Der Sommer atmet aus

Noch zeigst du uns an milden Tagen
wozu du gerne fähig bist,
lässt Schmetterlinge tanzen
bis das Licht erloschen ist.

Die warme Luft, die ich verspürte,
weicht unbeirrt dem vollen Mond,
der entschlossen hoflos leuchtet,
bis die Kälte über allem thront.

Die alten Weiber sind gekommen
und bringen Sturm mit aller Macht.
Blätter wehen durch die Lüfte,
in allerschönster Farbenpracht.

Rot, Gelb, Gold und Erdentöne
strahlen nun im Wiesengrün,
das satt und saftig leuchtet,
bis die Blumen nicht mehr blüh´n.

Der Morgen wird beherrscht,
von Feuchtigkeit und Nebelschwaden,
sie verzaubern Spinnennetze
in der Früh´, in Wasserperlenfaden.

Die Ernte ist längst eingefahren,
das Vieh wird in den Stall gebracht.
Vögel ziehen in den Süden
weil der Winter draußen wacht.

Das Ofenfeuer prasselt leise,
ruft knisternd nach Gemütlichkeit.
Frauen wecken ein und kochen Eintopf
und verbreiten schallend Heiterkeit.

Der Wechsel zeigt Vergänglichkeit,
die über allem liegt.
Die Leichtigkeit weicht einer Tiefe,
die im Winter überwiegt.

Ich mag sie, diese bunte, nasse
oftmals trübe, dunkle Zeit.
Du klopfst an, trittst ein
und im Hause wirkt Geborgenheit.

Mein Herz wird warm,
ich träum´mich in den Winterschlaf
und spüre schon die Freude,
die mich im letzten Frühling traf.

Marion Decker

Melancholie

Die Gedanken rasen durch die Zeit, 
laut ruft die Vergangenheit, 
mir meinen Namen hinterher 
und mein Herz wird schwer. 

Gerade noch die Lust am Leben,
Freude schenken, Liebe geben.
Fühl ich mich jetzt so sehr allein,
wie soll es anders sein.

Ich habe niemanden gebeten,
Teil zu sein von dem erlebten
aber euch war es genehm,
mir beim Leiden zuzusehn.

Die Sonne geht jetzt langsam unter,
dort draußen sind die Menschen munter.
Die Welt kommt diese Nacht zur Ruh
auch ich mach meine Augen zu.

Am nächsten Morgen bin ich leer,
das Erwachen fällt mir schwer,
bemühe mich um aufzustehn 
und mit Mut nach vorn zu sehn.

Ich geh jetzt meine eignen Wege,
entscheide selbst was ich erlebe.
Mit aller Kraft will ich behalten,
meine Zukunft zu gestalten.

Viel großes kommt mir in den Sinn,
ich denke bis ich ruhiger bin.
So vieles gibt es noch zu tun,
das Alte muss für heute ruhn.

Marion Decker

Wie man sich auf Social Media nicht verhält

In dieser heiteren, teils bitter ernsten Versammlungsstätte namens Facebook, beobachte ich seit ich dabei bin, was eine gute Kommunikation ausmacht und was sie ganz sicher scheitern lässt…

28. September 2018

Kommunikation hat seit vielen Jahren, eine immer größer werdende Anerkennung bei mir gefunden. Meine Großmutter mütterlicherseits war besonders sprachbegabt und wäre ich disziplinierter, wäre ich das auch. Immerhin widme ich mich hingebungsvoll meiner Mutter,- unserer Landessprache, die ebenso schön wie kompliziert ist. Ich liebe den gelingenden Austausch, das Mitteilen und mich verstanden fühlen. Es regt mein Belohnungszentrum ähnlich an, wie guter Sex oder ein gutes Essen. So kann ich ganz und gar berauscht und Dopamintrunken aus einem guten Gespräch hervorgehen und noch Tage davon zehren.

