Das ganz normale Leben

Seit meinem „Missbrauchs Coming-out“ sind genau zwei Monate vergangen. Zwei Monate, in denen ich angenehm satt war und spielend leicht auf Facebook verzichten konnte. Ich war erfüllt von den, durch und durch wohlwollenden Reaktionen und habe mich entspannt meinem Alltag gewidmet. Ich war so ausgeglichen, dass ich das Wort „Ommmmm“ gar nicht auszusprechen brauchte. Es begleitete mich täglich so verlässlich als Summen in meinem Hinterkopf, wie Schmetterlinge vor meinen Augen tanzten und Hummeln in meine Ohren brummten. Meine kleine Welt war ein friedlicher Ort. Dann begann das bekannte, ja vertraute Herzrasen wieder. Obwohl ich konsequent fast täglich einen Kilometer schwimme (es fällt mir nicht schwer, denn ich habe ein Schwimmbad) verwandelte mein Körper die aufgebaute Muskulatur, zum Teil wieder in Fettgewebe. Irgendwann war ich wieder so vergesslich, dass ich mir sicher war, mir „Kreutzfeld-Jakob“ eingefangen zu haben. Es dämmerte mir, dass mein Immunsystem wieder sein Eigenleben führt und ungebeten meine Schilddrüse attackiert. Die Entspannung wich der bekannten Abgeschlagenheit und ich recherchierte, was ich dieses Mal falsch gemacht hatte. Ich habe unendlich viel Wasser getrunken und ein zufälliger Blick auf die Inhaltsangabe, ließ mich wissen, dass das Heilwasser „Staatlich Fachinger“, eine beträchtliche Menge an Jodid aufweist. Jod feuert den Autoimmunprozess an. Ich trinke nun ein anderes Wasser, nehme das homöopathische Mittel, das mich seit Jahren begleitet und spüre, wie wieder Energie durch mich hindurchströmt.

Ich schrieb zwischenzeitlich Kurzgeschichten für vier Literaturwettbewerbe, um mir einen Namen zu machen. Eine fünfte Geschichte entsteht gerade und ich hoffe, dass sie brillant wird, eine sechste Geschichte fordert mich heraus, denn das Thema heißt „Aber“. Ein „Aber“ äußert sich in sozialen Netzwerken an jeder Ecke und inspiriert mich. Es findet auch gerne Verwendung im Zusammenhang mit dem vorangestellten Wort „Ja“. Dieses „Ja aber“ ist verwirrend, weil es zunächst Zustimmung suggeriert und dann doch widerspricht. Im Grunde ist dieses „Ja aber“ nichts anderes als eine Aufforderung zum Spielen, es stellt in Frage, zeigt Diskussionsbereitschaft und relativiert. Ich habe erst kürzlich auf Facebook einen Menschen verloren, den ich liebgewonnen hatte, weil ich dieses Spiel nicht spielen wollte. Dieses Spiel, der nicht enden wollenden Diskussionsbereitschaft reizt mich wieder. Ich spüre, wie Adrenalin jede meiner Muskelfasern durchströmt, wie sich dieses warme Gefühl im Bauch ausbreitet und mir zu Kopfe steigt. Ich fühle mich lebendig, lebendig und stark, unverwundbar. Die Lethargie, die mich umhüllte, weicht meiner Lust zu kämpfen.

Es gibt so viele wichtige Themen auf dieser Welt. Dramen, die untergehen, weil sie nicht zum Mainstream passen. Es scheint wichtiger, was „Attila der Hunnenkönig“, oder „Xaviar Naidoo“ für geistige Ergüsse von sich geben, denn man gibt ihnen eine Bühne und teilt das ausgiebig, um sich darüber zu echauffieren. Es gibt so viele Fragen: „Kennt jemand die neuesten Fallzahlen aus Berlin, nachdem 17.000 Menschen „Nackt“ auf die Straße gegangen sind, Nein? Warum nicht?“ Mir ist schnurz, ob „Jens Spahn“ für seine Villa 4,1 Millionen auf den Tisch gelegt hat. Mich interessiert eher, dass er sich mittlerweile unter dem Tisch so viel Macht geschenkt hat, dass es ein föderalistisches System Lügen straft.

Ich habe eine Idee, es ist mir egal, ob es jemandem gefällt oder nicht. Ich mache wieder von meinem astrologischen Recht Gebrauch, im Jahre 1969, als Hahn geboren worden zu sein. Ich steige morgens um 7 Uhr auf meinen Misthaufen und krähe was das Zeug hält. Ich hacke auf denen herum, die sexistisch, rassistisch, faschistisch, intolerant und egoistisch sind. Und ich werde nicht spielen. Ich werde was ich bin.

Marion Decker

Menschliche Verhaltensweisen in Zeiten von Covid-19, ein Erklärungsansatz und eine Kritik

Ich bin wieder einmal in mich gegangen, um meine Eindrücke, der letzten Tage zu ordnen und komme zu folgender erkenntnisreicher Einsicht. Covid-19 ist viel mehr als eine Infektionskrankheit. Dieses Virus bringt alle Charaktereigenschaften, die uns ausmachen, zum Tragen. Es weckt in uns unterschiedliche Bedürfnisse, je nachdem welche ganz eigenen Erfahrungen wir in unserer persönlichen Geschichte sammeln konnten. Eines der großen Bedürfnisse, die ich wahrnehme, ist das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, dicht gefolgt, von dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit, ebenso das Bedürfnis nach Sicherheit und Ordnung, aber auch nach Selbstbestimmung, oder einfach nur im Recht zu sein. Wie wir mit dem Thema umgehen ist abhängig von unserer Persönlichkeit.

