir klug und jovial vor, wenn ich mich wieder einmal herausgefordert fühlte, meine grenzenlose Intelligenz, unaufgefordert zur Schau zu stellen. Mein Gegenüber allerdings, zog sich launisch und gekränkt zurück, um in aller Stille zu verarbeiten, wie sehr er sich von mir bevormundet und unterschätzt fühlte.

Mir ist auch aufgefallen, dass, sich in ein laufendes Gespräch – wie sich bei kommentierten Postings häufiger die Möglichkeit bietet – einzuklinken, ohne das Posting gelesen oder verstanden zu haben, für wenig Freude auf der anderen Seite sorgt. Dieses Verhalten, dient oftmals der reinen Selbstdarstellung. Hier wird die Gunst der Stunde genutzt, etwas unter ein Posting zu klatschen, was einfach nur auf sich selbst aufmerksam machen möchte. Es erweist sich als ähnlich wenig hilfreich wie Klugscheißerei, um zum Ziel „Dialog“ zu führen.

Gerade in Gruppen, in denen sich viele Menschen des gleichen Berufsstandes tummeln, beobachte ich stets aufs Neue, die sowohl unnötige, als auch lästige Eigenschaft des Kompetenzgerangels. Der Rangler fühlt sich unterlegen und versucht davon abzulenken, indem er sich als besonders erfahren auf seinem Gebiet, quasi als Koryphäe aufspielt. Dieses Verhalten kommt bei vielen Gruppenmitgliedern so schlecht an, dass sie dynamisch zurücktreten.

Ein weiterer Faktor, der Kommunikation misslingen lässt, ist Missgunst. Der, dem missgönnt wird, spürt den Neid, der wie ein Stachel ins Gewebe dringt, auch wenn er nur sehr leise gespuckt wird.

Schuldzuweisungen sind äußerst beliebt und im Grunde schon längst zu einem begehrten Volkssport geworden. Es sind alle anderen Schuld, die Merkel, der Stoiber, der Spahn, der Seehofer, die Roth, die Nahles, der Özil, der Yeti, die Hitze, der Regen, die Zeitumstellung, der Bergbau, der Diesel, die Windräder. Bei Schuldzuweisungen, sind sich erstaunlich viele Menschen einig, aber nur solange der Klugscheißer und der Selbstdarsteller sich raushalten.

Ich stelle fest, es gibt enorm viele Denk,- oder Verhaltensweisen, die ausgesprochen dienlich dazu beitragen, sich unbeliebt zu machen. Dem Einen gefällt das ausgesprochen gut, weil er sich selbst als individualistischen Querkopf mit großem Charakter sehen möchte und nicht als den unsozialen narzistischen alten Sack, der er eigentlich ist, dem anderen gefällt das unbeliebt Sein nicht.

Ich persönlich bevorzuge die Gemeinschaft, den freundlichen Austausch, die feine Art, ich mag das Zugehörigkeitsgefühl. Was gelingende Kommunikation ausmacht, ist sicher auch in erster Linie der Wunsch, den anderen zu verstehen. Auch wenn es vorkommt nicht auf einen Nenner zu kommen, anderer Meinung zu bleiben, dann ist es hilfreich den anderen so sein zu lassen wie er ist, es gibt nichts zu gewinnen. Manchmal macht es auch Sinn, Grenzen zu setzen, dabei ist ein klares Nein glaubwürdiger, als ein wortreiches Nein, das Zweifel hinterlässt und Kompromissbereitschaft signalisiert. Letztendlich ist die Regel für gelingende Kommunikation ganz einfach:

„Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füge keinem Anderen zu“!

