Schuld zu sein macht auch nicht froh

Manche moralische Verfehlungen werden in unserer Gesellschaft schwer geahndet, weil sie als verletzend empfunden werden. Verfehlungen derer auch ich mich schuldig gemacht habe, weil ich ein Mensch bin…

9. April um 12:10 ·

… Gedanken machen über Schuld, Schwere, Gewicht und Belastung

„Es reist sich besser mit leichtem Gepäck“ Silbermond

Es ist vollkommen irrelevant was andere über dich denken, du kannst es ohnehin kaum beeinflussen. Daher lohnt sich auch die Mühe nicht, dich anzupassen. Das absolut Einzige was zählt ist das, was du über dich selbst denkst. Machst du dich verantwortlich für irgendetwas, das du in deiner Vergangenheit getan hast? Für etwas, das du falsch gemacht hast? Du bist ein Mensch, du darfst Fehler machen. Ich bin sogar davon überzeugt, dass wir genau aus diesem Grund hier sind, um Fehler zu machen und daraus zu lernen, um uns weiterzuentwickeln. Ich habe Menschen kennengelernt, die verurteilten sich ein Leben lang für einen Fehler, den sie mal begangen haben. Aber selbst nach einem Strafvollzug ist eine Tat irgendwann gebüßt, gehe also bitte nicht so hart mit dir ins Gericht. Es ist auch völlig unerheblich, ob ein anderer dir verzeiht, warte also nicht darauf, es ist Zeitverschwendung. Das Einzige was zählt ist, dass du dir selbst verzeihst, um mit dir ins Reine zu kommen.

Wenn du einen Fehler machst, etwas dass du hinterher bereust, dann ist dein schlechtes Gewissen zwar sozial konform und irgendwie angemessen, aber es bringt niemandem etwas, am wenigsten dir. Siehe einen Fehler an, als das was er ist, eine Entscheidung. Es gibt keine richtigen oder falschen Entscheidungen. Es gibt wertungsfrei betrachtet einfach nur Entscheidungen. Du kannst nicht wissen wie es gewesen wäre sich anders zu entscheiden. Dieses Wissen liegt in der Vergangenheit und du hast es nicht erlebt. Außerdem, wenn du es besser gewusst hättest, die Konsequenzen voll gekannt hättest, dann hättest du doch sicher eine andere Entscheidung getroffen. Du wusstest es nicht besser und das ist menschlich. Manchmal ist eine falsche Entscheidung auch besser als gar keine. Ich habe Menschen kennengelernt, die zu gar keiner Entscheidung fähig sind und stets in der Angst leben, etwas falsch zu machen. Sie traben ihr Leben lang auf der Stelle und erleben nichts. Stagnation ist auch keine Option.

Manche moralischen Verfehlungen werden in unserer Gesellschaft schwer geahndet, weil sie als verletzend empfunden werden. Verfehlungen derer auch ich mich schuldig gemacht habe, weil ich ein Mensch bin. Ich habe gelogen oder verschwiegen, was im Grunde auf das Gleiche hinaus läuft. Lügen ist unbeliebt und doch lügen so viele. Ich verzeihe mir, dass ich gelogen habe, weil ich weiß, dass ich den anderen mit meiner Wahrheit nicht verletzen wollte oder die Konsequenzen des ehrlich seins nicht ertragen konnte. Warum auch immer, ich hatte zahlreiche Gründe. Heute kann ich ehrlich sein, weil ich gelernt habe mich auszudrücken und es sich besser anfühlt, mir treu zu bleiben. Ich werde auch belogen und verzeihe mir, dass ich nicht vertrauenswürdig genug bin. Ich kenne nun aus eigener Erfahrung die Motivation, die dahintersteht und brauche mich nicht mehr zu ärgern, wenn es passiert.

Ich habe betrogen. Den Partner betrügen ist schwer verpönt und wird mit Missachtung geahndet und doch tun es so viele. Ich verzeihe mir, dass ich einen anderen Menschen dazu benutzt habe, aus einer Beziehung herauszufinden, die mir nicht guttat. Heute habe ich kein Interesse mehr zu betrügen, weil es mich viel zu sehr durcheinander bringt und von mir selbst entfernt. Ich wurde auch betrogen und verzeihe mir, dass ich meinem Partner nicht das geben konnte, was er sich gewünscht hat und sehe ein, dass er nicht mein Eigentum war. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass er zahlreiche Gründe hatte.

Ich habe über andere Menschen gerichtet und sie verurteilt, nicht obwohl, sondern gerade weil ich sie gar nicht kannte. Ich verzeihe mir, dass ich durch den Vergleich besser dastehen wollte. Jetzt darf jeder bleiben, wie er ist und seine eigenen Erfahrungen machen. Ich habe dieses Verhalten heute nicht mehr nötig, weil mein Selbstwert groß genug ist. Ich weiß, dass andere über mich richten, mich verurteilen. Ich verzeihe mir, dass ich nicht genug Interesse geweckt habe, mich wirklich kennen, lernen zu wollen.

Ich habe geprahlt und über andere gelästert. Ich verzeihe mir, dass ich glaubte, ich hätte es nötig, mich größer zu machen, weil ich mich so klein fühlte. Ich brauche das heute nicht mehr, weil ich schon ein großes Mädchen bin.

Ich habe verinnerlicht, dass hinter jeder Verfehlung Bedürfnisse stehen. Aus meiner Erfahrung fühlt es sich nicht gut an, um so zu handeln und das schlechte Gewissen auszuhalten und schon gar nicht lohnt es sich, mich mit Schuldgefühlen zu belasten. Ich beobachte mich heute sehr genau, gehe achtsam und behutsam mit mir um und kenne meine Bedürfnisse und Beweggründe. Meine Prinzipien gelten nur für mich, das ist der Weg, den ich bereit bin zu gehen. Ich bin mir sicher, auch du wirst deinen finden.

In diesem Sinne eine schwungvolle Leichtigkeit euch allen. ❤️🌞

© Marion Decker

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