Mir begegnen heute Charaktereigenschaften, die ich in dieser Intensität zuvor nicht wahrnehmen konnte. Ganz auffallend bewegen sich zur Zeit Menschen durchs Netz, die zu neurotischem Verhalten neigen, dazu gehört in erster Linie Angst. Diese Angst speist sich aus dem Bedürfnis nach Sicherheit. Die Angst kann so groß werden, dass Menschen sich mit Vehemenz bis hin zur Besessenheit, einzig nur noch auf dieses, uns alle bewegende Thema konzentrieren und am Ende in Hysterie ausufern, die uns förmlich anschreit. Bei den zu Hysterie neigenden Menschen ist ein großes Geltungsbedürfnis vorrangig.

Ich beobachte Zwanghaftigkeit, diese Menschen neigen zu ausgeprägter Genauigkeit und Eigensinn. Sie haben ein gesteigertes Bedürfnis nach Kontrolle und verbergen ihre Gefühle, indem sie rationalisieren.

Der narzisstisch geprägte Charakter, neigt zu einem übergroßen Selbstwertgefühl und hat den Hang dazu, andere zu entwerten. Er idealisiert eine Situation oder verleugnet sie.

Ich finde die depressiven, Nähe suchenden Persönlichkeiten, deren Angst, in der Angst vor Vereinsamung und Isolation gründet. Sie neigen eher dazu, zu vermitteln und dem Gemeinwohl zu dienen. Sie ziehen sich schnell gekränkt zurück und fühlen sich überfordert.

Bei meiner Beobachtung finde ich ebenso die schizoiden Persönlichkeiten, deren Angst vorrangig, die Angst vor emotionaler Nähe ist. Sie versuchen stets auf Distanz zu bleiben und suchen ebenfalls nach rationellen oder intellektuellen Erklärungen.

Diese Persönlichkeitsanteile kommen in der Regel nicht allein daher, sondern ein Charakter besteht aus mehreren dieser Anteile, wobei ein Anteil vorrangig sein kann. Covid-19 verstärkt diese einzelnen Eigenschaften und Menschen beginnen in Extreme zu fallen. Die zu beobachtenden Diskussionen werden jetzt zunehmend, selten sachlich geführt und sind gefärbt durch Emotionen und eigenen Erfahrungen.

Wer sein Leben in Wirklichkeit eher kleinlaut gestaltet hat, hat jetzt die Chance auch mal einen rauszuhauen. Wir beginnen alles und jeden zu bewerten, danach abzuwerten und zu verurteilen. Dann lesen wir einen Standpunkt nicht zu Ende, oder haben ihn schlicht, ohne es zu merken, nicht verstanden und fallen mit Haut und Haaren über den anderen her. Wir unterstellen dem anderen irgendwas, das uns nicht in den Kram passt, Hauptsache wir finden jemanden, durch den wir uns behaupten können. Wir beschimpfen Menschen als asozial, weil uns ihre Sichtweise nicht passt. Wir fühlen uns durch Menschen bedroht, die diese Situation einfach nicht mehr aushalten. Die Zartbesaiteten unter uns, trauen sich schon nicht mehr, sich einzubringen, es sabbeln nur noch die Hardliner, die die über jeden Einwand erhaben sind, das dickere Fell haben und sich einer Gruppe zugehörig fühlen, sich für jede Frechheit beklatschen lassen, um Punkte zu sammeln. Jeden Tag steht einer auf, der vehementer ist, der endlich in seinen ganz persönlichen Krieg ziehen kann, der Tempelritter, auf der Suche nach dem heiligen Gral. Von einer Lösung sind wir alle meilenweit entfernt, weil es keine gibt. Wir diskutieren und debattieren, klatschen uns unter die Postings der anderen, um sie auflaufen zu lassen, sie bloßzustellen und einer Lächerlichkeit preiszugeben, die jeden Sinn für Humor entbehrt. Das, was ich jeden Tag beobachte, wie wir miteinander umzugehen imstande sind, ist von gesundem Menschenverstand sehr weit entfernt. In Zukunft werden Tier- und Blumenbilder zensiert, weil sie nichts zur Sache beitragen. Unser gesellschaftliches Gefüge wird nach Covid-19 ein völlig anderes sein. Wir spalten uns in drei Lager. Die Angepassten, die sich im Supermarkt darüber freuen, dass sie alles richtig gemacht haben. Die, die sich stets Vernunft auf die Fahne schreiben, sich moralisch unantastbar fühlen und in einem großen Akt der Gemeinschaftlichkeit und des Zusammenhalts, Einigkeit suggerieren. Und die Verlierer dieser Tragödie, die den Verlust ihrer Angehörigen betrauern, so wie die, die ihre Kernkompetenzen und ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit vermissen und noch viele Jahre versuchen werden, die entstandenen Schulden zurückzuzahlen.

