Lyrik

Die Zeltstadt

Ich freue mich riesig!!!

Mein Beitrag „Die Zeltstadt“ ist dabei.

Zwar habe ich es nicht auf das Siegertreppchen geschafft, allerdings wurden unter fast 500 Einsendungen zwei weitere Beiträge ausgewählt und auf der Webseite der beiden Lektoren Rouven Obst und Dr. Gregor Ohlerich veröffentlicht.

Die Jury sagt: “ Lesenswert!“

„Samira flieht mit vierzehn Jahren zusammen mit ihren Eltern aus Afghanistan nach Griechenland: Enge, Schmutz und Verlust sind ihr Alltag. Doch je länger der Vater fort ist und ihre Mutter im Zelt vor und zurück wippt, droht in ihr etwas zu zerbrechen. Im Lager flackern Unruhen auf und dann erwischt das Fieber sie auch noch mit aller Wucht“

Literatur-Nordost

Wer die Geschichte ganz lesen möchte klicke bitt auf den Link und scrolle runter in den gelben Bereich.

https://www.literatur-nordost.de/2021-scherben/

Wenn du denkst, es geht nichts mehr.

Wenn ich Speed genommen hatte, war ich total aufgedreht. Mit ein bisschen zusätzlichem Dope und sehr viel Alkohol, hatte ich die geilsten Ideen. Ich unterhielt dann problemlos ganze Menschenmengen und fühlte mich unwiderstehlich.

Der Pohlmann Verlag hatte im Mai 2020 meine erste Kurzgeschichte veröffentlicht. Vor wenigen Tagen bot mir die Verlegerin Petra Pohlmann an, meine Onlinelesung auf ihre Verlagshomepage hochzuladen, sofern ich eine Datei anzubieten habe.

Aus der jüngeren Vergangenheit weiß ich, dass das Aufnehmen einer Lesung, mit dem Handy, suboptimal ist. Und so erwarb ich eine Streaming Kamera, von recht guter Qualität, was Lichtverhältnisse und Ton angeht. Es war nicht ganz einfach, sie zu konfigurieren und als ich diese Hürde gemeistert hatte, fand ich heraus, dass ich noch ein Videoprogramm hochladen musste. Fix, für eines entschieden, bemerkte ich, dass Kamera und Videoprogramm, aufeinander abgestimmt werden müssen. Der Verzweiflung nahe, nahm die „Hardware“ eine stimmungsvolle Wendung und die Lesung konnte beginnen. Nachdem die Datei formvollendet dastand, war sie zu groß, um sie ganz easy per Email zu senden. Die Cloud „One drive“ bat mir die Lösung an, die ich mir wünschte. Ich stelle fest, dass es weniger gute und schlechte Tutorials auf Youtube gibt und, aufgeben dennoch keine Option ist.

Mir ist selbst aufgefallen, dass die Brille, die ich trage, der Brille Harry Potters gerecht wird. Wäre sie entspiegelt, kämen meine Augen besser zur Geltung, doch das wäre ein erheblicher finanzieller Mehraufwand. Ich bin selbstkritisch genug, um zu erkennen, dass das sprachliche „Knowhow“, wie Wortwahl und Semantik deutlich besser sein könnten, doch ich bitte um Nachsicht, weil ich vor über einem Jahr, noch ganz am Anfang meines Schreibens stand. Fünf weitere Veröffentlichungen zeigen, dass ich mich deutlich weiterentwickelt habe. Diese Geschichte lebt eher dadurch, dass sie wirklich fast exakt so passiert ist. Fast exakt meint, ich habe einzig einen damals wichtigen Nebendarsteller ausgelassen, der mich nicht nur während der Razzia, durch das SEK begleitet hat. Die Begrenzung auf 5.000 Satzzeichen ließen nichts anderes zu. In meiner Anthologie, die ich derzeit überarbeite und die ich ganz ernsthaft, Anfang nächsten Jahres diversen Verlagen anbieten möchte, werdet ihr ihn kennenlernen.

Lange Rede kurzer Sinn …wie gefällt euch das Video?

Nicht wissend,

wie ich anfange, das hier zu schreiben, setze ich mich auf die Terrasse und lasse mich von einem unserer Hunde inspirieren. Es ist der Hund, der stets jammert. Dieser Unmut hat sich eingeschlichen, er kam nicht über Nacht. Wir ließen ihn darin gewähren und unterbanden es einfach nicht. Die Gründe für seine Unzufriedenheit sind vielzählig und mittlerweile wurde daraus Gewohnheit.

Unsere Gesellschaft hat sich entwickelt und verändert. Das soziale Gefüge ist ein anderes geworden. Wir grenzen uns ab, lassen andere nicht mehr so nah an uns heran, wie es in einer schönen Gemeinschaft möglich wäre. Das, was wir von uns preiszugeben, bereit sind, ist ein Bild, dem wir gerne entsprechen möchten, vielleicht, weil wir glauben, dass es von uns erwartet wird.