In diesem Sinne meine Freunde, gutes Gelingen 🍀🙏❤️

Marion Decker

Gelassenheit

Ich sehe in meinem Alltag Menschen, die alles andere als gelassen sind. Sie schimpfen, kreischen und zicken. Sie plustern sich auf und machen sich wichtig …

22. März 2018

Eine zärtliche Hommage

Gelassenheit ist eine der wichtigsten Eigenschaften, die ein gesundes und zufriedenes Leben garantieren. Gelassenheit ist ein Grundgefühl, das zumeist, den in die Jahre gekommenen Menschen eigen ist, eben denen, die sich darum bemühen. Gelassenheit ist also kein Zustand, der uns in die Wiege gelegt oder anerzogen wurde. Wir erreichen diesen Zustand erst wenn wir uns auf uns einlassen, uns die liebevolle Aufmerksamkeit und Anerkennung schenken, die wir im außen meist vergeblich suchen. Es bedeutet sich selbst nicht mehr so wichtig zu nehmen, nicht über allem stehen zu wollen. Gelassenheit ist eine Lebenseinstellung, die von Reife zeugt. Wir erreichen sie, wenn wir einsehen, dass wir den äußeren Umständen zuviel Macht eingeräumt haben, dass wir uns haben bewegen lassen statt in uns zu ruhen.

Wenn wir uns von Bewertungen befreien, wie gut oder schlecht, richtig oder falsch und erkennen, dass die Welt nicht nur aus schwarz oder weiß besteht, wird sie bunt, zahlreich und vielfältig. Es ist der erstrebenswerte Zustand, in dem wir den anderen, so sein lassen können, wie er ist. Geprägt von Toleranz, Mitgefühl und der Erinnerung, dass wir auch schon in der Situation des anderen waren und ebenso geprägt durch die tiefe Überzeugung, dass auch die anderen ihre Fehler machen dürfen. Mir ist bewusst, dass ich immer wieder Menschen begegnen werde, die gegen meine Prinzipien, meine innersten Überzeugungen verstoßen. Es sind die, denen ich den Rücken kehre, die ich nicht weiter teil haben lasse, an meinem Leben, nicht weil sie anders denken als ich, sondern weil ihre Überzeugungen nicht mit meinen kompatibel sind.

Ich sehe mich in meinem Alltag umgeben von Menschen, die alles andere als gelassen sind. Sie schimpfen, kreischen und zicken. sie plustern sich auf und machen sich wichtig. Sie erheben den Anspruch die einzig richtige Meinung zu haben, heben die Einzigartigkeit ihrer Sorgen hervor und laufen mit Scheuklappen durchs Leben. Sie schlagen verbal um sich bei jeder Andersartigkeit. Sie diskutieren, beharren rechthaberisch auf ihrem Standpunkt, als gäbe es etwas zu gewinnen, wenn sie nur so vielen wie möglich ihre Meinung aufzwingen. Es sind die Menschen, die völlig verarmt an positiven Gefühlen durch ihre Welt laufen, die nicht wissen wie sich Einigkeit, Zusammenhalt, Miteinander, Wertschätzung, Akzeptanz und Respekt anfühlen und auswirken. Es sind die emotional behinderten, denen die gesamte Bandbreite an Gefühlen vergönnt ist. In meinem tiefsten Inneren fühle ich mit ihnen und wünsche, dass sie es auch schaffen. Denn es gibt fast nichts schöneres als das Gefühl, nicht einer Meinung zu sein und sich doch respektvoll zu einigen, in der höchsten Anerkennung der Andersartigkeit des anderen. Das ist die zarteste Form von Achtung.

In diesem Sinne gebt auf Euch acht! ❣️💥

Marion Decker

Wutbürger

Es wird sich darüber entrüstet, dass Özil und Kedira die „Nationalhymne“ nicht mitgesungen haben, als sei die „Nationalmannschaft“ ein Herrengesangsverein. Ich kann auf den Song von 1922 auch gut verzichten, allein das Wort Vaterland entspricht weder meinem Weltbild, noch meinem Zeitgeist…