Wir hatten die Chance zuzuhören, Empathie zu zeigen für die entstandenen Probleme aller, um festzustellen, dass wir eine große Gemeinschaft Betroffener sind, aber wir entschieden uns anders. Wir entschieden uns dafür, in postpubertären Ergüssen, die großen Unterschiede aufzuzeigen, um anzuprangern und zu bekämpfen, was von unserer dogmatischen Ansicht, die die einzig Richtige ist, abweicht. Es geht doch nicht darum, sein Ego, soweit als möglich aufzupolieren, nicht darum, was man für ’ne geile Sau ist, um sich dann von Gleichgesinnten feiern und abklatschen zu lassen. Es darf nicht zum Lebensinhalt werden, so viele wie möglich mundtot zu machen, die sich dann im Untergrund verkriechen. Das hier ist kein Krieg.

Covid-19 hat etwas geschafft, das die AFD sich zum Ziel gesetzt, jedoch nicht erreicht hatte, die gesellschaftliche Spaltung. Alle Achtung, dass wir das zugelassen haben.

© Marion Decker

Differenzen

Ich sitze an meinem Schreibtisch und blicke in die Ferne. Durch die Pollen verstaubten Fenster fällt mein verschleierter Blick auf die riesige Thuja, im parkähnlichen Garten. Ich habe nun alles gegeben die letzten Tage, Zeit investiert in den Nutzgarten, das Teich Umfeld und den Vorgarten. Auf allen Vieren bin ich ums Haus gerutscht, um hier noch ein verirrtes Pflänzchen zu zupfen und dort noch ein wenig Moos zu beseitigen. Eigentlich wie jedes Jahr …eigentlich.                                                                                                                                            So gezielt ich mich im Garten tummle, so verwirrt irre ich von Zeit zu Zeit durch Facebook und finde mich voller erstaunen, ob all dieses eskalierenden Gedankenaustausches, wieder. Ich sehe so viele Meinungen kursieren, die ich einfach nur auf mich wirken lasse, würde ich sie alle bewerten wollen, ich wäre lange aussichtslos beschäftigt.

Ein Bekannter wagt die Behauptung aufzustellen, dass „Das Ganze“ vielleicht etwas überzogen ist. Er bekommt ein wenig Bestätigung, bis sich die Befürworter des derzeitigen Wissensstandes zu Wort melden und ihn als verantwortungslos bezeichnen. Es hagelt einige Bevormundungen und am Ende, als die Riege der Vernunft groß genug ist, prasseln Beleidigungen auf ihn hernieder.

Wir blicken nun wachen Auges in die Welt und erkennen sofort, wer die 2 Meter Grenze unterschreitet und wer zu einer Familie gehört. Wir bringen uns ein und kehren wieder vermehrt vor anderen Türen, weil uns schließlich unsere Verantwortung bewusst ist. Eine Verantwortung, die ich bei anderen brisanten Themen wie, Umweltschutz, Massentierhaltung, Flüchtlingskrisen und weltweite Hungersnöte vermisse, denn hier braucht es etwas mehr Einsatz, als den Zeigefinger zu heben.

Viele behaupten, dass die Wirtschaft nie besser an die Wand gefahren wurde als dieser Tage, sie haben zwar auch keine Lösung parat, sehen sich aber auch nicht in der Position, die Dinge zu lösen, sondern sehen ihre Aufgabe darin, angemessen Kritik zu üben.

Es entsteht verblüffend viel verrücktes Denken, darüber in welchem Labor „Das Alles“ entstanden ist, um die Weltwirtschaft zu stürzen, was uns ablenken soll, von der Unterwanderung durch Fremde und damit den Überfremdangstgedanken wieder aufgreift, der neue Ängste schürt.

Behauptungen werden in den Raum geworfen, darüber, dass die „Moslems“ in ihren Moscheen beten „dürfen“ und „wir“ Christen nicht. Man vergleicht sich und sieht andere im Vorteil und bemängelt, dass das eine Kind vorgezogen wird und das andere benachteiligt. Man vermeidet nun einfach die Aussage „wir Deutschen“, das macht einen komischen Eindruck, nein wir nennen uns „Christen“, dann sind wir auf der sicheren Seite.

„Ich weiß ganz genau!“, ist der Grundton, der sich flächendeckend ausbreitet und die Besonneneren unter uns überrollt. Im Grunde wissen die meisten von uns, dass sie nichts wissen. Die Stimmen der Vernunft, schenken unseren Volksvertretern ihr Vertrauen, versuchen, das Ganze auszusitzen und hoffen auf das Beste.

Meine ganz eigene Wahrnehmung, realisiert eine Wirklichkeit, die völlig frei von all diesem enormen Wissen geworden ist und dabei springt mir etwas ins Auge. Es geht nicht um die Infektionskrankheit und die dadurch entstandenen Probleme, wie Beschränkungen. Es geht den Marktschreiern nicht darum, nach Lösungen zu suchen, sondern nach Fehlern. Wir pflegen eine Beschwerdekultur der latenten Unzufriedenheit. In aufwendigen, zeitintensiven Manövern schauen wir auf das, was schief zu laufen scheint, das bietet sich an, davon gibt es vieles. Wir bemängeln vehement und unnachgiebig, wie wir das eigentlich bei jedem Thema machen, geben vor es besser zu wissen und ziehen mit der Flagge der Wahrheit durchs Dorf. Dabei treiben wir die eine oder andere Sau vor uns her, denn das macht Spaß, das ist uns ein Anreiz.