Täglich bekommen wir auf dem Präsentierteller angerichtet, was richtig und falsch ist. Irgendwer erklärt uns, warum gesunde Ernährung, die einzig Richtige ist und warum, Antioxidantien den Alterungsprozess aufzuhalten vermögen. Ein paar (Power) Asanas pro Tag, schützen uns vor lebensbedrohlichen Herz,- Kreislauferkrankungen. Die Sonne gilt es zu meiden, und stattdessen sollten wir unseren Vitamin D Spiegel mit Vigantolvit heben. Führt die Prostata ihr Eigenleben, hilft Viagra zu mehr Stehvermögen. Vitalität scheint die Anforderung dieses Jahrhunderts zu sein. Wer dem Siechtum verfällt, trägt einfach selbst Schuld, zu bequem, zu undiszipliniert und seinen schlechten Gewohnheiten hilflos ausgeliefert …schwach.

Erfolg ist das Zauberwort in aller Köpfe. Wurden wir vor einigen Jahren noch an dem gemessen, was wir haben, liegt das Augenmerk heute darauf, was wir zu sein scheinen oder vorgeben zu sein. Es geht oft nur darum, wie mir jemand nützlich sein kann, wie ich an dem, was ein anderer augenscheinlich erreicht hat teilhaben kann.

Nach der großen Welle des Individualismus, sind wir nun dazu übergegangen, jeden auszugrenzen, der aus der Reihe tanzt. Aus dem schwarzen Schaf wurde der Anpassungsgestörte, der Eigenbrötler ist jetzt ein Soziopath und die Introvertierten haben eine autistische Persönlichkeitsstörung. Der asoziale Teil unserer Gesellschaft ist nun der, der nicht alles mitmachen möchte, nicht jeder Strömung folgt. Die großen Alltagshelden unserer Zeit sind die, die sich bestmöglich an das System anpassen.

Was stört wird eingeordnet und mit einem Aufdruck versehen, alles wird schwarz-weiß betrachtet, das spart Zeit. Kritiksucht ist riesig, die eigene Überheblichkeit unschlagbar. Den meisten Menschen gelingt es nicht mehr zuzuhören. Eine andere Meinung diskreditiert sie so sehr, dass sich Empörung breit macht. Einsicht oder Nachgeben, ist zu einer Schwäche geworden, die es zu vermeiden gilt, um tunlichst im Recht zu bleiben. Wir denken zu viel und fühlen zu wenig, reden zu oft ohne zu Handeln.

Empathie hat sich zu einem Phänomen entwickelt. Ein Attribut aus einer längst vergangenen Zeit. Die Gabe, sich in einen anderen hineinzuversetzen, seine Beweggründe zu verstehen versuchen, wurde verzichtbar, zu gefährlich sich berühren zu lassen. Stattdessen nimmt sich fast jeder als Mittelpunkt des Daseins wahr, mit eigenen Problemen, die so wichtig sind, eigenen Regeln und dem Recht auf Anerkennung all dessen. Aus dem ehemaligen Wunsch nach Individualismus wurde Egoismus. ICH, ist das Wort, das jeder Verständigung im Wege steht.

Aus, mein Haus, mein Auto, mein Feriendomizil, wurde meine Meinung, meine Befindlichkeiten, mein Lebensinhalt. Mir kommt das Wort Demut in den Sinn, dessen Bedeutung ebenso überfrachtet ist, wie die Bedeutung der Worte Liebe oder Glück. Viele Menschen sind auf der Suche danach, ohne zu wissen, was sie da eigentlich zu finden glauben. Es ist diese Haltung des Zurücknehmens, des Erkennens, nicht der Nabel der Welt zu sein, sondern ein winziger Teil des großen Ganzen. Atmen …Fühlen … Geschehen lassen, keinen Einfluss nehmen, nicht kontrollieren.

Ich habe diesen Wunsch, dass wir alle von unseren hohen Rössern hinabsteigen, einen Blick wagen, in die Gefühlswelten der Menschen, die uns umgeben, dass wir den Mut finden echte Verbundenheit herzustellen. Ich wünsche mir, dass wir diese Solidarität, die so plötzlich aus uns herausgebrochen ist, anderen, frei von Eigennutz zu helfen, kultivieren. Gemeinsam haben wir die Möglichkeit große Hürden zu nehmen, nur gemeinsam werden wir stark sein.

© Marion Decker

Pic: Geralt 23110 Pixabay

Wir Frauen über 50

Die Presse zeigt mir jeden Tag, wie ich als Frau gern´ ausseh’n mag.

Die Brüste straff, der Hintern fest, Taille ins Korsett gepresst.

Die Stirn muss ohne Falten sein, der Bauch zwar rundlich, aber klein.

Glattrasiert ist einfach fein, Frau will doch wohl kein Kaktus sein!

Am Make-up sollte keine sparen, Natur-Teint ist zu abgefahren.

Die Nägel gerne rot lackiert, weil das die Männer motiviert.

