Innenschau

Ich öffne die alte Fotokiste und lasse mich bewegen, reise rückwärts in mein bewegtes Leben. Was war ich auf der Suche, brauchte so viele intensive Gefühle und so unglaublich viel Zeit darüber nachzudenken. Wie oft ich mich verloren habe. Ich habe zutiefst geliebt und musste feststellen, dass ich weder mit diesem Menschen- noch ohne ihn konnte. Die ganzen Berg- und Talfahrten, die selbst gewählte Abhängigkeit. So viele Peinlichkeiten, in Situationen für die ich mich schämte. Gewissensbisse, weil ich mich selbst tadelte. Meine unbändige Wut, die sich stets gegen mich selbst wandte. Meine Unfähigkeit auszusprechen, wie ich fühle, oder meine Bedürfnisse wahrzunehmen. Trotz und Schmollen war meine Hauptreaktion. Dieses Gefühl nicht verstanden zu werden, mein Grundtenor. So oft ertrunken in einem Tränenmeer. Ich war ehrgeizig und perfektionistisch, wollte besser sein, als andere, erledigte Aufgaben lieber selbst, als sie zu delegieren, bis das Feuer ausging.

Heute bin ich der ruhige Fluss, an dem das Ufer voller Blumen ist. Ich neige dazu, zutiefst mitzufühlen, nicht wenn sich jemand gerne selbst reden hört, sondern wenn ein Mensch von einem seiner Schicksalsschläge getroffen wurde. Die abendliche halbe Stunde am Teich hilft mir, die Eindrücke des Tages von mir abzustreifen, mich zu sammeln und zur Ruhe zu kommen. Die Hunde haben mich zu dem besseren Menschen gemacht, der ich ohne sie niemals geworden wäre. Wenn mir ein Mensch imponiert vergleiche ich mich zuweilen immer noch, dann rüttle ich mich wach und finde wieder zu mir. Mein Aussehen ist mir immer noch wichtig, doch es bestimmt mich nicht mehr. Wenn es mir gut geht, fühle ich mich unwiderstehlich, wenn nicht, sorge ich dafür, dass es mir wieder gut geht. Es ist mir wichtig Verantwortung für mein Handeln zu übernehmen, allerdings nicht mehr für das Handeln anderer. Ich rechtfertige mich nicht mehr, weil ich keine Schuldgefühle mehr habe. Wenn ich einen Fehler gemacht habe, stehe ich dazu, weil ich weiß, dass es menschlich ist. Ich befürchte keine Konsequenzen, die ich nicht tragen würde. Von Zeit zu Zeit glaube ich immer noch, „Es“ besser zu wissen, lasse mich allerdings auch eines Besseren belehren. Trete ich jemandem zu nahe, versuche ich das in Zukunft zu vermeiden. Gelingt mir das nicht, akzeptiere ich diesen Teil von mir. Wenn mir jemand „Auf den Sack“ geht, kann ich das unverblümt sagen, mag man mich dann nicht mehr, lerne ich damit zu leben. Es ist mein Recht Menschen zurückzuweisen, die meine Grenze überschreiten. Ich bin ehrlich, auch zu mir selbst, was mich melancholisch stimmen kann. Niemand spannt mich mehr vor seinen Karren, wer mich benutzt, bekommt meinen Groll zu spüren. Was mir nicht guttut, darf weiterziehen, ich halte nichts mehr fest, um meine Dramen zu feiern. Je älter ich werde, umso zickiger werde ich, es sind die Momente, über die ich eifrig hinwegsehe. Es interessiert mich nicht mehr, was andere über mich denken, denn das einzige was zählt, ist wie ich selbst über mich denke. Die Traurigkeit, die mich mein Leben lang begleitete, weicht einer Gleichgültigkeit. Ich akzeptiere, dass alles was passiert ist, nicht zu ändern ist. Die Sorgen und Ängste, die mich ein Leben lang tyrannisierten, sind meinem Vertrauen gewichen, dass alles gut wird. Ich genieße bestimmte Momente im Leben intensiver, das Gespräch mit einem vertrauten Menschen, bereichert mich lange. Einem geschätzten Menschen eine Freude bereiten, empfinde ich als die größte Bereicherung. Ich war immer bestrebt besonders zu sein, das ist nicht mehr nötig, weil ich weiß, dass jeder Mensch besonders ist.

Ich bin in meinem Lebensherbst angekommen und habe mich mit mir versöhnt, das empfinde ich als sehr tröstlich und entspannend.

© Marion Decker

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