Mir fällt auf, dass die Menschen, deren Existenz wirklich bedroht ist, still geworden sind. Von ihnen hört man nichts mehr, weil sie fieberhaft nach Ideen suchen, ihr Konzept zu verändern, um im Rahmen des Möglichen und Erlaubten Markt-beständig zu bleiben und nicht ganz in Vergessenheit zu geraten.

Auch mir fehlt die Möglichkeit meinen Frust zu kompensieren und so krieche ich weiter durch meinen Garten, lausche den Vögeln, bei ihren schönen Brautschaugesängen, bewundere mein Werk, das nun Blüten treibt und freue mich schon jetzt, auf den bevorstehenden Erwerb eines Paares neuer Schuhe.

In diesem Sinne, eine gute Zeit Euch allen.

© Marion Decker

Die Hassprediger

Die Wütenden unter uns, sind die, die am meisten auffallen. Menschen, die Gift und Galle spucken. Die Themen, derer sie sich bedienen sind vielfältig, ob Politik, Asylsuchende, Greta Thunberg, ein Gedenktag, oder Du und ich. Es sind die, die Hackfresse in die Kamera grölen und ebenso die, die daneben stehen und Beifall klatschen. Das verbindende Motiv, ist das Unvermögen, sich weiter zu entwickeln. Ich bin mittlerweile zu der Überzeugung gelangt, dass die wutauslösenden Themen dabei kaum relevant sind. Die Themen dienen oft nur als Kathalysator, als Mittel zum Zweck, um der Wut Luft zu verschaffen. Wenn der Wütende genug Sympathisanten findet, die ihn mit ihrem Applaus oder ihrer Beachtung positiv verstärken, wird die Wut zum Selbstläufer. Je unflätiger der Wütende andere beschimpft, desto größer wird die Schar seiner Anhänger, die zu glauben scheinen, der traue sich was.

Was steckt hinter der Wut? Der Wütende ist unzufrieden, in erster Linie mit sich selbst, aber das weiß er nicht. Er vergleicht sich mit anderen, die alle mehr in ihrem Leben erreicht haben und augenscheinlich deutlicher wahrgenommen werden. Unser Unterbewusstsein hat uns ein paar Mechanismen an die Hand gegeben, die dafür Sorge tragen, dass wir nicht gleich alle unsere Mängel erkennen, weil diese Erkenntnisse uns in eine tiefe Krise stürzen können. Der Wütende, trägt das nicht Wahrnehmen wollen dieser Mängel nach außen und findet dort allerlei Anlässe, die zu einer lautstarken Beschwerde tauglich scheinen. Die Unzufriedenheit sitzt so tief, dass der Selbstwert leidet. Je größer die Unzufriedenheit, umso größer die Wut, desto lauter sein Gezeter … ihr könnt mir folgen? Wenn der Wütende nun die Tendenz hat, sich nach außen darzustellen, kann er in Sozialen Netzwerken eine gute Bühne für seine Selbstdarstellung finden. Wenn er jetzt in diesen Netzwerken lange und laut genug kreischt, wird er zwangsläufig Anhänger finden, denn es gibt viele Wütende. In dem Augenblick, in dem sie ihm die nötige Beachtung schenken und sogar Beifall klatschen, nimmt sein Selbstwert wieder Fahrt auf. Er wird in seinem Handeln positiv verstärkt und wird diese gute Erfahrung dazu zu nutzen wissen, weiter zu schimpfen. Da Wut auch der Motor für Suchterkrankungen ist und der Applaus sein Belohnungszentrum anregt, wird er irgendwann nicht mehr damit aufhören können. Um noch mehr Applaus zu erzielen, der sich so gut anfühlt, wird er sich reinsteigern müssen, bis er sich so sehr in seinen Hasstiraden verliert, dass er seine Wut rauskotzen muss. Er wird immer mehr Gegner finden, die er diffamieren kann. Es kann sein, dass der Wütende große, tief sitzende Ängste hat, von denen er natürlich nichts weiß, weil sie sich einfach nur als Bluthochdruck verschleiert bemerkbar machen. Vielleicht hat der Wütende einmal eine Frau sehr gemocht, die ihn enttäuschte, weil sie ihn verließ und er erlebte einen großen Verlust. Dadurch kann er ein ziemlich dunkles Frauenbild gewonnen haben, das er dazu nutzen wird, sich übelst vulgär, in Fäkaliensprache über Frauen auzuslassen. Diverse eigene Gewaltfantasien, die sich mit Hilfe einschlägiger Pornofilme bereichern lassen, werden sein Vokabular, in diesem Sinne erweitern.

Der Wütende hat verschiedene Verhaltensweisen nicht gelernt, die sich in erster Linie auf die emotionale Ebene beziehen. Es mangelt ihm an der Toleranz, seine Frustrationen auszuhalten. Wenn er sich enttäuscht fühlt, bleibt ihm die Luft weg und aus der irrationalen Angst heraus zu ersticken, beginnt er zu schreien. Er hat nicht gelernt seine Bedürfnisse wahrzunehmen und daher fehlt ihm auch die Fähigkeit, diese sachlich und gelassen zu kommunizieren. Durch den bewussten, oder unbewussten Vergleich mit anderen, fühlt er sich minderwertig. Er lernte nicht, seine Gefühle zu kontrollieren und unterliegt einer Affektlabilität, die ihn wie ein Schiff auf hoher rauer See, ordentlich durchschüttelt und straucheln lässt.