15. November 2017

Es scheint salonfähig geworden zu sein, sich als Wutbürger zu äußern. Zumeist ältere Herren, die sich möglicherweise fälschlich, als Gesellschaftskritiker verstehen, verbreiten diverse Postings, in denen laut und wütend über Minderheiten gehetzt wird. Man befürchtet, dass der Verlust unserer Sitten und Gebräuche, die der Invasion morgenländischer Einwanderer weichen müssen, unaufhaltsam ist. Wir werden kontaminiert, unterwandert, still und heimlich aus unserer Heimat vertrieben, wir sind am A…! Die Senilen unter den älteren Herren posten, möglicherweise mangels Zeit, ungeprüft Unwahrheiten und möchten sich dessen nicht bewusst werden. Die Debilen, können sich gar nicht vorstellen, dass im weltweiten Netz Unwahrheiten verbreitet werden und die Intellektuellen, die Gefallen an ihrem Zynismus finden, haben Spaß an der Kontroverse, die Raum für Diskussionen entstehen lässt. Es geht um den Verlust unserer Werte, durch die Umbenennung von z.B. Weihnachtsmarkt in Lichtermarkt, was aus Rücksicht auf unsere muslimischen Mitmenschen, von einer Partei der Grünen, aus Gründen der „Genderforderung“ (Wortneufindungsbelange in Geschlechterdefinitionen und anderen sprachlichen Hürden), gefordert wird.

Der informierte Mitbürger mag hier den Erklärungsversuch starten, dass das Posting der Unwahrheit entspricht, dass überhaupt niemand, weder Bündnis 90 die Grünen, noch die Bundeskanzlerin, noch der Kaiser von China, diese Forderung gestellt haben, aber er schießt ins Leere, denn das interessiert niemanden, im Gegenteil der Quatsch wird fleißig weiter geteilt. Es wird sich darüber entrüstet, dass Özil und Kedira die „Nationalhymne“ nicht mitgesungen haben, als sei die „Nationalmannschaft“ ein Herrengesangsverein. Ich kann auf den Song von 1922 gut verzichten, allein das Wort „Vaterland“ entspricht weder meinem Weltbild, noch meinem Zeitgeist. Ich würde sogar so weit gehen, gesanglich, jeder Zeit „Es ist ein Ros entsprungen“ unserer „Nationalhymne“ vorzuziehen! Hier wird ein Nationalstolz eingefordert, der mich schlicht erschreckt, weil hier vollkommen vergessen oder verdrängt und verharmlost wird, dass wir Deutschen uns zwischen 1933- bis 1945 eines Völkermordes schuldig gemacht haben, der seinesgleichen suchen würde. Ich darf mich, selbst wenn ich zu dieser Zeit noch nicht anwesend war , in einer Weise mitverantwortlich fühlen, weil ich, wenn ich ganz aufrichtig zu mir selbst sein möchte, nicht wissen kann, auf welcher Seite ich damals gestanden hätte. Auf der Seite von Eva Braun, an der Seite Hitlers oder auf der Seite von Sophi Scholl, der „Weiße Rose“ Bewegung, die mit anderen versuchte das Naziregime zu verhindern.

Das Posting über die Invasionen afrikanischer Einwanderer, die klammheimlich in unser Land geschleust werden, wovon nur die Bundesregierung, oder wer auch immer Kenntnis gewonnen haben. Zuerst verbreitet durch Ivo Sasek, den Schweizer Laienprediger, der ähnlich eines Sektenführers, Anhänger um sich scharrt und allerlei Thesen aber keinerlei Fakten verbreitet. Er gilt als Verschwörungstheoretiker und sehnt sich nach einer Diktatur, dessen führender Kopf er sein möchte, sein Posting wird derzeit überaus fleißig geteilt, damit sich noch mehr Menschen über etwas ereifern können, das gar nicht ist. Hier wird bewusst oder unbewusst eine Stimmung erzeugt und verbreitet, die Angst, Unsicherheit und Wut oder Hass schüren möchte und viele machen mit. Frei nach dem Motto „divide et impera“, was nichts anderes heißt, als „Herrsche und Teile“. Es ist das Motto unserer, durch Hirarchien geprägten Welt. Wir sollen zu Gegnern werden, die sich untereinander verstreiten, sich trennen und durch Vorurteile den Anderen mit Argwohn betrachten, denn dann sind wir abgelenkt. Der Ausspruch; „Das hab ich nicht gewusst“ hat heute keine Gültigkeit mehr, denn uns stehen mehr denn je alle Informationen zur Verfügung, die wir brauchen, um uns ein eigenes Bild zu machen und selbständig zu denken.

In diesem Sinne eine nachdenkliche, friedvolle Zeit Euch allen.

Marion Decker