Das Haar gefälligst gut frisiert, als wenn das irgendwen interessiert.

Die Kleidergröße ist relevant, alles über 38 nicht tolerant.

Auch Vitalität ist besonders wichtig, kommst du gebrechlich, bist du nicht richtig.

Die Kinderfrage ist jetzt geklärt und doch lebt es sich nicht unbeschwert.

Denn jetzt entdeck´ ich die ersten Venen, die fröhlich ihr Eigendasein leben.

Sie quellen leicht hervor am Bein, das ist grausam, unschön und gemein.

Die Haut ist auch nicht mehr so glatt, die Rückfront eher platt.

Die Waage mag ich gar nicht mehr, sagt sie mir doch: „Du bist zu schwer!“

Jetzt laufe ich im Waldgebiet, wo mich selten jemand sieht.

Keuch´ und schwitze wie ein Tier und esse nichts mehr nach halb vier.

Den Eiweißshake, den trink ich pur, das schönt mir die Figur.

Verträumt denk´ ich an Schweinebraten, nein, es gibt Gemüse aus dem Garten.

Und quält ein Hunger zwischenzeitlich, dann werde ich ganz unleidlich.

Mein Versuch, dem altern zu entkommen, ist kläglich und mal angenommen,

der Jugend Schönheit ist vergänglich, in Würde reifen unumgänglich.

Mein Blick im Spiegel mir Gewissheit schafft, die Zitrone hat noch Saft.

Lebendigkeit, die manchmal fehlt, ist doch das Einzige, was zählt.

Ich spür´ mich heut´ ganz intensiv, des Wassers Stille gründet tief.

Meide die gedanklich´ Dramen und gebe Problemen lustige Namen.

Erfüllung macht heut´ viel mehr Sinn, ich akzeptier´ mich, wie ich bin.

Mit leicht stolz geschwellter Brust genieß’ ich meine Lebenslust.

Und die Moral von der Geschicht´ verkrampf dich nicht, sei wie du bist.

© Marion Decker

Zwiegespräch mit mir

Perfekt zu sein, das ist echt Arbeit.
Und kostet auch noch sehr viel Zeit.
Belohnt wird dieser Aufwand nicht,
im Gegenteil, er wird zur Pflicht.
Gern´ zeigst du der ganzen Welt, 
das, was dir an dir gefällt.
Du strahlst und heimst Pokale ein,
du wirst bewundert, das ist fein.
Das, was du glaubst, das dich darstellt,
hat deinen Alltag stets erhellt.
Doch, wenn du einmal ehrlich bist, 
erkennst du, das ist großer Mist.
Denn kommt dann jemand Mal daher 
und übt Kritik, dann hast du's schwer.
Du grämst dich, deine Haltung fällt,
weil man dich infrage stellt.
Nun wankt der Turm, in dem du lebst.
Die Göttlichkeit nach der du strebst,
weicht dem Gefühl der Einsamkeit,
dem Ringen um Gelassenheit.
Der Thron auf dem du lang gesessen, 
er lässt dich jetzt nicht mehr vergessen.
Das Leben, das ist Sein und Werde.
Und du bist nicht der Mittelpunkt der Erde.

© Marion Decker
Pic: Jill Wellington Pixabay

Was wäre wenn …

Edition Paashaas Verlag

Wieder wurde eine meiner Kurzgeschichten veröffentlicht und ich freue mich riesig. Dieses Mal geht es um eine autobiografische Geschichte, der ein fiktives Ende folgt. Also z. B. was wäre wenn, ich diesen Schritt nicht gegangen wäre. Erhältlich unter ISBN 978-3-96174-090-1

Die Ewigkeit ist eine lange Zeit

Wieder eine Veröffentlichung. Dieses Mal im Kunst – Kultur und Literaturmagazin. Vielen Dank.

Marion Decker für #kkl5 „Endlich unendlich, unendlich endlich“


Die Ewigkeit ist eine lange Zeit


Es war Liebe auf den vierten Blick,

als es begann, wollte keiner zurück.

Wir hatten so viele gemeinsame Träume,

pflanzten zusammen die schönsten Bäume.

Du verehrtest mich, was wollte ich mehr?

Warst mein Kapitän in der Brandung umher.

Für immer wollten wir zusammen sein,

galten als Traumpaar, ganz allgemein.

Doch dann kam der Dämon auch Ego genannt,

ich hatte mich in Selbstsucht verrannt.

Ich schaute nicht auf die Fehler bei mir,

sondern auf all‘ die Schwächen in dir.

Die Lieblosigkeit, die ich in mir verspürte,

war das, was dich tief und unschön berührte.

Respektlosigkeit schlich sich bei mir ein,

dein Vertrauen in mich wich dann ungemein.

Den Fokus auf mich selbst gerichtet,

habe ich unsere Liebe fast vernichtet.

Die Falle, die ich zuschnappen höre,

ist die, die ich oft heraufbeschwöre.

Jetzt erkenn‘ ich diese Unzufriedenheit,

meine…

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