Der Wütende neigt dazu, nicht nur seinen Kontrahentinnen, die sich von ihm angesprochen fühlen, das Leben zu beschweren, sondern auch sich selbst. Er schreit uns an, damit wir ihn wahrnehmen. Und obwohl er nicht weiß, wie sich liebevolle Wertschätzung und Anerkennung anfühlen, weil er das nie erlebt hat, verzehrt er sich danach. Wenn er jedoch nichts anderes bekommen kann, reicht ihm die positive oder negative Aufmerksamkeit, die er erhält.

Facebook eignet sich auch deswegen so hervorragend für all die Wütenden, weil sie den Algorithmus unwissentlich für sich zu nutzen wissen. Ein bekannter Wütender erzielte neulich, mit sexistischen, fremdenfeindlichen, geschichtsleugnenden Hasstiraden 200 Emoji Reaktionen in kurzer Zeit, außerdem wurde sein, in Kürze hingerotztes Posting, mehrfach geteilt und natürlich kommentiert. Mit dieser Reaktionsfreudigkeit erreicht man bei Facebook die nötige Relevanz, damit das selbe Posting immer wieder im Newsfeed erscheint. Mit dieser Tatsache wird es selbsterklärend, warum Facebook den Meldungen verärgerter Mitmenschen, das Posting zu löschen, nicht nachkommt. Es ist interessant für Facebook, weil es Menschen zu Reaktionen bewegt. Und so bekommen die Schreihälse, genau die Aufmerksamkeit, die sie unaufhaltsam weiter machen lässt.

Marion Decker

Was wirklich wichtig ist

Ich surfe bei Zeiten durchs Netz und schaue, was meine Freunde, Bekannten und auch die vielen Menschen, die ich gar nicht kenne, die dennoch mein Interesse geweckt haben, so machen. So sehe ich euch fast täglich, nicht müde werdend gegen allerlei Hetzpostings aufbegehrend, mutig dagegen haltend, sich aufreibend in der Argumentation gegen die, die sich augenscheinlich nach einem anderen politischen System, als unserem demokratischen sehnen. Ich finde es immer noch richtig in den Diskurs zu gehen, mit denen, die die Verantwortung für ihr eigenes Leben abgeben, um die Schuld bei anderen zu finden und ihre Wut hinaus zu grölen. Ich finde es immer noch richtig, sich den Leugnern der Klimakatastrophe entgegenzustellen und Rückrat zu zeigen. Ich selbst bin müde geworden und fühle mich zunehmend unwohl, in diesem Kampf, bei dem es keine Gewinner gibt. Für mich ist es kaum vorstellbar, dass alle diese Menschen, die deutlich erkennbare Unwahrheiten teilen, selbst glauben, dass sie der Wahrheitsfindung dienen. In der folgenden Diskussion dann, beharren sie einfach stur weiter darauf, werden am Ende frech und erreichen ein beschämendes Niveau, das ich eher in einem Kindergarten erwarten würde. Ich bin müde geworden, Menschen dabei zuzuschauen, wie sie die Verantwortung für ihr eigenes Leben, bei anderen suchen, bei unseren Politikern, bei Greta, bei Asylsuchenden … Die den Disput ihres eigenen Lebens, ihre stete Unzufriedenheit und eigene Belanglosigkeit, jeden Tag, im Wettstreit mit anderen nach außen tragen.

Der Sommer atmet aus und ich beginne mich zu fragen, was wirklich wichtig ist und finde ein paar Antworten, die zuvor nicht so präsent waren. Mir ist enorm wichtig, dass ich den Menschen, die mir nahe stehen vertrauen kann. Mir ist wichtig, mich durch meine Sprache sauber auszudrücken und drohende Missverständnisse zu klären. Ich habe immer noch ein großes Bedürfnis nach Harmonie. Ich schätze Gleichklang und Sicherheit. Gesundheit ist mir wichtig, weil ich merke, wie mit ihrem Schwinden meine Lebensqualität abnimmt. Gute Beziehungen, zu den wenigen Menschen, von denen ich mich umgeben sehe sind mir sehr wichtig. Dann noch ein wenig Musik, etwas Gesang, ein bisschen Malerei und Handwerk und fruchtbare Gedanken. All das ist so wichtig für mich wie ein gutes Essen, ein schmackhafter Wein, küssen, Liebe, Umarmungen, Zuhören und gehört werden.

Marion Decker

Der youtuber Rezo

Der 26 jährige Influencer, der sich Rezo nennt, veröffentlichte kurz vor der Europawahl ein Video, worin er mit den Volksparteien, CDU, SPD und den Rechtspopulisten der AFD abrechnete. Sein Video wurde bis heute 4,8 Mio. mal aufgerufen. Er ist Produzent von Webvideos und geht mit zwei Youtube Kanälen seit 2012 viral, auf denen er hauptsächlich Musik- und Comedyvideos hochläd. Er gehört zum Influenzer Netzwerk Tube one, das zu Ströer Media gehört. Rezo studierte nach eigenen Angaben Informatik und machte 2016 den Master of Science. Seit September 2012 folgen ihm zunehmend Menschen. Er hat bis heute 1,6 Mio. Follower und ist einer der erfolgreichsten Musik Youtuber Deutschlands. Auf seinem 2. Kanal „Rezo ja lol ey“ folgen ihm 670.000 Menschen. Er betreibt eine Firma mit Produktionsleiter, Manager und Fanshop.