In dieser heiteren, teils bitter ernsten Versammlungsstätte namens Facebook, beobachte ich seit ich dabei bin, was eine gute Kommunikation ausmacht und was sie ganz sicher scheitern lässt. Aus ganz eigenen schmerzlichen, jahrzehntelangen Erfahrungen weiß ich, dass Klugscheißerei keine große Anerkennung findet. Sicher, ich kam mir klug und jovial vor, wenn ich mich wieder einmal herausgefordert fühlte, meine grenzenlose Intelligenz, unaufgefordert zur Schau zu stellen. Mein Gegenüber allerdings, zog sich launisch und gekränkt zurück, um in aller Stille zu verarbeiten, wie sehr er sich von mir bevormundet und unterschätzt fühlte.

Mir ist auch aufgefallen, dass, sich in ein laufendes Gespräch – wie sich bei kommentierten Postings häufiger die Möglichkeit bietet – einzuklinken, ohne das Posting gelesen oder verstanden zu haben, für wenig Freude auf der anderen Seite sorgt. Dieses Verhalten, dient oftmals der reinen Selbstdarstellung. Hier wird die Gunst der Stunde genutzt, etwas unter ein Posting zu klatschen, was einfach nur auf sich selbst aufmerksam machen möchte. Es erweist sich als ähnlich wenig hilfreich wie Klugscheißerei, um zum Ziel „Dialog“ zu führen.

Gerade in Gruppen, in denen sich viele Menschen des gleichen Berufsstandes tummeln, beobachte ich stets aufs Neue, die sowohl unnötige, als auch lästige Eigenschaft des Kompetenzgerangels. Der Rangler fühlt sich unterlegen und versucht davon abzulenken, indem er sich als besonders erfahren auf seinem Gebiet, quasi als Koryphäe aufspielt. Dieses Verhalten kommt bei vielen Gruppenmitgliedern so schlecht an, dass sie dynamisch zurücktreten.

Ein weiterer Faktor, der Kommunikation misslingen lässt, ist Missgunst. Der, dem missgönnt wird, spürt den Neid, der wie ein Stachel ins Gewebe dringt, auch wenn er nur sehr leise gespuckt wird.

Schuldzuweisungen sind äußerst beliebt und im Grunde schon längst zu einem begehrten Volkssport geworden. Es sind alle anderen Schuld, die Merkel, der Stoiber, der Spahn, der Seehofer, die Roth, die Nahles, der Özil, der Yeti, die Hitze, der Regen, die Zeitumstellung, der Bergbau, der Diesel, die Windräder. Bei Schuldzuweisungen, sind sich erstaunlich viele Menschen einig, aber nur solange der Klugscheißer und der Selbstdarsteller sich raushalten.

Ich stelle fest, es gibt enorm viele Denk,- oder Verhaltensweisen, die ausgesprochen dienlich dazu beitragen, sich unbeliebt zu machen. Dem Einen gefällt das ausgesprochen gut, weil er sich selbst als individualistischen Querkopf mit großem Charakter sehen möchte und nicht als den unsozialen narzistischen alten Sack, der er eigentlich ist, dem anderen gefällt das unbeliebt Sein nicht.

Ich persönlich bevorzuge die Gemeinschaft, den freundlichen Austausch, die feine Art, ich mag das Zugehörigkeitsgefühl. Was gelingende Kommunikation ausmacht, ist sicher auch in erster Linie der Wunsch, den anderen zu verstehen. Auch wenn es vorkommt nicht auf einen Nenner zu kommen, anderer Meinung zu bleiben, dann ist es hilfreich den anderen so sein zu lassen wie er ist, es gibt nichts zu gewinnen. Manchmal macht es auch Sinn, Grenzen zu setzen, dabei ist ein klares Nein glaubwürdiger, als ein wortreiches Nein, das Zweifel hinterlässt und Kompromissbereitschaft signalisiert. Letztendlich ist die Regel für gelingende Kommunikation ganz einfach:

„Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füge keinem Anderen zu“!

In diesem Sinne meine Freunde, gutes Gelingen 🍀🙏❤️

Marion Decker