Das Kreuz mit der Verantwortung

Wir geben anderen die Schuld für unser eigenes Unvermögen, zu wenig Geld, zu krank, zu dick, zu unglücklich, zu erfolglos. Das hat den Vorteil, dass wir dann alles so lassen können wie es ist…

31. Juli 2018

Verantwortung ist eine Königsdisziplin, sie zu übernehmen birgt scheinbar Konsequenzen, die auszuhalten, viele meiner Mitmenschen nicht bereit sind. Sie geben die Verantwortung ab und gehen damit auf den ersten „Blick“ den einfacheren Weg. Das Prinzip ist ebenso einfach wie effektiv, das Umschiffen der Verantwortung zuweilen recht originell.

Wir geben die Schuld einer gescheiterten Beziehung unserem Ex-Partner. Das hat den Vorteil, dass wir uns dann nicht mit unserem eigenen Fehlverhalten, unserem eigenen Unvermögen auseinanderzusetzen brauchen, denn wir haben schließlich alles richtig gemacht.

Wir geben vor unser Kind zu lieben und benutzen es dann, um dem verhassten Ex eins auszuwischen, schließlich ist alles seine Schuld und er hat es nicht anders verdient, die Verletzungen wiegen schwer. Das hat den Vorteil, dass wir unser Ego weiter pflegen können.

Wir entschuldigen unsere schlechten Charaktereigenschaften mit einer schlechten Kindheit und geben unseren Eltern die Schuld, weil sie uns für unser Dafürhalten nicht genug geliebt haben. Das hat den Vorteil, dass es rechtfertigt, warum wir bleiben, wie wir sind.

Wir erwarten von unseren Partnern, dass sie uns glücklich machen und inthronisieren diese. Das hat den Vorteil, dass wir nicht selbst schuld sind, wenn es uns schlecht geht.

Wir lassen uns verletzen, jammern, lecken unsere Wunden und grollen den Schuldigen. Das hat den Vorteil, dass wir völlig gerechtfertigt das Gefühl der Wut genießen dürfen.

Wir bilden uns ein, dass wir richtig nette Menschen sind und verzweifeln fast daran, dass wir doch von allen Seiten eins drauf kriegen. Das hat den Vorteil, dass wir auch weiterhin ungestraft versuchen dürfen uns aufzuzwingen, um es allen recht zu machen.

Wir sind undankbar und wissen nichts zu schätzen, sehen alles als selbstverständlich an. Das hat den Vorteil, dass wir dann auch niemandem, was auch immer schuldig sind.

Wir verschweigen und nehmen es mit der Wahrheit nicht so genau. Das hat den Vorteil, dass wir uns mit dem anderen nicht auseinandersetzen müssen.

Wir versuchen uns interessant zu machen, indem wir Geschichten ausschmücken oder erfinden. Das hat den Vorteil, dass wir selber den Eindruck gewinnen, wir seien tougher, besser und lustiger als wir glauben zu sein.

Wir stellen uns über andere, plustern uns auf und machen uns wichtig. Das hat den Vorteil, dass wir uns dadurch kompetent und unentbehrlich fühlen.

Wir kehren vor anderen Türen, regen uns über deren Unmengen an Dreck auf und reden so viel und schlecht darüber wie es geht. Das hat den Vorteil, dass uns das so schön von unseren eigenen ungeliebten Seiten ablenkt.

Wir arbeiten bis zum Umfallen, gönnen uns nichts und stehen permanent unter Druck. Das hat den Vorteil, dass wir nicht merken, dass wir uns nicht mögen.

Wir richten unser Leben darauf aus stets für andere da zu sein und uns zu bemühen, anderen zu helfen. Das hat den Vorteil, dass es unserem Dasein aus unserer Sicht eine Berechtigung und einen Wert gibt.

Wir versuchen nicht aus der Reihe zu tanzen und stehen nicht zu uns. Das hat den Vorteil nicht unangenehm auffallen zu können.

Wir treffen keine Entscheidung, verharren immer unsicher zwischen Möglichkeiten. Das hat den Vorteil, dass wir nichts falsch machen können.

Wir geben anderen die Schuld für unser eigenes Unvermögen, zu wenig Geld, zu krank, zu dick, zu unglücklich, zu erfolglos. Das hat den Vorteil, dass wir alles so lassen können wie es ist.

Wir können in unserem Stühlchen hocken bleiben und hadern, jammern und verzweifeln, die Komfortzone, das alt Bekannte hüllt uns ein, wiegt uns in Sicherheit. Bleiben wir einfach weiter Opfer, bleiben wir den Mitmenschen, Umständen, Behörden und Volksvertretern hoffnungslos ausgeliefert. Wir kommen dann eben nicht in den Genuss von Selbstwirksamkeit, also aus eigener Kraft schwierige Situationen durchzustehen. Wir traben einfach weiter auf der Stelle und hindern uns daran uns weiterzuentwickeln, bleiben einfach Kinder im Erwachsenenalter. Verzichten wir auf viele wichtige Emotionen, wie auch das heroische Gefühl zu mir zu stehen, mich selbst zu schätzen. Wir entwickeln keine Resilienz, das heißt das Vertrauen in die eigene Stärke und das eigene Leistungsvermögen. Wir verfeinern unsere empathischen Fähigkeiten einfach nicht und vergraben unser Gerechtigkeitsempfinden. Bleiben wir einfach wie wir sind, basta.

In diesem Sinne euch allen eine Entwicklungsreiche, liebevolle Zeit. ❤️🙏💋

© Marion Decker

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