„Viele Influencer erreichen auf Plattformen wie Youtube mehr Menschen als Journalisten. Problematisch wird das, wenn sie finanzielle Interessen verfolgen, aber wie authentische Nachbarsjungen von nebenan wirken“. Frankfurter allgemeine Zeitung, Justus Bender und Constantin van Lijnden

Das Wort influence kommt aus dem englischen und bedeutet beeinflussen. Es wird auch Multiplikatoren Marketing genannt. Online Marketing Unternehmen bedienen sich gezielt Meinungsmachern (Influencern) und damit Personen mit Ansehen, Einfluss und Reichweite. Erfolgreiche Beeinflusser, verfügen über soziale Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Sie zeigen Hingabe, wirken konsistent, engagiert und fachlich kompetent. Sie werden von ihren Followern als Experten angesehen und gelten als vertrauenswürdige Vorbilder, deren Meinungen und Empfehlungen beachtet werden. Dadurch können sie die Wahrnehmung und den Abverkauf von Waren und Dienstleistungen beeinflussen.

Mit einem Foto bei Instagram verdienen z.B. Caroline Daur, Xenia von der Woodsen oder Leonie Hahne von OhhCouture Hunderte, wenn nicht tausende Euro. Sie sind Bloggerinnen, Youtuberinnen oder Instagramerinnen, haben sich tausende Follower erarbeitet und eine Reichweite, die Unternehmen für sich entdeckt haben. Im Tausch gegen Werbung und Produktplatzierung auf ihren Kanälen, finanzieren die Firmen den Top-Influencerinnen einen Luxus Lifestyle.

Mir gefällt sein Video! Es ist bis auf etliche Schnitte gut gemacht, einzig sein Rumgefuchtel macht mich nervös und die Information leidet ein wenig, aber das scheint Teil seines Ausdrucks zu sein. Ich sehe einen intelligenten, aufgeschlossenen jungen Mann, der eine Meinung hat. Die statistischen Werte, die er liefert mögen nicht immer ganz genau stimmen, weil nicht alle Fakten einbezogen wurden, aber im großen und ganzen hat er Tatsachen angesprochen, die nicht von der Hand zu weisen sind. Zuerst dachte ich, schon wieder so ein Zeitgenosse, geboren aus unserer neueren Empörungsgesellschaft, aber dann bekam auch ich mit, dass er sich Gedanken über Lösungsansätze gemacht hatte und ansprach.

Es scheint tatsächlich schwierig für die großen Volksparteien, realistisch und glaubhaft Stellung zu nehmen. Die parlamentarische Demokratie im digitalen Zeitalter läuft langsamer, oder besser, hat eine andere Zeitrechnung. So sehen wir auf der einen Seite, den staatstragenden Apparat, der alle Kritik diskreditiert, verschleppt, verhöhnt, verschweigt und aussitzt. Auf der anderen Seite scheinbar einen Einzelnen.

Ich gönne Rezo den Traffic, den Zugewinn seiner Reichweite quasi über Nacht. Er war zur richtigen Zeit am richtigen Ort und seine Idee war gut. Gleichwohl macht mir etwas daran Sorge und beschäftigt mich. Es ist das Problem der Meinungsmache, der Beeinflussung aus der viralen Welt, dort wo sich eine Idee ausbreiten kann wie eine Krankheit. Wenn charismatische junge Menschen, gegen entsprechendes Entgeld benutzt werden können, Dienstleistungen, Waren oder Meinungen dorthin zu transportieren, wo genug gutgläubige Menschen sitzen, dann möchte ich auf eine nicht zu unterschätzende Gefahr hinweisen.

Marion Decker

Wutbürger

Es wird sich darüber entrüstet, dass Özil und Kedira die „Nationalhymne“ nicht mitgesungen haben, als sei die „Nationalmannschaft“ ein Herrengesangsverein. Ich kann auf den Song von 1922 auch gut verzichten, allein das Wort Vaterland entspricht weder meinem Weltbild, noch meinem Zeitgeist…

15. November 2017

Es scheint salonfähig geworden zu sein, sich als Wutbürger zu äußern. Zumeist ältere Herren, die sich möglicherweise fälschlich, als Gesellschaftskritiker verstehen, verbreiten diverse Postings, in denen laut und wütend über Minderheiten gehetzt wird. Man befürchtet, dass der Verlust unserer Sitten und Gebräuche, die der Invasion morgenländischer Einwanderer weichen müssen, unaufhaltsam ist. Wir werden kontaminiert, unterwandert, still und heimlich aus unserer Heimat vertrieben, wir sind am A…! Die Senilen unter den älteren Herren posten, möglicherweise mangels Zeit, ungeprüft Unwahrheiten und möchten sich dessen nicht bewusst werden. Die Debilen, können sich gar nicht vorstellen, dass im weltweiten Netz Unwahrheiten verbreitet werden und die Intellektuellen, die Gefallen an ihrem Zynismus finden, haben Spaß an der Kontroverse, die Raum für Diskussionen entstehen lässt. Es geht um den Verlust unserer Werte, durch die Umbenennung von z.B. Weihnachtsmarkt in Lichterfest, was aus Rücksicht auf unsere muslimischen Mitmenschen, von einer Partei der Grünen, aus Gründen der „Gender Forderung“ (Wortneufindungsbelange in Geschlechterdefinitionen und anderen sprachlichen Hürden), gefordert wird.

Der informierte Mitbürger mag hier den Erklärungsversuch starten, dass das Posting der Unwahrheit entspricht, dass überhaupt niemand, weder Bündnis 90/Die Grünen, noch die Bundeskanzlerin, noch der Kaiser von China, diese Forderung gestellt haben, aber er schießt ins Leere, denn das interessiert niemanden, im Gegenteil der Quatsch wird fleißig weiter geteilt. Es wird sich darüber entrüstet, dass Özil und Kedira die „Nationalhymne“ nicht mitgesungen haben, als sei die „Nationalmannschaft“ ein Herrengesangsverein. Ich kann auf den Song von 1922 gut verzichten, allein das Wort „Vaterland“ entspricht weder meinem Weltbild noch meinem Zeitgeist. Ich würde sogar so weit gehen, gesanglich, jederzeit „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ unserer „Nationalhymne“ vorzuziehen! Hier wird ein Nationalstolz eingefordert, der mich schlicht erschreckt, weil hier vollkommen vergessen oder verdrängt und verharmlost wird, dass wir Deutschen uns zwischen 1933- bis 1945 eines Völkermordes schuldig gemacht haben, der seinesgleichen suchen würde. Ich darf mich, selbst wenn ich zu dieser Zeit noch nicht anwesend war, in einer Weise mitverantwortlich fühlen, weil ich, wenn ich ganz aufrichtig zu mir selbst sein möchte, nicht wissen kann, auf welcher Seite ich damals gestanden hätte. Auf der Seite von Eva Braun, an der Seite Hitlers oder auf der Seite von Sophie Scholl, der „Weiße Rose“ Bewegung, die mit anderen versuchte das Naziregime zu verhindern.

Das Posting über die Invasionen afrikanischer Einwanderer, die klammheimlich in unser Land geschleust werden, wovon nur die Bundesregierung, oder wer auch immer Kenntnis gewonnen haben. Zuerst verbreitet durch Ivo Sasek, den Schweizer Laienprediger, der ähnlich eines Sektenführers, Anhänger um sich scharrt und allerlei Thesen aber keinerlei Fakten verbreitet. Er gilt als Verschwörungstheoretiker und sehnt sich nach einer Diktatur, dessen führender Kopf, er sein möchte Posting, wird derzeit überaus fleißig geteilt, damit sich noch mehr Menschen über etwas ereifern können, das gar nicht ist. Hier wird bewusst oder unbewusst eine Stimmung erzeugt und verbreitet, die Angst, Unsicherheit und Wut oder Hass schüren möchte und viele machen mit. Frei nach dem Motto „divide et impera“, was nichts anderes heißt, als „Herrsche und Teile“. Es ist das Motto unserer, durch Hierarchien geprägten Welt. Wir sollen zu Gegnern werden, die sich untereinander zerstreiten, sich trennen und durch Vorurteile den Anderen mit Argwohn betrachten, denn dann sind wir abgelenkt. Der Ausspruch; „Das hab ich nicht gewusst“ hat heute keine Gültigkeit mehr, denn uns stehen mehr denn je alle Informationen zur Verfügung, die wir brauchen, um uns ein eigenes Bild zu machen und selbstständig zu denken.

In diesem Sinne eine nachdenkliche, friedvolle Zeit Euch allen.

© Marion Decker

Meine Regeln auf Social Media

Mir ist klar, dass Menschen nicht von Grund auf schlecht sind aber bei einigen wird mir schlecht…

21. September 2017

Ein wunderschöner Sonnentag um Entscheidungen zu treffen. Ich stehe nicht mehr Jedem zur Verfügung, denn ich entdecke die Blockierungsfunktion. Den meisten wird es nicht entgangen sein, ich polarisiere, das heißt, die Meinungen zu meiner Person gehen konträr auseinander. Die einen mögen mich, die anderen hassen mich, damit kann ich prima leben, auch konstruktive Kritik kommt gut bei mir an, hilft sie mir doch wahrzunehmen, was ich selbst nicht sehen kann.

Ich nehme mich als toleranten Menschen wahr, der offen ist, für andere Meinungen und zumindest in Erwägung zieht darüber nachzudenken, statt gleich darüber herzufallen, frei nach dem Motto:“erst denken, dann Klicken!“ Ich halte mich für interessiert und bin bisweilen regelrecht neugierig, ein Klischee bedient die Annahme, dass „Frauen“ so sind. Ich bin harmoniebedürftig, aber nicht konfliktscheu. Eine meiner Neigungen ist es, Menschen zu belehren, ich mache das nicht freiwillig, es überkommt mich einfach. Eine schlechte Angewohnheit, die ich zu vermeiden oder wieder gut zu machen versuche, wenn meine Fähigkeit zu reflektieren, mich das Erkennen lässt. Ich bin eitel und ehrgeizig und erkenne je älter ich werde, dass diese Kombination, ein Leben erschweren kann. Ich bin scharf auf Anerkennung und Wertschätzung, weil ich mir davon noch nicht genug selbst geben kann. Je nach Tagesform neige ich dazu, labil auf andere Meinungen zu reagieren, was mich zutiefst traurig machen kann.

Und natürlich möchte ich, dass Ihr mich gern habt, aber nicht um jeden Preis. Ich habe mich in dieses Leben mittlerweile ganz gut eingelebt, es hat lange gedauert, doch nun bin ich zufrieden und angekommen. Ich habe gelernt mich zu mögen, bisweilen auch zu lieben und ich fühle mich geliebt. Ich weiß nicht wieviel Zeit mir noch bleibt, niemand weiß das und daher möchte ich diese Zeit, nicht mehr verplempern, an Menschen, die die ganze düstere Emotionskaskade in mir auslösen, die eigentlich niemand fühlen möchte. Ihr wisst schon, mich ungeliebt fühlen, unfähig, klein, hilflos und so weiter. Mir ist klar, dass kein Mensch von Grund auf schlecht ist, aber bei einigen wird mir schlecht. Daher dulde ich ab heute folgendes nicht mehr:

Menschen, die sich in meinen Postings auf meine Kosten, als „Mutter Baimer “ aufspielen

Menschen, die meine Posts unsachlich und respektlos kommentieren, oder persönlich verletzend werden.

Menschen, die meine Posts dazu nutzen ihre Minderwertigkeitskomplexe, in Form von Kompetenzgerangel auszuleben.

Menschen, die so profilierungsgeil sind, dass sie nicht mehr in der Lage sind, Buchstaben aneinander zu reihen und den Sinn eines Satzes zu verstehen.

Menschen, die sich in meinen Postings missgünstig, neidisch und eifersüchtig äußern (ich habe sehr feine Antennen)

Menschen, die mir postpubertäre Spielangebote machen, indem sie mich herauszufordern versuchen, mir eine Blöße zu geben, um dann auf mir rum zu trampeln. All das führt erfahrungsgemäß zu nichts, außer diesen komischen Gefühlen, die eigentlich niemand will und zu verschwendeter Zeit. Mir ist bewusst, dass es auf dieser Welt viele herzensgute Menschen gibt, Menschen, wie meine Wahlfamilie und denen gehört meine uneingeschränkte Konzentration und Aufmerksamkeit.

In diesem Sinne, Euch allen, die das Hier lesen können, eine aufmerksame und friedvolle Zeit., alle anderen Tschüss

Marion Decker

Mein personalisiertes Facebook

Wenn ich „Mein Facebook“ personalisiere dann, weil ich gut auf Gewalt, Sexismus, Machtmissbrauch, Unfälle, Tierquälerei und Intoleranz verzichten kann…

10. August 2017

Mir ist nicht wurst ob Ihr Veganer seid aber ich bin ja auch keine grimmige, ältere Frau. Ich bin eine fröhliche, aufgeschlossene ältere Frau 😉 Mich interessiert was Ihr esst, wen Ihr liebt, wer Euch stört, was Ihr geschafft habt oder für was Ihr ausgezeichnet wurdet. Eure eigenen Fotos, ebenso wie die von Euren Kindern, Tieren und Blumen. Einfach alles was Euch menschlich, liebenswert und auch ein wenig gruselig macht, denn wir werden nicht immer meiner Meinung sein und das ist gut so.

Wenn ich „Mein Facebook“ personalisiere dann, weil ich gut auf Gewalt, Sexismus, Machtmissbrauch, Kriege, Unfälle, Tierquälerei und Intoleranz verzichten kann, denn wenn ich solche Bilder sehe dann ist mein Tag gelaufen. Auch Politik stimmt mich verdrießlich, weil sie ähnlich viele Menschen entzweit, wie Religion und weil mir das ständige egoistische Kompetenzgerangel nicht mehr abgeht, es entspricht nicht mehr meiner Realität. Mir ist bewusst, dass es all das da draußen gibt, ich habe ja selbst schon ein Leben gelebt. Ich höre mir auch im Alltag viele solcher Geschichten an und versuche Opfern zu helfen, mit dem Erlebten klar zu kommen. Deshalb lehne ich ab, mich in meiner Freizeit mit solch brisanten Themen auseinander zu setzen und begrüße meine ganz eigene Personalisierungsfunktion. In diesem Sinne, einen friedvollen Tag Euch allen.

Marion Decker

Facebook ist nicht Tinder oder Anmache im Netz

9. Juni 2017

Mir kurz Luft machen…

ich möchte nicht dazu eingeladen werden, mit jemandem zu schreiben, damit wir uns kennen lernen. Ich habe alles was ich brauche in meinem Leben, einen Mann, 3 Hunde, eine Katze und damit ganz wunderbare Beziehungen und selbst wenn Du der liebe Gott persönlich bist, unsere Zeit ist noch nicht gekommen. Ich möchte auch nicht von irgendwelchen Männern, die sich als Frauen ausgeben, benachrichtigt werden, dass sie so was, wie mir zu sagen, dass sie mich attraktiv finden, noch nie gemacht haben und ihr Mann das nicht wissen sollte. Wenn ich außereheliche sexuelle Praktiken wünsche, dann seid Euch sicher, ich werde auf Euch zu kommen, bis dahin haltet Euch bitte zurück. Ich tue mich schwer damit angestupst zu werden, weil ich nicht weiß was das bedeutet, deshalb reagiere ich nicht darauf, nehmt es nicht persönlich. Ich möchte keine Sticker gesendet bekommen, denn ich bin 48 Jahre alt und kein Kind mehr, mit mir kann man ganz normal sprechen.

In diesem Sinne, allen die mich wirklich mögen, ein friedvolles Wochenende 😘

Marion Decker